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Rohstoffe - Öl Öl-Angebot wird sinken

Gastautorin: Ingrid Heinritzi
02.07.2015, 07:33  |  2216   |   |   

Experten gehen von deutlicher Verringerung des Überangebots aus. Dies sollte sich auf den Preis auswirken.

Die USA setzten in der dritten Juni-Woche eine neue Rekordmarke ihrer Ölproduktion. Doch der Trend dürfte auslaufen. Die Analysten erwarten daher langfristig einen höheren Ölpreis. Die Ölproduzenten, dazu zählen große wie Total oder BP und aufstrebende wie Hillcrest Petroleum, sollten profitieren.

 

Wer heute seine Produktion aufbauen kann, ist langfristig der Gewinner. Denn die Kosten für Bohrtürme und gut geschultes Personal dürften derzeit und wohl auf absehbare Zeit nach unten gehen. Da die Nachfrage nach den Gerätschaften mit dem Ölpreis gesunken ist. Immerhin stellen viele Öl-Gesellschaften ihre Explorationsbohrungen und die Erschließung neuer Ölquellen hinten an. Dies ist insbesondere in Nordamerika der Fall, wo in weiten Teilen der Ölgebiete die Kosten im Vergleich zum aktuellen WTI-Ölpreis zu hoch liegen. Doch langfristig bietet diese Lage gute Chancen für aufstrebende Unternehmen mit geringen Kosten. Zu diesem Kreis gehören Gesellschaften wie die kleine und noch sehr spekulative Hillcrest Petroleum (ISIN: CA4315311023). In diesem Umfeld können Investoren, die Einzelaktienrisiken scheuen zudem auf marktbreite ETFs wie das iSharesS&P Commodity Producers Oil and Gas (DE000A1JS9C0) als zusätzliche Diversifikation in ihrem Portfolio greifen.

Immerhin könnte sich das derzeitige Überangebot am Ölmarkt mit der Zeit ins Gegenteil drehen. Laut einem Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) für die nächsten fünf Jahre soll das Nachfragewachstum jährlich bei durchschnittlich 1,1 Millionen Barrel Öl pro Tag liegen. Dagegen prognostiziert die IEA auf der anderen Seite ein Angebotswachstum von nur noch rund 0,86 Millionen Barrel Öl täglich. Damit würde sich das noch herrschende Überangebot deutlich verringern. Damit sollte auch der Preis der Weltkonjunktur-Schmiere langfristig unterstützt sein.

Aktuell sieht es so aus, dass die aktiven Ölbohrungen insbesondere bei Schieferölprojekten zurückgehen. Doch noch ist die US-Ölproduktion aufgrund von Effizienzsteigerungen geklettert und die Öllager insbesondere in den USA sind gut gefüllt. Auch die OPEC-Lagerbestände sind im Juni um etwa 10 Prozent gegenüber Mai angewachsen. In diesem Umfeld ist es besonders wichtig, wie hoch die Produktionskosten eines Ölunternehmens sind, um die Konkurrenzfähigkeit beziehungsweise sogar die Überlebenschancen einschätzen zu können.

Im Vergleich zur Schieferölgewinnung, die in Nordamerika einen Ölpreis von durchschnittlich etwa 62 US-Dollar für Rentabilität braucht, stehen Gesellschaften wie Hillcrest Petroleum (ISIN: CA4315311023) gut da. Denn der kleine aufstrebende Ölproduzent bearbeitet konventionelle Ölquellen. „Selbst bei einem Ölpreis von 40 US-Dollar je Barrel haben wir noch einen positiven Cash-flow“, so Hillcrest-CEO und -Chairman Don Currie. Als Besonderheit kommt noch die Qualität des geförderten Öls hinzu. So erhält Hillcrest etwa fünf US-Dollar mehr je Barrel für sein Öl als der normale WTI-Preis wäre. Die derzeit zwei Projekte von Hillcrest, die beide Öl fördern, sind in den flachen Gewässern im Golf von Mexiko und auf dem Lande in Newton County, Texas.

Im Golf von Mexiko produziert das Unternehmen auf mehreren offshore-Liegenschaften, dem Projekt Genie, aktuell rund 225 Barrel Öläquivalent (Zusammensetzung: 76 Prozent Öl und 24 Prozent Gas) pro Tag. Zusätzliche ölträchtige angrenzende Felder wurden bereits ausgemacht. Weiter fließt Öl aus dem großen Portfolio von Öl- und Gasfeldern in Newton County im Osten Texas. Rund 1100 Acre, was etwa 4.451 Quadratkilometern entspricht, besitzen die Amerikaner dort. Derzeit fließen täglich 80 Barrel Öl sowie 580.000 Kubikfuß Gas aus den bereits erschlossenen und überarbeiteten Quellen. Dieses texanische Onshore-Projekt, genannt Hartburg, benötigt nur ungefähr 12 US-Dollar Produktionskosten je Barrel Öl.

Erklärtes Ziel des Hillcrest-Management, das immerhin 30 Prozent des Unternehmens besitzt, ist Wachstum durch die weitere Entwicklung von existierenden und zudem neuen Öl- und Gasquellen zu erreichen. Bis Ende 2015 soll eine tägliche Fördermenge von 750 Barrel Öläquivalent pro Tag erreicht werden. CEO Currie ist zudem durchaus gewillt auch günstige neue Projekte seinem Projekt-Portfolio hinzuzufügen, sofern der Preis und das Potenzial zusammen passen.

Der Wert von Hillcrests Öl- und Gasfeldern dürfte die momentan sehr geringe Marktkapitalisierung von rund 1,5 Millionen Euro um ein Vielfaches übersteigen. Denn die bekannten Reserven können mit einem Wert von zirka 18 Millionen US-Dollar bewertet werden. Sicherlich sind sehr kleine Unternehmen im Ölsektor wie Hillcrest sehr spekulativer Natur und daher nur etwas für risikobereite Anleger und zur Depotbeimischung geeignet.

 

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