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Nachhaltige Fonds – Schwindel oder saubere Geldanlage?

13.01.2016, 15:30  |  1427   |   |   

Börse_DAX_Nov_1Etwa vier Wochen ist es her, da hat es auf der Weltklimakonferenz einen historischen Kompromiss gegeben. Alle Länder der Erde haben dem Klimavertrag zugestimmt, der eine Eindämmung der Erdwerwärmung vorsieht. Auch die Geldanlage (lesen Sie auch einen Beitrag zu Mischfonds) hat das Thema schon seit geraumer Zeit für sich entdeckt. Profi-Anleger etwa ziehen Vermögen aus energieintensiven Industrien ab und investieren es umweltfreundlich. Divestment heißt diese Form der Geldanlage. Wie können nun Privatanleger umweltfreundlich investieren?

Welche Folgen hat der Klimawandel auf die Finanzmärkte? Dieser Frage hat sich der Vermögensverwalter Blackrock gewidmet, nachdem der amerikanische Präsident Barack Obama angekündigt hat, die Co2-Emmissionen in den kommenden 25 Jahren um ein Drittel reduzieren zu wollen. Langfristige Anleger, so schreiben die Autoren der Analyse „Der Preis des Klimawandels“, würden bereits darauf achten,  welche Industrien und Unternehmen der Abbau energieintensiver (hier der aktuelle Ölpreischart) Produktionen teuer zu stehen kommen wird. Zu Kursabschlägen dieser Werte an der Börse habe das zwar noch nicht geführt – allerdings sei es zu erwarten.

Sommer_Nordex_LandwirtschaftNämlich dann, wenn die großen institutionellen Vermögensverwalter ihre Investments aus emissionsreichen Branchen abziehen. Dieses Divestment ist durchaus begrüßenswert. Werden Unternehmen durch ihre Kapitalgeber dazu gezwungen, ihren Ausstoß an Treibhausgasen zu verringern, kann das die Energiewende beschleunigen. Ein politischer Beschluss, wie Obama ihn jüngst getroffen hat,  kann also auch an Finanzmärkten ein Bewusstsein für die Auswirkungen von Geldanlage aufs Klima haben.

Kann der Privatanleger sein Geld ebenfalls umweltbewusst anlegen? Ja, der Möglichkeiten gibt es viele: Die Zahl nachhaltiger Fonds ist in den vergangenen Jahren rapide gestiegen. Während zur Jahrtausendwende nur ein Prozent der Milliarden in Publikumsfonds in grünen Fonds investiert war, sind mittlerweile 5,2 Prozent des Fondsvermögen deutscher Anleger in den alternativen Produkten. Insgesamt beläuft sich das Volumen in nachhaltigen Fonds derzeit nach Angaben des Forums Nachhaltige Geldanlage (FNG) auf 45,5 Milliarden Euro.

Dreckschleudern in grünen Fonds

Doch es gibt zwei Probleme: Die Finanzwirtschaft dehnt den Begriff Nachhaltigkeit oft so weit aus, dass es selbst die großen Werte der Autohersteller in ihre Fondsmischung spült. Sie orientieren sich dabei an den laxen ESG-Kriterien. ESG steht kurz für Enviroment (Umwelt), Social (Sozialengagement) und Governance (Führung). Und damit schaffen es auch Umweltsünder, die täglich mit ihren Produktionen kilotonnenweise Kohlenstoffdioxid in die Luft blasen, in nachhaltige Fondsportfolios.

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