EUR/USD: Kommt die Griechenland-Rettung? Falls nicht, Euro in Richtung Parität?
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EUR/USD Kommt die Griechenland-Rettung? Falls nicht, Euro in Richtung Parität?

01.06.2015, 13:15  |  2594   |   |   

Die Sorge um Griechenland und vor allem die Unsicherheit über die Auswirkungen eines Grexits halten die Anleger und Devisenhändler im Bann. Der DAX in der vergangenen Woche im Rückwärtsgang, der Euro noch stabil nach den zurückliegenden Abgaben vor rund zwei Wochen. Doch das Risiko weiterer Abgaben ist noch nicht gebannt. Die jüngsten Meldungen auch vom Verhandlungstisch lassen noch keine Entspannung in der Griechenland-Frage erkennen. Mit Spannung erwarten die Marktteilnehmer zudem den Freitag dieser Woche. Am 05. Juni muss das kurz vor einem Staatsbankrott stehende Land 300 Millionen Euro an den IWF überweisen. Doch dies ist nur ein kleiner Teil der fälligen Rückzahlungen im Juni. Insgesamt darf Griechenland 1,55 Mrd. Euro an seine Gläubiger im Juni bezahlen. Gepaart mit zuletzt wieder robusteren US-Konjunkturdaten trübt sich so die Stimmung für den Euro wieder ein.

Charttechnisch zudem mahnt zur Vorsicht, dass der Kurs des EUR/USD in eine Range einer W-Formation zurückgekehrt ist.

Monatschart EUR/USD

Die langfristige Perspektive ist und bleibt negativ. Der April zwar mit einem bullish engulfing, dieses Muster bedarf aber noch der Bestätigung, die im Mai nicht erfolgte. Vielmehr wurde eine Erholung wiederum ab verkauft und der Mai zeigt eine schwarze Kerze. Solange ein Widerstandsbereich bei ca. 1,1534 bis 1,16 EUR/USD nicht per Monatsschlusskurs geknackt wird, besteht noch ein Kursziel bis ca. 0,96 EUR/USD, entsprechend der Kurszielableitung aus einem Dreieck. Ein Ausbruch aus dem Trendkanal nach unten aktiviert dieses Kursziel aus dem Dreieck, andererseits kann sodann im Worst-Case-Szenario auch ein Rutsch bis ca. 0,80 EUR/USD abgeleitet werden.

Wochenchart EUR/USD

Der Abwärtstrend ist intakt, das Kursziel aus der W-Formation konnte nicht abgearbeitet werden, zudem ein Re-Break in die Range der W-Formation: Drei negative Faktoren. Nur eine zügige Erholung über die Mitte der vorherigen langen schwarzen Kerze per Weekly-Close würde wieder ein positives Szenario ermöglichen.

Tageschart EUR/USD

Mit Re-Break in die Range einer W-Formation ist grundsätzlich mit weiter fallenden Kursen zu rechnen. Ein neues Tief unter 1,08 dürfte den Euro in Richtung 1,07/1,065 EUR/USD führen. Positiv wider Erwarten wäre ein Anstieg über 1,1031 EUR/USD per Daily- oder spekulativer per Hourly-Close.

Stundenchart EUR/USD

Erholungen dürften vorerst verkauft werden. Auf Verkaufssignale ist im Bereich 1,0940/50 zu achten – negativ neue Tiefs mit Ziel 1,0875/60.

Meine jüngsten EUR/USD-Analysen finden Sie hier: Salomon - Euro-Analysen

Ihr Stefan Salomon

Chartanalyst wallstreet-online.de

Die interaktiven Charts zum EUR/USD finden Sie hier: Experten-Desktop Stefan Salomon

Die wichtigsten Zahlen:

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Hinweis: Die Analyse wurde von Stefan Salomon mit größter Sorgfalt erstellt. Für die Richtigkeit der in der Analyse enthaltenen Aussagen, Prognosen und Angaben wird jedoch keine Gewähr übernommen. Der Inhalt dient lediglich der Information und beinhaltet keine Vermögensberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von CFD, Aktien oder anderen Finanzprodukten.Die Analysen dienen nicht als konkrete Handelsempfehlung. Eine Haftung für Vermögensschäden ist ausgeschlossen. Erklärung nach §34b Abs 1 WPHG: Der Autor erklärt, dass er im Besitz von Finanzinstrumenten sein kann, auf die sich einzelne Analysen beziehen. Hierdurch besteht die Möglichkeit eines Interessenkonfliktes. Charts: guidants.com.

