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Zukunft der EU Brexit - die Alternative zur EU-Mitgliedschaft? EU vor Zerreißprobe!

14.01.2016, 12:24  |  3943   |   |   

Bis Ende 2017 entscheidet die Bevölkerung Großbritanniens in einem Referendum über den Verbleib in der Europäischen Union. Erneut werden Stimmen laut, die vor den fatalen Folgen eines EU-Austritts warnen (siehe auch: EU vor Zerreißprobe? "Brexit-Referendum wird Großbritannien schaden, egal wie es ausgeht). Das sehen die Änhänger des so genannten Brexit anders und rühren ebenso die Trommeln. 

Die EU steht vor einer Zerreißprobe! Sollte sich nichts ändern, seien die ökonomischen Perspektiven Europas düster, meinte jüngst der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau in der „Welt“. Gemeint sind die Wachstumschancen und das Projekt namens Europäische Union. Diese sei ein unfertiges Projekt mit einem unklaren Ergebnis. Da läge es ja nahe, diesem Projekt „Good Bye“ zu sagen, oder nicht? Folkerts-Landau warnt: „Ohne Großbritannien hat der Rest schlechtere Chancen, auf der globalen Bühne ernst genommen werden.“ (Mehr dazu hier.)

„Keine attraktive Alternative zu einer EU-Mitgliedschaft“

Laut dem britischen EU-Kommissar für die Finanzmärkte, Jonathan Hill, seien diesbezüglich keine großen Sorgen angebracht. Er erwartet, dass sich die Briten in einem Referendum für den Verbleib in der Europäischen Union aussprechen werden. „Wir Briten mögen nicht so begeistert von der Europäischen Union sein wie andere“, sagte er der Tageszeitung „Die Welt“ und ergänzt: „Das liegt an unserer unterschiedlichen historischen Erfahrung.“

Doch, so sagt er weiter: „Die Briten sind sehr pragmatische, realistische und rationale Menschen. Wenn man die Vor- und Nachteile abwiegt, stellt man fest, dass es keine attraktive Alternative zu einer EU-Mitgliedschaft gibt. Das gilt vor allem dann, wenn die Neuverhandlungen über die britische Mitgliedschaft erfolgreich sind und wir die EU noch etwas besser machen.“ Der Ball liegt somit bei Großbritanniens Premierminister David Cameron, der bis zum Zeitpunkt des Referendums bessere Bedingungen für den Verbleib des Landes in der EU aushandeln will.

Die Befürworter eines EU-Ausstiegs würden keine schlüssigen Argumente lieferten, so Hill weiter in der Zeitung. „Großbritannien würde keinen besseren Zugang zum europäischen Markt erhalten wie versprochen. Wir müssen wie Norwegen und die Schweiz dafür bezahlen! Wir würden auch keine besseren Handelsabkommen schließen können, wenn wir nicht mehr einem Markt mit 500 Millionen Menschen angehörten. Die USA erklärten, dass sie nur mit Handelsblöcken verhandeln und nicht mit einzelnen Ländern.“

Und wie sehen das die Bürger Großbritanniens? In aktuellen Umfragen spricht sich mittlerweile jeder zweite Brite für den EU-Austritt aus. Doch das sei kein Grund zur Beunruhigung, sagte Hill der „Welt“. Die Briten würden nicht den lieben langen Tag über Europa sprechen. „Bislang ist das ein Thema für die politische Klasse. Der größte Teil der Bevölkerung wird sich erst dann mit der Frage befassen, wenn sie sich konkret stellt - also wenn das Referendum ansteht.“

Brexit - Das Aus für den Finanzplatz London?

Doch was, wenn die Bürger Großbritanniens für den Brexit votieren? Warnen auf der einen Seite Politiker und Experten seit Monaten vor den Gefahren eines Ausscheidens Großbritanniens aus der EU (siehe: „Alle würden verlieren!“ – hier lauert die wahre Gefahr für Europa), sieht das ING-Ökonom James Knightley das Unheil sogar früher aufziehen. Seiner Meinung nach ist nicht allein der Brexit das Problem, sondern das Referendum an sich. Allein die Abstimmung werde Großbritannien großen Schaden zufügen, warnt er (mehr dazu hier). Aufgrund dieser Unsicherheit würden viele Projekte und Investments erst einmal gestoppt, bis es ein klares Ergebnis gibt. Laut Knightley habe gerade das schottische Unabhängigkeitsreferendum gezeigt, dass es ausländische Investoren mit der Angst zu tun bekommen können und lieber die Finger von britischen Wertpapieren lassen.

Apropos Investoren und britische Wertpapiere: Die Möglichkeit eines Austritts des Landes aus der Europäischen Union lässt den Bankern am Finanzplatz London bereits den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Viele befürchten das Aus für London als unangefochtene Nummer eins der europäischen Finanzwelt (siehe: Brexit – Das Aus für den Finanzplatz London?). Schon als die Brexit-Gerüchte erstmals hochkochten, bereiteten zahlreiche Banken einen Abschied aus London vor. US-Großbanken wie Citigroup, Bank of America und Morgan Stanley überlegten damals, ihre Europageschäfte zum Teil nach Irland zu verlegen (siehe: EU-Austritt bedroht Finanzplatz London – Banken planen Absprung). Auch spielen die Finanzinstitute anderer Länder den Ernstfall eines Brexits durch.

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Kommentare

Es wird sowieso nicht so kommen, wie es die englische Bevölkerung will, sondern so, wie es die Elite will. An saubere Wahlen glaube ich schon lange nicht mehr. Weder in Schottland noch in Frankreich oder Katalonien und erst Recht nicht in England oder Deutschland.

Sollten es bestimmte Kreise wollen, dass England austritt, dann wird die Abstimmung auch dahingehend ausgehen. Falls nicht, dann eben nicht. Wahlfälschung ist in unserem heutigen Zeitalter leichter denn je, da alles letztendlich digitalisiert stattfindet...

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