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Brent und WTI: Unterstützungen werden getestet im Ölpreis
Foto: Rolff Images - Fotolia

Brent und WTI Unterstützungen werden getestet im Ölpreis

20.07.2015, 09:53  |  3116   |   |   

In Erwartung eines weiterhin hohen Öl-Überangebots auf den Weltmärkten setzte sich bis zum Schluss der vergangenen Woche eine schwächere Tendenz durch. So wurde die untere Begrenzung einer Range im WTI sowie im Brent jeweils getestet. Die Fakten zum Ölmarkt sind weiterhin bärisch zu interpretieren. So könnte sich in den kommenden Handelstagen und Wochen auch ein Test des März-Tiefs durchsetzen. Lediglich der stabile Ölpreis innerhalb der Range der vergangenen Tage trotz weiterhin schwacher Fundamentaldaten könnte aufzeigen, dass die negativen Faktoren schon eingepreist sind. Positive Überraschungen daher in den kommenden US-Lager- und Produktionsdaten hingegen auch eine Gegenbewegung auslösen dürften, getrieben von kurzfristigen Shorteindeckungen. Charttechnisch wären neue Tiefs in der seit Ende Juni laufenden Abwärtsbewegung negativ und würden nochmals Kursverluste anschieben.

Die Fakten – ein Überblick:

  • Die weltweite Rohölproduktion läuft auf vollen Touren, die Nachfrage übersteigt nicht das Angebot und die Rohöllager sind gut gefüllt. Nachfragebelebung trifft zudem auf die Bereitschaft der Produzenten, mehr Öl zu fördern. Die Staatsfinanzen einiger Rohölexportierender Länder (z.B. Russland und Venezuela) sind dringend auf die Einnahmen angewiesen.
  • Mit wieder nachlassenden Ölpreisen im zweiten Halbjahr 2015 rechnet die Internationale Energieagentur IEA. Aufgrund des weiterhin hohen Ölangebots in Verbindung mit den fast ausgeschöpften Lagerkapazitäten geht die IEA trotz einer zu erwartenden Nachfragebelebung von einem Ende der Ölpreisrally aus.
  • Saudi-Arabien als die Ölmacht in der OPEC und weltgrößter Förderer hat eine Senkung der Förderquoten bislang verhindert. Saudi-Arabien will die Konkurrenz klein halten als auch den ungeliebten IRAN schwächen, der nun mit einer zu erwartenden schrittweisen  Aufhebung der Sanktionen als weiterer Öl-Anbieter in Frage kommen wird. Saudi-Arabiens Ölförderung ist auf dem höchsten Stand der vergangenen neun Jahre, auch im Juni 2015 wurde die Produktion nochmals angehoben.
  • Die US-Ölindustrie hingegen scheint an Boden zu gewinnen. Der Trend, aktive Bohrlöcher stillzulegen, hat nach den jüngsten Daten sein Ende erreicht. Die US-Ölindustrie hat bislang keinen nachhaltigen deutlichen Einbruch in der Ölproduktion erlitten. Zudem warnt Goldman Sachs davor, dass es bei einem Preisniveau von ca. 60 US-Dollar zu einer Ausweitung der US-Förderkapazitäten im Schieferölsektor führen könnte, da es den US-Produzenten in den vergangenen Monaten gelungen sei, die Kosten um rund 20% zu senken.
  • An preistreibenden Faktoren hingegen bleibt der kriegerische Konflikt im Jemen sowie in Libyen bestehen. Von dieser Seite derzeit kaum Impulse. In den vergangenen Wochen konnte trotz Bürgerkrieg die libysche Ölgesellschaft rund 564 000 Barrel pro Tag fördern mit steigender Tendenz.
  • Der Iran produziert derzeit 1,4 Mill. bpd, kurzfristig könnte der Iran in den kommenden Monaten rund 2 Mill. bpd fördern. Nach Ende der Sanktionen wird eine Fördermenge von ca. 4 Mill. Bpd angestrebt. Dieses zusätzliche kurzfristige Angebot könnte im ersten Halbjahr 2016 auf den Markt drängen, der vollen Umfang der iranischen Ölproduktion dürfte aber erst im zweiten Halbjahr 2016 erreicht werden können, da der Iran in den zurückliegenden Jahren kaum in die Öl-Infrastruktur investieren konnte.
  • Das zusätzliche iranische Öl könnte einerseits zu einem vermehrten Angebot führen – allerdings erwartet die IEA, dass die Ölförderung ausserhalb der OPEC-Länder stagniert oder gar leicht rückläufig ist, zudem soll die Nachfrage in 2016 ansteigen. Damit könnte der Einfluss des iranischen Öls neutral bleiben.
  • Langfristig im Sinne der kommenden Jahre besteht die Aussicht auf steigende Ölpreise, nachdem die Investitionen in der Erdölförderung in den vergangenen Monaten deutlich zurückgeschraubt worden sind und aufgrund der niedrigen Ölpreise einige Marktteilnehmer langfristig aufgeben könnten.

 

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