Vorzugsaktien oder Stammaktien – was ist besser für wen?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
18.04.2016, 13:27  |  52066   |   |   
Foto: pixabay

Bei einer Investition in eine Aktiengesellschaft stellt sich manchmal die Frage, ob man Stamm- oder Vorzugsaktien kaufen sollte. Die beiden Aktienarten entscheiden sich in einem wesentlichen Punkt: dem Stimmrecht. Aber daneben gibt es noch ein paar Feinheiten zu beachten, die für Investoren wichtig sein können.

Was unterscheidet Stamm- von Vorzugsaktien?

Der wesentliche Unterschied ist, dass Vorzugsaktionäre kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung haben. Als Kompensation dafür erhalten sie eine höhere Dividende als die Stammaktionäre. Wie viel mehr sie erhalten, ist von Unternehmen zu Unternehmen und von Jahr zu Jahr verschieden. Leider ist bei etlichen Gesellschaften in den letzten Jahren der Abstand zwischen der Dividende für die Stammaktie und der Vorzugsaktie zunehmend geschmolzen.

Das wird aber dadurch ausgeglichen, dass die Dividendenrendite oft besser ist. Denn der Kurs der Vorzugsaktien liegt bei Unternehmen, die beide Aktiengattungen haben, meistens deutlich unter denen der Stammaktien. Derzeit (09.04.2016) beträgt zum Beispiel der Abstand 13,6 % bei VW (WKN:766403) und 13,2 % bei BMW (WKN:519003). Natürlich nützt das alles nichts, wenn, wie bei VW zu erwarten, gar keine Dividende ausgeschüttet wird.

Wenn die Stämme ausschlagen

Eigentlich müssten Vorzugs- und Stammaktien in etwa den gleichen Wert haben. Denn sie entsprechen dem gleichen Anteil am Grundkapital der AG. Trotzdem entwickeln sich die Kurse der beiden Aktienarten an der Börse oft unterschiedlich. Das liegt daran, dass nur die Stammaktien für den Einfluss auf das Unternehmen von Bedeutung sind. Deswegen steigen die Kurse der Stammaktien besonders im Vorfeld einer Übernahme. Denn der potenzielle Käufer will ja die Mehrheit der Stimmrechte auf sich vereinigen, um in der Firma das Sagen zu haben.

Das war gut zu sehen, als Porsche (WKN: PAH003) versuchte VW zu übernehmen. Auf bis zu 1.000 Euro schoss der Kurs der Stammaktie im Oktober 2009, während der Kurs der Vorzugsaktie nur so dahindümpelte. Eine derart krasse Spekulationsblase sieht man nicht oft. Aber es kam dann bekanntlich anders, VW übernahm Porsche und der Kurs der Stammaktie brach ein.

Der Vorteil der Vorzüge

Nicht nur die höhere Dividende spricht für die Vorzugsaktie. Sie sind auch interessant, wenn sie es anstatt der Stammaktien in einen Börsenindex schaffen. Je bekannter der Index, desto besser für die Aktie. Denn die passiv investierenden Fonds, die den entsprechenden Index nachbilden, müssen die entsprechenden Aktien ins Portfolio aufnehmen.

Doch auch eine Spekulationskomponente enthält die Vorzugsaktie. Zunehmend werden Vorzugsaktien in Stammaktien umgewandelt. Das ist für ausländische Investoren besser zu akzeptieren, da sie diese Besonderheit der deutschen Aktienkultur mit den verschiedenen Aktiengattungen von ihren Heimatmärkten nicht gewohnt sind. Und auch für das Unternehmen ist es einfacher, nur eine Aktienart gelistet zu haben. Da bei der Umwandlung die Inhaber der Vorzugsaktien zustimmen müssen, wird ihnen der Tausch gegen stimmberechtigte Stammaktien oft durch die Zahlung einer großzügigen Umwandlungsprämie schmackhaft gemacht.

Welche Aktienart für wen

Stämme sind interessant, wenn du eine Übernahmeschlacht erwartest und dich an der Spekulation beteiligen willst. Natürlich brauchst du auch Vorzugsaktien, wenn du die Absicht hast, auf der Hauptversammlung aufzutreten und „denen da oben“ einmal die Meinung zu geigen.

Vorzüge sind interessant als Dividendenbringer. Wer sich dessen bewusst ist, dass sein Mikroanteil am Unternehmen ihm sowieso keinen Einfluss auf die Geschäftspolitik gestattet und sich auch nicht an Spekulationen beteiligen will, der fährt in der Regel besser mit der Vorzugsaktie.

Häppchen gibt’s immer

Übrigens: Wer sich das Theater der Hauptversammlung mit den dazugehörigen Häppchen nicht entgehen lassen will, muss kein Stammaktionär sein. Eingeladen zum jährlichen Aktionärstreffen werden alle Anteilseigner – nur abstimmen dürfen eben nur die Besitzer der Stammaktien.

