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Aktien Europa Im Fokus: Bewertungen und Anstieg der langfristigen Anleiherenditen

Gastautor: Markus Hampel
15.06.2015, 07:45  |  5440   |   |   

Für uns als Value-Investoren sind derzeit zwei Faktoren besonders interessant: Zum einen ist zu beobachten, wie sensibel einige Sektoren auf einen Anstieg der Zinssätze reagieren. Zum anderen sehen wir, wie deutlich sich die Fundamentaldaten für Europas Zykliker verbessert haben.

In den zurückliegenden Wochen war ein drastischer Anstieg der langfristigen Zinssätze zu beobachten. Dabei überraschte die Dynamik des Anstiegs und erwischte viele Anleger auf dem falschen Fuß. Die Renditen für 10-jährige deutsche Bundesanleihen beispielsweise gingen seit Ende 2013 um knapp 200 Basispunkte zurück und erreichten am 17. April 2015 einen historischen Tiefststand von 0,07%, bevor sie in nur wenigen Wochen auf rund 1 Prozent nach oben schnellten. Obwohl das nun erreichte Renditeniveau immer noch charakteristisch für ein Niedrigzinsumfeld ist, reagierten die Kurse von Aktien bestimmter STOXX 600-Sektoren äußerst heftig auf den abrupten Anstieg. Daran wird einmal mehr deutlich, wie schwach das Fundament war, auf dem die mehrmonatige Rally in diesen Sektoren basierte.

Seit Ende des ersten Quartals 2014 hatten sich Aktien von Sektoren wie z.B. Pharma, Basiskonsumgüter, Nahrungsmittel und Immobilien, die ein hohes Dividendenniveau oder anleiheähnliche Eigenschaften aufweisen, deutlich besser als der Gesamtmarkt entwickelt. Die Bewertungen in diesen Sektoren, die wir schon im vergangenen Jahr für übertrieben hielten, erreichten Anfang 2015 neue historische Rekorde, jedoch nicht etwa infolge überzeugender Fundamentaldaten, sondern allein wegen des starken Rückgangs der Anleiherenditen. Daher überrascht es kaum, dass der jüngste Anstieg der Anleiherenditen in der Eurozone genau diese Sektoren besonders stark in Mitleidenschaft zog. Unabhängig davon, wie sich das Zinsumfeld in den kommenden Monaten entwickeln wird, halten wir es für riskant, in Aktien oder Sektoren zu investieren, deren weitere Performance nicht auf unternehmerischen Fundamentaldaten, sondern auf externen und schwer vorhersehbaren Faktoren beruht.

Positive Effekte von Euroschwäche und Ölpreisrückgang werden weiterhin unterschätzt

Erfreulich ist, dass in der abgelaufenen Berichtssaison die meisten europäischen Unternehmen die Konsensschätzungen übertroffen haben, die nach wie vor von einem niedrigen Gewinnwachstum ausgehen. Wir sind der Auffassung, dass der Markt die positiven Effekte der Euroschwäche und des Ölpreisrückgangs sowie insbesondere den operativen Hebel der europäischen Unternehmen immer noch unterschätzt. Das gilt vor allem für Zykliker, die während der Krise einiges unternommen haben, um ihre Prozesse neu zu strukturieren. Ein Paradebeispiel hierfür ist Capgemini, einem Titel aus unserem paneuropäischen All-Cap-Fonds METROPOLE Selection. Die Anstrengungen, die das IT-Beratungsunternehmen in den letzten drei Jahren unternommen hat, fanden am Markt bisher kaum Anerkennung. Dabei ist Capgemini aufgrund der Umstrukturierungs-maßnahmen nun in der Lage, ähnlich hohe Margen wie sein Mitbewerber Accenture zu erzielen. Erst vor kurzem hat der Markt begonnen, den verbesserten Börsenstatus zu honorieren.

Zahlreiche andere europäische Unternehmen haben ähnliche Maßnahmen wie Capgemini ergriffen. Auch sie dürften im kommenden Zyklus ihre Ertragskraft wahrscheinlich deutlich steigern. Diese Tatsache ist jedoch noch nicht in den Kursen eingepreist.

 

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