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Keynes, Hayek, Ökonomen Debatte über die Aufgaben des Staates in einer Wirtschaftskrise ist die Debatte Keynes versus Hayek

Gastautor: Martin Brosy
01.06.2015, 16:48  |  11665   |   |   

Keynes oder Hayek, wer hatte recht?

Ob die Finanzkrise von 2008 oder die aktuelle Eurokrise, den Ökonomen wird vermehrt ein systematisches Versagen nachgesagt, wenn es darum geht, solche Krisen zu erklären, geschweige denn vorauszusehen. Zu groß scheinen die internen Meinungsverschiedenheiten zu sein und zu zahlreich die wirtschaftspolitischen Konzepte. Da wundert es nicht, dass Altmeister der Ökonomie wie John Maynard Keynes oder Friedrich August von Hayek eine Renaissance erleben und ihre Ansichten wieder vermehrt in die Diskussionen mit einfließen. Beide lieferten sich ab den frühen 1930er Jahren erbitterte Debatten über die Aufgaben des Staates in einer Wirtschaftskrise. Erklären konnten sie die Weltwirtschaftskrise von 1929 letztlich auch nicht. Dennoch war und ist der Einfluss beider Ökonomen auf politische Entscheidungen bis heute enorm.

Grundansichten von Keynes

Die Theorie von Keynes entstand zur Zeit der Großen Depression Anfang der 1930er Jahre. Die Zeit war von einer hohen Arbeitslosigkeit geprägt. Deshalb spielte die Arbeitslosigkeit in seinen Abhandlungen eine wesentliche Rolle, die es zu vermeiden gilt. Auf der Arbeitnehmerseite kommt es zu einer verhängnisvollen Verkettung von Umständen:

  • Arbeitslosigkeit ist die Folge fehlender Nachfrage.
  • Die Ursache fehlender Nachfrage ist bei steigendem Einkommen die Neigung des Menschen zum Sparen.
  • Es fehlt eine direkte Verbindung zwischen dem Sparen und Investitionen.
  • Das bewirkt einen permanenten Mangel an Nachfrage und führt zu chronischer Arbeitslosigkeit.

 

Auf Unternehmerseite sprach Keynes den Unternehmen eine rationale Kalkulation ihrer Investitionen ab. Vielmehr glaubte er, dass sie aufgrund der Unsicherheit, in der sie operieren, mehr ihrem Instinkt, den „animal spirits“ folgen. Investitionen sind deshalb nicht kontinuierlich und nur schwer voraussehbar. Deshalb muss der Staat die fehlende Nachfrage dadurch kompensieren, indem er öffentliche Investitionen tätigt, den Zinssatz absenkt und hohe Einkommen auf untere Einkommen umverteilt.

Kritik Hayeks zur Theorie von Keynes

Obwohl Hayek und Keynes Zeitgenossen waren, überlebte Hayek Keynes um knapp 46 Jahre. Hayek starb erst 1992 und musste so mit ansehen, wie in den 1960er und 1970er Jahren schuldenfinanzierte, staatliche Ausgabenprogramme mit Keynes begründet wurden. Auf der anderen Seite nutzte Winston Churchill Hayeks Buch "Der Weg zur Knechtschaft“ im Wahlkampf der ersten Nachkriegswahl in England mit der Parole "Freiheit oder Sozialismus!" und verlor die Wahl. Keynes schien also Recht zu behalten. Doch die marktfreundlichen Reformen von Margret Thatcher und Ronald Reagan in den 1980er und 1990er Jahren sind klar auf Hayek zurückzuführen. Auch der Zusammenbruch der zentralen Planwirtschaft des Sozialismus Anfang der 90er Jahre bestätigte die Ansichten Hayeks. Seine Kritik an Keynes beinhaltet unter anderem folgende Punkte:

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