Das einfache Geheimnis, die besten Aktien zu kaufen

Wie Warren Buffett einmal sagte, musst du keinen IQ eines Genies haben, um ein großartiger Investor zu sein. Alles was du dafür brauchst ist einfache Mathematik, das Wissen auf welche Zahlen du schauen musst und etwas gesunden Menschenverstand. In unserem kostenlosen Spezialbericht "15 Bilanzkennzahlen, die dich zu einem besseren Anleger machen" teilen wir 15 Bilanzkennzahlen mit dir, mit Hilfe derer du die Aktien mit den besten Zukunftsaussichten identifizieren kannst. Klick hier, um kostenlosen Zugang zu diesem Sonderbericht zu erhalten.

Mehr Lesen

FB_FindUsOnFacebook-100
g+29

Der Autor besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt BMW.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

Volkswagen Vz Aktie jetzt ab 0€ handeln - auf Smartbroker.de



Diesen Artikel teilen

The Motley Fool GmbH – Disclaimer für Anlageempfehlungen

Disclaimer für The Motley Fool GmbH Research Publikationen Hinweis: Auf diesen Seiten findest du Rechtshinweise und die Veröffentlichungen gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR (Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014) für alle Wertpapieranalysen und Empfehlungen von The Motley Fool GmbH („The Fool“ nachher) bezüglich aller Unternehmen, die gegenwärtig von dieser beobachtet wird.

Diese Seiten wurden zuletzt am 18. Apr 2017 aktualisiert.

Rechtshinweis / Disclaimer Die Anlageempfehlungen von The Fool enthalten ausgewählte Informationen und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Analysen stützen sich auf allgemein zugängliche Informationen und Daten („die Information“), die als zuverlässig gelten. The Fool hat die Information jedoch nicht auf ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit geprüft und übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Information keine Haftung. Etwaige unvollständige oder unrichtige Informationen begründen keine Haftung von The Fool für Schäden gleich welcher Art, und The Fool haftet nicht für indirekte und/oder direkte Schäden und/oder Folgeschäden. Insbesondere übernimmt The Fool keine Haftung für in diesen Analysen enthaltene Aussagen, Planungen oder sonstige Einzelheiten bezüglich der untersuchten Unternehmen, deren verbundener Unternehmen, Strategien, konjunkturelle, Marktund/oder Wettbewerbslage, gesetzlicher Rahmenbedingungen usw. Obwohl die Analysen mit aller Sorgfalt zusammengestellt werden, können Fehler oder Unvollständigkeiten nicht ausgeschlossen werden. The Fool, deren Anteilseigner und Angestellte übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Aussagen, Einschätzungen, Empfehlungen oder Schlüsse, die aus in den Analysen enthaltenen Informationen abgeleitet werden. Sollten wesentliche Angaben unterlassen worden sein, haften The Fool für einfache Fahrlässigkeit. Der Höhe nach ist die Haftung von The Fool auf Ersatz von typischen und vorhersehbaren Schäden begrenzt. Die Anlageempfehlungen stellen weder ein Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Es ist möglich, dass Gesellschafter, Geschäftsleitung oder Angestellte von The Fool in verantwortlicher Stellung, z.B. als Mitglied des Aufsichtsrats, in den in Analysen genannten Gesellschaften tätig sind, oder eine Investitionsposition darin haben. Die in Anlageempfehlungen enthaltenen Meinungen können ohne Ankündigung geändert werden. Alle Rechte vorbehalten.

Zusätzliche Informationen für Kunden in den USA Die Anlageempfehlungen sind ein Produkt von The Fool. The Fool ist der Arbeitgeber oder Auftraggeber des jeweiligen Research Analysten, der den Report erstellt hat. Der Research Analyst ist keine mit einem US regulierten Broker-Dealer verbundene Person und unterliegt damit auch nicht der Aufsicht eines US regulierten Broker-Dealer.

Erklärung gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR sowie Delegierter Verordnung (EU) Nr. 2016/958 („DelVO“) Bewertung Die Bewertung, die der Anlageempfehlung für das hier analysierte Unternehmen zugrunde liegt, stützt sich auf allgemein anerkannte und weit verbreitete Methoden der fundamentalen Analyse, wie z.B. Discounted Cash Flow (DCF)-Modell, Terminal Multiple Bewertung, Peer-Gruppen-Vergleich, „Sum of the parts“ Modell oder ein ähnliche, häufige und weit verbreitete fundementale Bewertungsmethode.

