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Rohstoffe - Silber: „Die Nachfrage wird steigen“
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Rohstoffe - Silber „Die Nachfrage wird steigen“

Gastautorin: Ingrid Heinritzi
17.08.2015, 08:02  |  9122   |   |   

Silver Institute Experte sieht Silbernachfrage steigend

Michael DiRienzo, Executive Director vom Silver Institute, sieht den Silbermarkt im dritten Jahr in Folge in einem physischen Defizit. Welche Einflußfaktoren dafür Pate stehen erklärt der Silbermarkt-Experte im Interview.



Michael, in den vergangenen Wochen hatte es den Anschein, dass die Silbernachfrage nach oben geht. Kommt dies mehr von der Investment- oder der Industrie-Seite?

Michael DiRienzo: Während der ersten Hälfte dieses Jahres erlebte der Silbermarkt eine wachsende Nachfrage nach Schmuck und wichtigen industriellen Anwendungen. Das sind zwei Signale des Nachfragewachstums für das vielseitigste aller Metalle. Auf der Investmentseite war die Nachfrage der Privatanleger für das weiße Metall in der ersten Jahreshälfte 2015 robust, obwohl der gesamte Edelmetallmarkt schwierig war. Im Jahresverlauf bis zum 24. Juli stiegen die Bestände der weltweiten Silber-ETFs um mehr als 4,7 Millionen Unzen. Das impliziert, dass diese Investoren den Silbermarkt langfristig eher positiv bewerten. Silberschmuck, eine Hauptstütze der Silbernachfrage, war in der ersten Hälfte 2015 stark gesucht. In den USA sprangen die Importe von Silberschmuck bis Ende Mai um 11 Prozent nach oben. Die USA sind gemessen am US-Dollar-Wert der größte Importeur von Silberschmuck. Diese Nachfrage hat daher Einfluss auch auf den Silberhandel in Asien. US-Importe von Thailand stiegen um 18,5 Prozent bis Ende Mai und das China-Geschäft zeigte in derselben Periode einen Anstieg um 14 Prozent. Die Edelmetall-Beraterfirma GFMS Thomson Reuters erwartet, dass der weltweite Silberschmuckmarkt um 5 Prozent im Jahr 2015 wachsen wird.


Was ist der Hauptantrieb auf der industriellen Seite?

DiRienzo: Nahezu 60 Prozent der Silbernachfrage ist an den industriellen Gebrauch gekoppelt. Daher sieht die Rolle von Silber in einigen wichtigen Bereichen der industriellen Anwendungen immer besser aus. GFMS prognostiziert ein Wachstum bei industrieellen Anwendungen von Kupfer um 2 Prozent im laufenden Jahr. Im Bereich der erneuerbaren Energien wird erwartet, dass die Silbernachfrage von Solaranlagenherstellern dieses Jahr um 8 Prozent auf 65 Millionen Unzen steigt. Der Anstieg reflektiert die ausgedehnte Produktion von Solarzellen und die höhere Anzahl von Installationen. Der Anstieg ist zudem auf den US-Markt zurück zu führen, auf dem es eine Zunahme der Solar-Installationen im Jahresvergleich um 76 Prozent im ersten Quartal 2015 gegeben hat. China und Indien haben beide aggressive Pläne bei der Solar-Installation. Es wird erwartet, dass sie helfen werden das Wachstum des Sektors ebenfalls zu unterstützen.


Wie sieht es außerhalb der Solar-Märkte aus?

DiRienzo: Es wird erwartet, dass die Silbernachfrage der Ethylenoxid-Hersteller 2015 auf 86 Millionen Unzen steigen wird. Das wäre eine Steigerung um 61 Prozent gegenüber 2014. Der größte Anteil dieser Ausweitung wird von chinesischer Nachfrage kommen. Ethylenoxid ist ein wichtiger Chemiegrundstoff für die Produktion von Plastik, Lösungsmitteln, Reinigungsmitteln und einer breiten Palette organischer Chemikalien. Dieser Bereich ist ein weiteres Beispiel der unvergleichbaren Wichtigkeit von Silber in der Industrie.


Zu den Nachfragern gehört auch die Elektroindustrie…

DiRienzo: …deren Nachfrage jedoch nur leicht steigen dürfte. Es wird erwartet um 0,4 Prozent. Ein Rückgang der Silbernachfrage bei Tablet- und Computer-Herstellern, deren Verkäufe 4,5 Prozent zurückgehen könnten, sollte von einem Anstieg der Nachfrage durch Mobiltelefonproduzenten, die um 3 Prozent mehr verkaufen, ausgeglichen werden.


Wird die industrielle Nachfrage dennoch substanzielle über die nächsten Jahre steigen?

DiRienzo: In der Tat glauben wir das. Die Nachfrage wird steigen, da sich die Weltwirtschaft erholt.


Doch wird die Silber-Nachfrage auch stärker steigen als das Silber-Angebot?

DiRienzo: Es wird erwartet, dass sich der Silbermarkt 2015 in einem Defizit von 57,7 Millionen Unzen befinden wird, da das Angebot schrumpft und die physische Nachfrage wächst. Das würde das dritte Jahr infolge den Markt in physischem Defizit zeigen. Wenn auf dem Markt das Minen-Angebot nicht ausreicht, müssen die Verbraucher auf Lagerbestände zurückgreifen. Das schmälert über die Zeit das zugängliche Angebot.

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