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Deutsche Bank & Commerzbank: Wo gehts hin? Deutsche Banken- wie gefragt sind ihre Aktien heute

Gastautor: Martin Brosy
21.05.2015, 20:17  |  5229   |   |   

In diesem Artikel schaue ich mir die Aktien der Commerzbank und Deutschen Bank etwas genauer an.

Es vergeht kein Monat in der die Deutsche Bank AG nicht in den Schlagzeilen auffällt. Und Auffallen bedeutet nicht immer positiver Natur. Erst diese Woche berichteten Medien über Geldwäsche in der Moskauer Geschäftsstelle. Von Entlassungen war die Rede. Der Manipulationsvorwurf gegen die Investment-Abteilung im Bereich Zinsen, befindet sich bis heute noch in der Aufklärung.

Seit dem hat die Führungsriege mit dem Vertrauen der Aktionäre zu kämpfen. Ob dieses Vertrauen wirklich unerschütterlich ist, wird auf der heutigen Hauptversammlung klar werden, sobald Aktionäre über die Entlastung von Anshu Jain und Jürgen Fitchen abstimmen. Auf den Rückhalt des Aufsichtsratsmitgliedes Achleitner, können die beiden allerding nicht zählen. So regierte er auf die  Frage ob die beiden unersetzbar wären mit der Gegenfrage:  „Wer ist das schon? Es geht immer um die Zukunft des Unternehmens und nicht um einzelne Individuen.“

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Dennoch stehen die Chancen  nicht unbedingt schlecht, denn es kommt darauf an, wer von den Aktionären überhaupt anwesend ist. Zwar raten mehrere Rechtsbeistände sich zu enthalten, die Unterstützung der größten Aktionäre wie etwa dem Asset Management Schwergewicht BlackRock, ist dem Vorstand so gut wie sicher. Der Börsenzeitung zufolge, sollten mindestens 90 % der anwesenden Aktionäre für die Entlastung stimmen. Ein Wert darunter, könnte für Überraschungen am Aktienmarkt sorgen.

Fitch stuft deutsche Banken runter

Derweil hat die Rating Agentur Fitch einige Banken heruntergestuft. Dazu gehört auch die Deutsche Bank AG als auch die Commerzbank AG. Der Grund: Wegen neuer Abwicklungsrichtlinien für Banken innerhalb der EU, werden bei drohender Insolvenz nicht mehr die Steuerzahler in die Pflicht genommen, sondern Anleihegläubiger. Bedeutet nichts anderes als dass Banken, im Falle einer Krise, nicht mehr gerettet werden.

Dabei wurde die Commerzbank gleich um zwei Stufen runtergestuft von A+ auf BBB. Die Deutsche Bank um eine Stufe von A+ auf A. Zuvor hatte die Ratingagentur Fitch zwei Ratingtypen für Banken, das Stand-Alone Rating (ohne staatliche Unterstützung) sowie das reguläre Rating. Das reguläre fiel dabei stets höher aus.

Der Schritt der Ratingagentur sei jedoch nicht überraschend gewesen und laut Experten bereits in den Kursen der Aktien eingepreist.

Wie sich die neue Abwicklungsrichtlinie auf die Bonität einiger Banken auswirkt, wird zum Teil auch in Österreich durch die Pleite der Hypo Alpe Adria deutlich. Der Österreichische Bund statuiert aktuell ein Exemple und lehnt es strikt ab für die Bank gerade zu stehen, womit Anleihegläubiger in die Pflicht genommen werden. Dazu gehört unter anderen auch die Commerzbank, die Papiere im Wert von 300 Millionen Euro hält.

Deutsche Bank führt Pläne um Deutsche Postbank fort

Das Management der Deutschen Bank AG lässt sich wie es scheint weniger von dem erschütterten Vertrauen beeinflussen und führt die strategischen Umstrukturierungsmaßnahmen um die deutsche Postbank AG fort. Zwar stossen auch dieser Pläne auf Kritik, sie seien jedoch mehr als begründet. Laut dem Management konnten innerhalb der letzten Jahre außer im IT-Bereich, keine Synergien gewinnbringend genutzt werden. Eine Abspaltung der deutschen Postbank AG soll noch im nächsten Jahr in Form eines Squeeze-Outs erfolgen und 200 Filialen bis Ende 2017 geschlossen werden.

Experten zufolge, war das Management in den letzten Jahren wenig daran interessiert den Privatkundenbereich weiter auszubauen. Insider behaupten, dass das Privatkundengeschäft besonders unter den Manipulationsvorwürfen und dem Vertrauensverlust zu leiden hat, denn es stellt den direkten Draht zu den weniger vermögenden Kunden her.

Die Kapitalmaßnahme der Commerzbank AG

Auch die Commerzbank AG hadert aktuell mit ihren Aktionären. Die neulich überraschend angekündigte Kapitalerhöhung basierte zwar laut der Aussage des Managements auf der Idee die Kernkapitalquote zu erhöhen, seitens einiger Aktionäre regnete es dennoch Kritik. Zu offensichtlich wäre es, dass der Kurs der Aktie im zweistelligen Bereich gehalten werden soll.

Mit der Kapitalmaßnahme nahm die zweigrößte deutsche Bank 1,4 Milliarden Euro durch die Ausgabe von 113,85 Millionen neuen Aktien ein. Die Kernkapitalquote steigt von 9,5 auf 10,2 %. Der Kurs der Aktie gab in Folge der Maßnahme um etwa 8,5 % nach, stabilisierte sich jedoch kurz darauf wieder.

Ein weiteres Thema um die Commerzbank AG war die geplante Boni-Erhöhung für Führungskräfte und Top-Händler. Sonderzahlungen sollten doppelt so hoch ausfallen wie das Grundgehalt. Der Bund als Hauptaktionär und andere Aktionäre der teils verstaatlichten Bank, machten diesem Plan jedoch einen Strich durch die Rechnung. Es konnte keine Drei-Viertel Mehrheit bei der Abstimmung erreicht werden. Damit bleiben die Gehälter bis auf das Fixgehalt limitiert.

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