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Egbert Prior: Artec: Schub durch Streaming-Dienste

Gastautor: Egbert Prior
08.10.2015, 13:31  |  1793   |   |   

In den letzten Jahren stagnierten Umsatz und Ergebnis auf niedrigem Niveau. Eine „Schläferaktie“, die lange zwischen einem und zwei Euro dümpelte. Doch die Halbjahresbilanz lässt aufhorchen. Der Umsatz sprang um 36 Prozent auf 1,9 Millionen, der operative Gewinn explodierte um 288 Prozent auf eine knappe halbe Million. Seit Jahresbeginn schoß der Kurs um 500 Prozent auf 8,20 Euro. Im Gespräch mit der Prior Börse sprüht Vorstand Thomas Hoffmann vor Optimismus. Für 2015 stellt der Firmengründer einen Anstieg der Erlöse zwischen 30 und 50 Prozent in Aussicht. Zum einen bietet Artec Videoüberwachungs­systeme an, zum anderen Software für die Aufzeichnung und Auswertung von Fernseh- und Hörfunksendungen. Beispielsweise durchforstet ProSiebenSat.1 mit der Software das gesamte Fernsehprogramm, um Wettbewerber und die Zuschauerwanderung zu beobachten. Eine Nachrichtenagentur in Katar analysiert mit Artec-Programmen 200 TV- und Radiosender – als Grundlage der Öffentlichkeitsarbeit für den Emir. Zukunftsfantasie liegt im Internet-TV: Fachleute sind sich einig, Streamingdienste werden in den kommenden Jahren die gesamte Fernsehlandschaft umpflügen. Und genau auf diesem Feld erwartet Hoffmann einen Umsatz- und Gewinnschub. Artec hat wichtige Schlüsselkomponenten für diese Technik entwickelt. Gewissermaßen als Türöffner, um Medienunternehmen umfassende Systemlösungen anbieten zu können. Für die Ansprache internationaler Sendeanstalten baut Artec in London einen schlagkräftigen Vertrieb auf. Hoffmann berichtet über eine gute Auslastung, derzeit arbeite man am Rande der Kapazität, weitere Mitarbeiter werden gesucht. Zu Jahresbeginn flatterten Großaufträge herein, darunter die Bestellung eines 200-Kanal-Aufzeichnungssystems durch eine große Kreuzfahrt­reederei, die in der Ausbildung von Schiffskapitänen zum Einsatz kommen soll. Im laufenden Turnus dürften schätzungsweise 3,7 Millionen durch die Bücher gehen. Der Jahresüberschuß könnte bei 600.000 landen. Im kommenden Jahr könnte es dann so richtig krachen. Es kursieren Schätzungen, die einen Umsatzsprung auf 10 Millionen für möglich halten. In diesem Szenario wäre auch mit einem kräftigen Gewinnanstieg zu rechnen. Auf eine Million netto oder sogar mehr. Die Aktie hat schon reagiert. Der aktuelle Börsenwert, rund 18 Millionen, enthält Vorschußlorbeeren. Am meisten profitieren von der Rallye Thomas Hoffmann und sein Bruder Ingo, die zusammen 51 Prozent der Anteile halten. Fazit: Spannende Story, Aktie aber nicht mehr billig.

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