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Interview SendR-Vorstand SendR heißt "hohes Wachstum, hochprofitabel, keine Schulden"

16.02.2016, 08:00  |  4800   |   |   

Die SendR-Gruppe ist eines der führenden unabhängigen Clearing-Häuser für die digitale Auswertung von Musikrechten, das heißt den Einkauf und Weiterverkauf von Musiklizenzen von Independent Musik-Labels. Henning Thieß, Vorstand von SendR, spricht im Interview auf wallstreet:online über die Übernahme der Phonofile AS, weitere Wachstumspläne sowie technologische Neuheiten. Zugleich räumt Thieß mit Spekulationen einiger Newsletter aus dem Sommer 2015 auf. 

SendR ist den meisten Investoren bisher kein Begriff. Erklären Sie bitte in drei Sätzen, was sie machen. 

Thieß: Die SendR SE ist mit ihren Tochtergesellschaften einer der Pioniere im Bereich des digitalen Vertriebs von Musiktiteln. Mit einem Katalog von nunmehr über 170.000 Künstlern und mehr als 1.200.000 Titeln ist die SendR-Gruppe eines der führenden unabhängigen Clearing-Häuser für die digitale Auswertung von Musikrechten. Das Geschäftsmodell der SendR-Gruppe besteht somit aus dem Einkauf von Lizenzrechten von Independent Musik-Labels und dem anschließenden Weiterverkauf über ein breites Spektrum von Onlineportalen wie iTunes und Streaming-Plattformen wie Spotify.

 

Was würden Sie ökonomisch über Ihr Unternehmen in drei Stichworten sagen?

Thieß: 1) Hohes Wachstum, 2) hochprofitabel, 3) keine Schulden.

 

Wieso kommunizieren die Rechteinhaber nicht direkt mit den Endkundenportalen, warum gibt es einen „Zwischenhändler“?

Thieß: Wir sind seit vielen Jahren Partner bei über 450 Plattformen/Kanälen (wie bspw. iTunes, Spotify, Deezer, Amazon Music), die Musiktitel, Hörbücher, Musikvideos usw. an die Endkunden vertreiben. Es ist für die einzelnen Labels bzw. Künstler nicht möglich, den Zugang zu allen Portalen zu haben. Dieses können die einzelnen Plattformen ebenfalls nicht bewältigen, da sie ja mit jedem Künstler oder Label Einzelverträge schließen müssten. Daher gibt es uns als so genanntes Clearing-Haus seit 2003. Einfach dargestellt ist es technisch nicht möglich, das bspw. ein Künstler seine Musik direkt an den Endkunden anbietet. Dafür braucht es im digitalen Bereich die Plattformen wie iTunes, YouTube oder Spotify, die die gesamte Musikpalette bündeln. Wir wiederum bündeln einen Großteil der Independent Musik-Labels, die ca. 30 Prozent des gesamten Musikmarktes ausmachen, damit wiederum iTunes, YouTube oder Spotify überhaupt die Musikpalette anbieten kann bzw. darf.

 

Sie haben jüngst die Phonofile AS aus Nordeuropa übernommen. Beide Gesellschaften sollen auch künftig eigenständig agieren. Warum? 

Thieß: Jedes Land und damit auch die Bewohner haben unterschiedliche kulturelle Prägungen. So finden sie beispielsweise bei Spotify je Land unterschiedliche so genannte „Playlists“, die entsprechend nach den Wünschen bzw. Bedürfnissen ausgerichtet sind, die aus einem Land oder einer Region kommen. So ist es auch im Zusammenschluss mit der Phonofile AS notwendig, diese Bedürfnisse zu respektieren. Entsprechend werden die Gesellschaften weiterhin eigenständig agieren und die Musiktitel vertreiben - aber unter dem gemeinschaftlichen Dach der SendR SE, die entsprechende Mehrwerte für die Tochtergesellschaften zur Verfügung stellen kann.

 

Beim Kaufpreis für die Phonofile AS waren sie bisher recht schweigsam. Können Sie inzwischen weitere Details publizieren? Wie viele neue Aktien werden Sie ausgeben?

Thieß: Sie werden verstehen, dass wir aktuell hierzu noch keine weiteren Details veröffentlichen dürfen. Wir werden natürlich zeitnah weitere Details bekannt geben können, sobald alle rechtlichen Schritte abgeschlossen sind. Grundsätzlich können wir jedoch mitteilen, dass wir durch die Übernahme direkt den Umsatz verdoppeln, die Bewertung der Phonofile AS jedoch deutlich unter der Marktkapitalisierung der SendR SE liegt. Dadurch dass wir eine nicht unerhebliche Barkomponente in die Transaktion einflechten konnten, haben wir unsere Aktionäre auch so weit es geht vor einer Verwässerung geschützt. Auch auf diesen Aspekt der Transaktion bin ich persönlich stolz.

 

Welchen Marktanteil haben Sie derzeit in Europa?

Thieß: Es gibt zurzeit noch keine Markterhebungen, wer aus welchem Land wie viel zum Download bzw. Streaming von Musiktiteln im Independent-Bereich beisteuert. Wir wissen jedoch, dass wir mit wenigen weiteren Marktteilnehmer, den Markt kann man als Oligopol betrachten, zu den Marktführern Europas gehören.

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