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3 Kommentare

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Kommentare

schrieb am 01.06.15 23:06:06
Aaaach,darunter muss der Euro nicht leiden,ich finde er macht sich schon im Vorfeld recht gut,vergessen wir nicht,für so etwas,wie eine dauerhafte "Griechenland-Fütterung" war er ja auch nicht gedacht,für viele deutsche ist er mittlerweile zum Alptraum geworden,erinnern sie sich doch an die Zeiten,in denen sie von der Stabilitätspolitik der Bundesbank verwöhnt wurden,dieses geschah ja nun auch nicht grundlos,wurden wir doch früher Opfer,von Geldentwertung,mit den bekannten Folgen.

Den meisten deutschen heute dürfte ganz übel werden,wenn Draghi das Schreckgespenst der Inflation wachküssen möchte,mann hatte ihnen bei der Einführung des Euro schließlich die Volksabstimmung verweigert,weil es ein rein politisch gewolltes Project war,mit den Garantie-scheinen,die die Bürger dafür erhielten,können sie sich nunmehr längst den Allerwertesten wischen,denn es riecht,als hätten die Skeptiker wiedermal Recht behalten,die Schuldensünder nutzen die deutsche Bindung über jede nur erdenkliche Gebühr aus.
Wenn das hier endlich vorbei ist,wird es wieder heißen,"verkaufen Sie doch etwas,wenn Sie Geld brauchen !
Gegenseitige Rücksichtnahme ist wichtig,aber man kann alles soweit übertreiben,dass es bedeutungslos wird,wer soll den bei der aktuellen Risiko-prämie überhaupt noch Geld verleihen?
schrieb am 01.06.15 15:12:30
"Die langfristige Perspektive des Euro ist und bleibt negativ"

Wie bitte? Sie meinen wohl die kurzfristige. Oder maximal die mittelfristige. Der Chart sieht zwar kurzfristig nicht sonderlich verheißungsvoll aus. Aber weder der Chart und erst Recht nicht die fundamentalen Gegenbenheiten sprechen für einen langfristig zum USD schwachen Euro. Ich habe bereits zu Kursen von 1,05, als Sie Ihre Leser auf Kurse von 0,80 Euro/USD einstimmten, auf die längst überfällige starke Gegenbewegung aufmerksam gemacht und ebenso fundamental begründet, dass ein weiteres Erstarken des USD der US-Exportwirtschaft den Dolchstoß setzen würde, erst Recht Kurse von unter 1/1.

Denken Sie wirklich, die negativen Wirtschaftsdaten aus den USA (ich frage mch, wo Sie immer wieder positive und robuste sehen) werden ausreichen, um eine echte Zinswende stattfinden zu lassen? Und dann noch ein starker USD? Hallo?
schrieb am 01.06.15 15:12:30
"Die langfristige Perspektive des Euro ist und bleibt negativ"

Wie bitte? Sie meinen wohl die kurzfristige. Oder maximal die mittelfristige. Der Chart sieht zwar kurzfristig nicht sonderlich verheißungsvoll aus. Aber weder der Chart und erst Recht nicht die fundamentalen Gegenbenheiten sprechen für einen langfristig zum USD schwachen Euro. Ich habe bereits zu Kursen von 1,05, als Sie Ihre Leser auf Kurse von 0,80 Euro/USD einstimmten, auf die längst überfällige starke Gegenbewegung aufmerksam gemacht und ebenso fundamental begründet, dass ein weiteres Erstarken des USD der US-Exportwirtschaft den Dolchstoß setzen würde, erst Recht Kurse von unter 1/1.

Denken Sie wirklich, die negativen Wirtschaftsdaten aus den USA (ich frage mch, wo Sie immer wieder positive und robuste sehen) werden ausreichen, um eine echte Zinswende stattfinden zu lassen? Und dann noch ein starker USD? Hallo?

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