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Lithium-Boom Kalifornien verbietet Verbrennungsmotoren

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Gastautor: IR-Nachrichten
18.08.2015, 10:33  |  31053   |   

„Kalifornien verbietet Verbrennungsmotoren“, so oder ähnlich könnten schon bald die Überschriften in den Zeitungen lauten, zumindest wenn es nach Mary Nichols geht, Chefin der kalifornischen Lufterhaltung-Kommission (Quelle).

Das hört sich nach sehr schwierigen Zeiten für Autobosse und PS-Protze an, doch in Wahrheit handelt es sich um einen der zukunftsträchtigen Märkte mit gewaltigen Chancen nicht nur für Autobauer, sondern auch für Investoren.

Eine schöne saubere Welt – doch wo investieren?

Capital Manager Research hat für Sie Zahlen, Daten, Fakten sowie alle Hintergründe zu einem der wohl spannendsten Investment-Themen kompakt zusammengefasst und für Sie eine unbekannte Aktie gefunden (noch unbekannt!).

  1. Tesla die Erfolgs-Story: Verschnaufpause bis 2016?
  2. Wer sind die grössten Profiteure des Lithium-Booms?
  3. Pure Energy Minerals Ltd.: Die Lithium-Aktie mit den besten Aussichten?
  4. Wer bestimmt den Lithium-Preis?
  5. Welche Arten von Lithium gibt es?
  6. Wie können Sie als Investor vom Lithium-Boom profitieren und wo liegen Gefahren?

 

Sicherlich ist auch Ihnen letzte Woche nicht entgangen, dass Apple auf ein abgeschirmtes Auto-Testgelände möchte. Eines ist jedoch klar: Es werden dort keine Verbrennungsmotoren getestet.

Die unsichtbare Blockade scheint überwunden zu sein. Luftverschmutzer werden in absehbarer Zeit von sauberen und sparsamen Elektromotoren abgelöst – und das gilt auch für Ihr Zuhause! Einige von Ihnen wissen es bereits schon: In den Batterien der E-Motoren befindet sich ein wertvoller Rohstoff mit dem Namen „Lithium.“

Lithium: Der Rohstoff mit dem grössten Potential?

Seit dem Jahr 2000 steigt die Nachfrage nach Lithium im Schnitt um 20% pro Jahr an. Bis zum Jahr 2020 erwarten Branchenexperten Wachstumsraten von durchschnittliche 12%. Diese starke Nachfrage hat in den letzten Jahren für einen aussergewöhnlich starken Aufwärtstrend beim Lithium-Preis gesorgt: Von $2.000/Tonne im Jahr 2004 hat sich der  Preis mittlerweile auf knapp $6.000/Tonne verdreifacht.

Allerdings werden die Preise direkt zwischen Käufer und Verkäufer ausgemacht, sprich zwischen der Industrie und den Produzenten, sodass Anleger am Lithium-Preisboom nicht direkt partizipieren können, wie z.B. mit Futures oder sonstigen Derivaten.

Jetzt stellt sich die Frage, ob Anleger mit der Industrie (Nachfrageseite) oder den Produzenten (Angebotsseite) mehr Geld verdienen können.

Foto: Der neue Tesla Model S P85D überzeugt mit einer Reichweite von bis zu 407 km mit einer 85 kWh Lithium-Batterie (691 PS, von 0 auf 100 km/h in 3,2 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 250 km/h, Basispreis ca. 95.000 Euro, Testbericht hier)

Tesla gilt mit seinen innovativen Elektroautos und neuartigen Energiespeicher als der trendigste Profiteur des boomenden Energiespeicher-Marktes. Experten rechnen mit einer Verzehnfachung der Produktionskapazitäten für Lithium-Batterien in den nächsten 5 Jahren. Kein Wunder also, dass jüngst darüber berichtet wurde, wie Tesla auffällig viel Land in Nevada akquiriert hat. Tesla rüstet sich für den rasanten Anstieg der Nachfrage, der erst am Anfang sein dürfte. Zusammen mit Panasonic  investierte Tesla demletzt $5 Milliarden, um in Nevada  eine Gigafabrik („The Gigafactory“) für Lithium-Ionen-Batterien zu bauen.

Während in einem Smartphone nur 2 Gramm Lithium verbaut sind, werden in einem Elektroauto 28.000 Gramm eingesetzt. Für die Herstellung eines Energiespeichers mit  1 Megawatt (MW) Kapazität werden aktuell etwa 700.000 Gramm Lithium benötigt.

Alles in allem scheint Tesla gute Karten zu haben, als frühzeitiger Pionier mit innovativen Produkten und Lösungen im revolutionären Energiespeicher-Markt zum Brancheprimus aufzusteigen. Allerdings sehen einige Branchenexperten wie Chris Berry auch bei Tesla mittelfristiges Konsolidierungspotenzial nach den starken Aktienkursanstiegen der letzten Jahre (+700% seit 2012).