Das Ergebnis dieser fundamentalen Bewertung wird als Basis der Empfehlung benutzt, obwohl es auch von der Einschätzung des Analysten bezüglich möglichen Industrieveränderungen, alternativen möglichen Zukünfte, Unternehmensstrategienergebnisse, Wettbewerbsdruck, usw. angepasst. Die letztendliche Meinung des Analysten sollte nicht als einzigen Punkt von Modell betrachtet, sondern eher die überlegt am wahrscheinlichsten Ergebniss der vielen möglichen zukünftigen Auswirkungen.

Unabhängig von der verwendeten Bewertungsmethode besteht das Risiko, dass das Investitionsergebnis nicht erreicht wird, z.B. aufgrund unvorhergesehener Veränderungen der Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens, Änderungen des Managements, der Technologie, der konjunkturellen Entwicklung, der Zinsentwicklung, der operativen und/oder Materialkosten, des Wettbewerbsdrucks, des Aufsichtsrechts, des Wechselkurses, der Besteuerung, usw. Bei Anlagen in ausländischen Märkten und Instrumenten gibt es weitere Risiken, etwa aufgrund von Wechselkursänderungen oder Änderungen der politischen und sozialen Bedingungen.

Diese Analyse reflektiert die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung. Eine Änderung der der Bewertung zugrundeliegenden fundamentalen Faktoren kann nachträglich dazu führen, dass die Bewertung nicht mehr zutreffend ist. Ob und in welchem zeitlichen Abstand eine Aktualisierung dieser Ausarbeitung erfolgt, ist vorab nicht festgelegt worden.

Es wurden zusätzliche interne und organisatorische Vorkehrungen zur Prävention oder Behandlung von Interessenkonflikten getroffen.

Die Ergebnisse der Analysen, sowie die Meinungen der Analysten, sind nicht vor der Veröffentlichung zu den analysierten Unternehmen offengelegt.

Alle Preise von Finanzinstrumenten, die in dieser Finanzanalyse angegeben werden, sind Schlusskurse des dem jeweiligen ausgewiesenen Veröffentlichungsdatums vorangegangen Börsenhandelstages, soweit nicht ausdrücklich ein anderer Zeitpunkt genannt wird.

Bedeutung der präsentierten Anlageempfehlungen Anlageempfehlung: Erwartete Entwicklung des Preises des Finanzinstruments bis zum angegebenen Kursziel, nach Meinung des dieses Finanzinstrument betreuenden Analysten.

Kauf: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren mehr als den passenden Index steigen wird. Halten: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren entweder weniger als den passenden Index steigen wird, oder stabil bleiben wird. Verkaufen:Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren fallen wird.

Handelsregeln und Offenlegungen von Analysten und Dritten in Verbindung mit der Motley Fool GmbH Wenn ein Analyst von Motley Fool über eine Aktie schreibt, von der er oder sie selbst eine Position besitzt oder davon anderweitig profitiert, dann wird dieser Umstand am Ende eines Artikels oder Berichts erwähnt.

Wir haben Aktienempfehlung in unseren kostenpflichtigen Newslettern und wir legen auch diese Empfehlungen offen, wenn wir darüber auf unserer kostenlos zugänglichen Website schreiben (Fool.de). Um unseren zahlenden Mitgliedern gegenüber fair zu bleiben, legen wir diese Empfehlungen mindestens 30 Tage ab der ersten Veröffentlichung der Empfehlung nicht in unserem kostenlosen Content offen. Nach dieser Frist von 30 Tagen werden wir auch diese Empfehlungen offen legen.

Das amerikanische Mutterunternehmen, The Motley Fool, LLC (kurz als „Fool US“ bezeichnet) kann auch Positionen von den Wertpapieren haben, die in unseren Artikeln erwähnt werden. Da wir kein nicht-öffentliches Wissen bezüglich der Positionen unseres Mutterunternehmens haben, werden die Positionen von Fool US auch nicht in unserem kostenlosen oder Premium-Content veröffentlicht. Fool US hat seine eigene Offenlegungsrichtlinien.

Zusätzlich zu den oben erwähnten Anforderungen unterliegen wir unter zusätzlichen Handelsbeschränkungen und Richtlinien. Diese Beschränkungen verlangen, dass die Angestellten von Motley Fool:

- jede Aktie, die sie besitzen mindestens 10 volle Handelstage besitzen müssen. (Daytrading ist nicht zugelassen – als ob wir das überhaupt wollten!) - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen. - unsere Compliance-Abteilung informieren müssen, wenn sie eine Aktie kaufen oder verkaufen, egal ob sie darüber geschrieben haben oder nicht.

Wir arbeiten auch mit freiberuflichen Autoren, die:

- jede Aktie, die sie besitzen und über die sie bei Motley Fool schreiben, mindestens 10 volle Handelstage halten müssen. - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen.

0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel