Angela Merkel "Die Ära Merkel"- Aus einem Geschichtsbuch des Jahres 2116

Gastautor: Rainer Zitelmann
14.02.2016, 16:01  |  23014   |   |   

In einem Geschichtsbuch des Jahres 2116 lesen wir in dem Kapitel "Die Ära Merkel":

Angela Merkel (CDU) war von 2005 bis 2017 Bundeskanzlerin. Sie war über weite Teile ihrer Kanzlerschaft in Deutschland sehr beliebt. Ihre Amtsperiode war von ständig sinkenden Arbeitslosenzahlen begleitet. Dies war jedoch, wie Wirtschaftshistoriker in zahlreichen Studien nachgewiesen haben, nicht Ergebnis ihrer Wirtschaftspolitik, sondern jener ihres Vorgängers Gerhard Schröder (SPD). Dieser hatte mit seiner "Agenda 2010" gegen den Widerstand seiner eigenen Partei marktwirtschaftliche Reformen eingeleitet, die die Basis für einen Wirtschaftsaufschwung und einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen legten.

In der Regierungszeit von Merkel kam es jedoch dann durch einige ihrer Entscheidungen zu einer Phase, die Historiker heute als "Erosion des Rechtsstaates" bezeichnen. Unter der Devise "Scheitert der Euro, dann scheitert Europa" betrieb sie eine Politik, die mit zahlreichen Rechtsbrüchen verbunden war. Vor allem verstieß sie gegen das sogenannte "Bail out"-Verbot des Maastrichter Vertrages. Dies trug maßgeblich dazu bei, dass sich die EU zu einer Transferunion entwickelte, die dann in den Jahren ab 2020 zu erheblichen wirtschaftlichen Belastungen Deutschlands führte und schließlich einer der Gründe für die zunehmenden Konflikte zwischen europäischen "Geber"- und "Nehmerländer" war.

Nachdem Griechenland im Jahr 2017 aus der Eurozone ausscheiden musste, wurde deutlich, dass die von Angela Merkel verantwortete "Euro-Rettungspolitik" gescheitert war. Allein die gescheiterte Griechenland-Rettung führte zu einer Belastung Deutschlands in Höhe von fast 100 Milliarden Euro.

Die wirtschaftlichen Probleme der Ära nach dem Ende der Kanzlerschaft von Angela Merkel waren jedoch auch das Ergebnis der von ihr eingeleiteten "Energiewende". Nachdem es in Japan zu einem Erdbeben und einer Reaktorkatastrophe gekommen war, entschied Merkel spontan einen sehr schnellen Ausstieg aus der Kernenergie. Bis zum Jahr 2010 war die Physikerin eher als Befürworterin der Kernenergie bekannt. Ihre Entscheidung zur Abschaltung der Kernkraftwerke war daher nicht Ausdruck innerer Überzeugungen, sondern die Machtpolitikerin Merkel wollte damit der Partei "Die Grünen" ein Wahlkampfthema wegnehmen.

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