DAX-0,11 % EUR/USD-0,74 % Gold+0,65 % Öl (Brent)+0,68 %

Finanzportale wallstreet:online mit klarer Kampfansage an onvista

Nachrichtenquelle: 4investors
28.07.2015, 13:27  |  1792   |   |   

wallstreet:online will zum zweitgrößten Finanzportal in Deutschland aufsteigen. Im Interview mit der Redaktion von www.4investors.de erläutert Firmengründer- und Chef André Kolbinger, wie er dies schaffen will. Er setzt dabei unter anderem auf Content und auf Google. Kolbinger spricht in dem Interview auch über die Kooperation mit Banken sowie über künftige Gewinntreiber. Dabei gibt er eine sehr konkrete Prognose ab. Er erklärt in dem Exklusivinterview zudem die Hintergründe des anstehenden Kapitalschnitts und denkt laut über die Konsolidierung der Branche nach.


Im Ranking der Wirtschaft- und Finanzwebseiten hat finanzen.net derzeit eindeutig die Nase vorn. Diese Position hatte wallstreet:online vor Jahren inne. Hat sich das Unternehmen in der Folge zu sehr auf seinen frühen Lorbeeren ausgeruht?

Kolbinger: Finanzen.net macht einen exzellenten Job, das kann man leider nur neidlos anerkennen und als Vorbild nehmen. Die Entwicklung von Finanzen.net zeigt aber vor allem eines, nämlich dass man mit Investitionen in gute Inhalte und in Technologie sehr viel erreichen kann. Alle anderen Finanzseiten haben da in den letzten Jahren zu wenig getan, auch wir. Das wollen wir nun nachholen. Wir denken, dass wir mit dieser Strategie die Leserzahlen auf mittlerer Sicht durchaus verdoppeln können.

Sie wollen bis Ende 2016 die Nummer 2 unter den deutschen Finanzportalen werden. Das ist eine Kampfansage unter anderem gegenüber Onvista. Wie soll das gelingen?

Kolbinger: Ja, das ist es. Wir setzen stark auf eigene, gute redaktionelle Inhalte. Zudem werden wir zahlreiche neue Funktionen in der Community schaffen, die es den Lesern ermöglichen sollen, relevante Inhalte schneller zu finden und gezielter zu diskutieren. Wir denken, dass sich die Mehrzahl der Leser vor allem für klare Meinungen und Handlungsempfehlungen interessiert. Die Bedeutung von reinen „Kurslisten“, „Kursabfragen“ oder Aktiensuchen sehen wir gegenüber guten redaktionellen Inhalten als untergeordnet an.

Bei vielen allgemein ausgerichteten Newsportalen schnellen die Leserzahlen nach oben. Bei Ihnen stagnieren sie eher. Ist die Community allein nicht mehr als Wachstumstreiber geeignet? Werden Sie künftig verstärkt auch auf andere Aspekte setzen?

Kolbinger: Wir leiden wie fast alle Börsenportale darunter, dass die Aktienkultur in Deutschland nach wie vor unterentwickelt ist. Die Hausse der letzten Jahre ist ja bekanntlich auch an sehr vielen deutschen Privatanlegern weitestgehend vorbeigegangen. “Festgeld vor Aktie“ ist leider immer noch der Trend. Auf diese Abhängigkeit können wir nur bedingt einwirken. Wir glauben aber auch hier, dass Aktienkultur vor allem über redaktionelle Inhalte und Diskussionen zu allgemeinen Wirtschafts- und Finanzthemen aufgebaut werden kann. Hier werden wir ansetzen.

Es gab jüngst ein Gerichtsurteil, das Forenbetreiber stärker in die Pflicht nimmt. Eine Userbeleidigung kann demnach auch finanzielle Folgen für den Betreiber eines Forums haben. Wird das auf wallstreet:online Auswirkungen haben?

Kolbinger: Als Forenbetreiber haftet man nur, wenn man bei berechtigten Fehlermeldungen und Löschungsverlangen nicht reagiert. Wir reagieren aber. Bisher wurden wir nur extrem selten verklagt und haben noch keinen Prozess diesbezüglich verloren. Wir gehen davon aus, dass wir aus dieser Richtung auch in Zukunft nichts zu befürchten haben.

Geplant ist eine Ausdehnung der Redaktion. Werden Sie dadurch aktueller oder gehen Sie mehr in die Tiefe?

Kolbinger: Ich würde sagen beides: Wir recherchieren mehr eigene Themen, führen Interviews mit Experten aus Wirtschaft, Politik und Finanzen und gewinnen durch den Ausbau der Redaktion mehr an Fahrt. Wir werden den Informationsmehrwert für den Leser erhöhen, was ihn zwangsläufig stärker an wallstreet-online.de bindet.

Verschiedene Verlage klagen über Google und deren Methoden. Stimmen Sie in dieses Lied ein? Oder verfolgen Sie eine besondere Google-Strategie?

Kolbinger: Wir sehen die Platzierung bei Google und Google News als wichtigen Verbreitungskanal für unsere Inhalte, mit dem wir neue Leser gewinnen können. In diesem Sinne gehört die Bereitstellung unserer Inhalte für Suchmaschinen, ebenso wie die Verbreitung über soziale Netzwerke, zur redaktionellen Strategie von wallstreet-online.de. Wenn wir dadurch die Leserzahlen erhöhen können, um so besser.

Seite 1 von 4


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel