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Euro fondsxpress US-Zinswende wird unwahrscheinlicher

Gastautor: Jörn Kränicke
19.03.2016, 01:25  |  2067   |   |   

Bekanntlich sind „Prognosen schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“. Ob dieses Zitat nun von Mark Twain, Karl Valentin oder jemand anderem stammt, darüber streiten Experten. Wie schwierig es tatsächlich ist, hat wieder einmal die Zinspolitik in den USA gezeigt. Noch im Januar waren sich die meisten sicher, dass Janet Yellen in dieser Woche zum zweiten mal an der Zinsschraube dreht. Ende November 2015 war Goldman Sachs felsenfest davon überzeugt, dass 2016 vier Zinsschritte kommen werden. Nun rechnen selbst die Notenbankmitglieder (FOMC) nur noch mit zwei Schritten.

Mal sehen, wie weit im Verlauf des Jahres noch zurückgerudert wird. Denn Yellen hat nun nur zwei Termine – im Juni und Dezember – an denen sie erhöhen kann. Bei der Sitzung im September dürfte nicht viel passieren. Denn nicht einmal sechs Wochen vor den US-Präsidentschaftswahlen wird man die Füße lieber stillhalten. DoubleLine Capital von Jeffrey Gundlach erwartet maximal eine Zinserhöhung in diesem Jahr. Die US-Notenbank wird sich also wohl den ökonomischen Realitäten beugen und von ihrer „Planwirtschaft“ verabschieden müssen. Denn dass es 2016 mit der globalen Konjunktur kräftig aufwärts geht, ist nicht absehbar.

Ein ruhiges Wochenende wünscht Ihnen Jörn Kränicke, Chefredakteur 

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