Vor kurzem sagte Teslas Geschäftsführer Elon Musk, dass die Batterie-Sparte dieses Jahr zwischen $40 und $50 Mio. Dollar an Einnahmen generieren sollte. 2016 soll es 10-mal so viel sein und 2017 sollen es schon „ein paar Milliarden“ sein. Wie Berry treffend formulierte:

„Das wäre ein erstaunliches Wachstum und diese Zahlen werden sicherlich einige Augenbrauen hochziehen lassen. Man kann nur hoffen, dass sie akkurat sind, sowohl für Tesla-Aktionäre als auch jedem anderen Anleger, der entlang der Batterie-Zulieferkette investiert hat. Musk sagte auch, dass Tesla über $1 Mrd. Dollar an Powerpack-Batterie-Reservierungen hätte, schob dann allerdings die Worte hinterher ‘sofern sie echt sind‘. Netter Hedge!“

Der weltweit grösste Lithium-Ionen-Batteriehersteller  mit einem Marktanteil von ca. 20% ist Panasonic. Jedoch zeigt dieses Unternehmen, wie hart umkämpft der Batterie-Markt tatsächlich ist und wie schwierig es Batterie-Hersteller haben (einschliesslich Tesla): Geringe Betriebsmargen von weniger als 6%! Ein Preiskrieg unter den Batterie-Hersteller ist allgegenwärtig und dürfte sich in Zukunft noch weiter zuspitzen. Dies ist für Endkunden/Konsumenten natürlich gut, für die Aktie des Unternehmens wohl weniger. (Siehe auch Artikel „Wie Batterien im Supermarkt“)

„Das Optimale Lithium-Portfolio“

Unter dieser Überschrift diskutierte Chris Berry demletzt, wo die optimale Position für Anleger in der Batterie-Wertschöpfungskette ist. Zugleich fragt Berry:

Wenn Lithium nur 2-3% der Gesamtkosten einer Lithium-Ionen-Batterie ausmacht, wie gross kann da der Hebel für Anleger sein, die einen Preisaufschwung bei Lithium erwarten?“

Die grössten Profiteure eines Lithium-Booms werden unweigerlich die Lithium-Produzenten sein. Ein Einstieg in einen angehenden Produzenten sollte noch mehr lohnen. Wie die folgende Grafik zeigt, gibt es 3 Möglichkeiten, Lithium zu produzieren:

Da die Lithium-Produktion aus Salzwasser („brine“ bzw. Sole) mit $1.500-3.000 Dollar pro Tonne wesentlich günstiger als die Produktion aus Hartgestein („hard rock“) oder Tongestein („clay“) ist, so werden diejenigen Produzenten über die grössten Gewinnmargen verfügen, die aus Salzwasser produzieren. Bei einem aktuellen Marktpreis von $6.000 Dollar pro Tonne ergibt sich somit ein Gewinnpotential von bis zu $4.500 Dollar pro abgebauter Tonne.

Im Vergleich der angehenden Lithium-Produzenten sticht vor allem Pure Energy Minerals Ltd. (TSX.V: PE; Frankfurt: A111EG) heraus:

Während Lithium Americas Corp. und Western Lithium USA Corporation vor kurzem fusionierten, so fällt Pure Energy mit einer Marktkapitalisierung von lediglich $10,4 Mio. Dollar auf. Allerdings ist der obige Vergleich vom 30. Januar 2015 und die Aktie von Pure Energy konnte seitdem um mehr als 30% ansteigen, da das Unternehmen vor 2 Wochen vom Explorer zum Reserven-Entwickler aufgestiegen ist. Die Machbarkeitsstudie („Feasibility Study“) soll demnächst beginnen und im ersten Halbjahr 2016 abgeschlossen sein.

Ende Juli veröffentlichte Pure Energy die allererste NI-43-101 konforme Ressourcen-Kalkulation von ihrer Clayton Valley Lithium-Lagerstätte in Nevada, USA. Die Aktie stieg in Kanada und Deutschland recht stark an, konsolidierte jedoch seit dem Allzeithoch bei $0,47 wieder. Nach erfolgreicher Schliessung des Gaps kann technisch gesehen mit einem Weiteranstieg gerechnet werden. Die fundamentalen Gründe für einen nachhaltigen Weiteranstieg sind wie folgt:

  • Die 1. offizielle Ressourcen-Schätzung zeigte 816.000 Tonnen Lithium aus Salzwasser, die beim aktuellen Marktpreis von $6.000/Tonne einen Wert von $4,9 Mrd. hätten.
  • Da Pure Energy eine bewährte Fördertechnologie zum Einsatz lassen kommen will, die relativ geringe Betriebskosten hat, so werden Produktionskosten im Bereich von $1.500/Tonne erwartet.
  • Somit würde sich Pure Energy ein Gewinnpotential von $4.500/Tonne eröffnen, sodass mit 816.000 Tonnen Lithium etwa $3,7 Mrd. verdient werden können.
  • Die Clayton Valley Lithium-Lagerstätte befindet sich nur ein paar Autostunden von Teslas Gigafabrik in Nevada entfernt.
  • In Kürze startet ein neues Bohrprogramm über 20 Löcher, wobei einige dieser Bohrlöcher alsdann als Förderquellen genutzt werden sollen. Die 1. Ressourcen-Schätzung von vor 2 Wochen dürfte mit diesen Bohrungen substantiell vergrössert werden, denn die Lagerstätte ist noch immer in alle Richtungen offen und somit vergrösserbar. Die aktuelle Schätzung basiert nur auf einer Breite/Mächtigkeit der Lithium-Schichten von 300 Meter. 
  • Heute, am Dienstag den 18. Juli, hat Pure Energy eine Telefonkonferenz für Aktionäre organisiert, um die 1. Ressourcen-Schätzung zu erklären und auf Fragen einzugehen. Der starke Aktienkursanstieg direkt nach Veröffentlichung beruht wohl darauf, dass insitutionelle Investoren typischerweise nur Rohstoffaktien kaufen dürfen, wenn eine NI43-101-Ressource existiert, da alsdann das Risiko erheblich reduziert wurde. An der heutigen Telefonkonferenz dürften zahlreiche Analysten und Wertpapierhändler von den grossen kanadischen und US-amerikanischen Banken und Brokern anwesend sein. Ein starker Aktienkursanstieg könnte folgen.
  • Pure Energy wird zunehmend bekannter. Nachdem institutionelle Investoren wie Investment-Banken seit 2 Wochen die Aktie kaufen dürfen, sollten Analysten-Reports und Einschätzungen demnächst stark zunehmen. Am 1. August erschien in der USATODAY der Artikel „Buffett, Musk To Spark A Lithium Boom“, indem auch Pure Energy erwähnt wurde (frei übersetzt aus dem Englischen):

 

“Das Problem ist, dass diese drei oder vier grossen Lieferanten für Angebot und Nachfrage verantwortlich waren, jedoch werden sie nicht in der Lage sein, die Lithium-Nachfrage zu befriedigen“, sagte Dr. Andy Robinson, der in Geochemie promovierte und der COO von Energy Minerals (OTMKTS:HMGLF) ist.

Wie Robinson erklärt ist Lithium nicht gleich Lithium. Verschiedene Arten werden zu unterschiedlichen Preisen verkauft. Zum Beispiel verkauft sich Lithium-Carbonat für etwa $6.000 pro Tonne und wird für die Herstellung von neuen Batterie-Technologien eingesetzt. Jedoch verwenden Viele der neuen Batterie-Technologien – insbesondere die von Tesla – Lithium-Hydroxid als Ausgangsmaterial, das etwa $2.000 pro Tonne mehr kostet als Lithium-Carbonat.

Und Lithium, das in Salzwasser bzw. Solen gefunden wird, ist mit Abstand am Kosteneffektivsten. Laut Dr. Robinson sind ‘Solen der beste Weg, um Lithium zu produzieren, weil es so günstig ist, da die Natur bereits all die harte Arbeit geleistet hat, um das Lithium in eine Form zu bringen, die unkompliziert aus dem Boden geholt werden kann. Alles, was man nur machen muss, sind ein paar Förderquellen zu bohren und die flüssige Sole abzupumpen.‘

Darüberhinaus gibt es nur wenige Plätze auf der Welt, wo es Lithium in ausreichend hohen Konzentrationen in Salzwässern gibt, wobei die Bekannteste in der Atacama Wüste liegt bzw. im ‘Lithium-Dreieck‘ von Bolivien, Argentinien und Chile. Das Angebot wird jedoch von Korruption und Politik bedroht, die es schwierig machen, von der fortschnellenden Nachfrage Kapital zu schlagen.

Wenn Teslas Gigafabrik startet, wird sich jeder nach kosteneffektiven Lithium-Quellen in der Nähe umschauen, was nun wiederum den Kreis schliesst, denn Pure Energy Minerals hat die womöglich einzige Zukunftssole in Nord-Amerika, und zwar in Nevada. Die einzigen anderen Solen-Ressourcen befinden sich in China, wobei diese viel kleiner sind und von chinesischen Unternehmen kontrolliert werden. 

Lithium ist zunehmend die Technologie der ersten Wahl für Batteriespeicher und wenn Teslas Gigafactory in einem Jahr Batterien produzieren wird, dann werden die Gewinner im aufkommenden Batterie-Boom die sein, die hinter dem Lithium stehen und die, die die Solen verfolgen.“ 

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