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Buchtipp Maschmeyers Millionärsformel

Gastautor: Rainer Zitelmann
01.05.2016, 13:59  |  2783   |   |   

Carsten Maschmeyer, Die Millionärsformel. Der Weg zur finanziellen Unabhängigkeit, Ariston Verlag, München 2016, 352 Seiten.

Viele Autoren, die Bücher über das "reich werden" schreiben, sind selbst nicht reich. Da wäre ich ebenso skeptisch wie bei einem Buch über Kraftsport, das jemand geschrieben hat, der selbst sehr schmächtig ist. Carsten Maschmeyer gehört zu den reichsten Deutschen - glaubt man den einschlägigen Hitlisten, dann besitzt er mehr als eine Milliarde Euro.

Ich habe sein Buch "Die Millionärsformel" gerne gelesen, und natürlich habe ich es verglichen mit meinem eigenen Buch "Reich werden und bleiben", das acht Monate vor seinem Buch erschienen ist. Das Thema der beiden Bücher ist ähnlich, der Untertitel (bei Maschmeyer: "Der Weg zur finanziellen Unabhängigkeit", bei mir: "Ihr Wegweiser zur finanziellen Freiheit") ist ähnlich. Und so habe ich mich gefreut, dass der wesentlich Reichere von uns beiden (Maschmeyer) zu ganz ähnlichen Ergebnissen kommt wie ich. Da beide Bücher das gleiche Thema behandeln und zu einem ähnlichen Zeitpunkt geschrieben wurden, sehen Sie es mir als Leser nach, wenn ich einige Vergleiche ziehe.

Der Vorteil von Maschmeyers Buch ist es, dass es sich an ein sehr breites Publikum richtet, also an Leser, die keinerlei Finanzwissen mitbringen. Dadurch kann er, obwohl sein Buch 100 Seiten dicker ist als meines, naturgemäß manchmal nicht so sehr in die Tiefe gehen. Aber dafür nimmt er viele Leser mit, denen mein Buch mit hunderten Anmerkungen und Quellenverweisen (diese findet man bei ihm nicht) zu wissenschaftlich wäre.

Ich finde, jeder sollte dieses Buch lesen - egal, ob er Maschmeyer mag oder nicht. Ja, Maschmeyer ist nicht unumstritten, denn das Unternehmen AWD, das ihn reich machte, verkaufte auch Produkte, mit denen Anleger Geld verloren haben. Hierzu hat er sich selbstkritisch in seinem Buch "Selfmade" bekannt. Wer aber befürchtet, dass Maschmeyer jetzt diese Produktgattungen anpreist, der wird finden, dass dem nicht so ist. Er warnt vielmehr ausdrücklich vor "exotischen Geldanlagen" wie etwa Flugzeug- oder Schiffsfonds (S. 247). Zu geschlossenen Immobilienfonds schreibt er: "In der Vergangenheit hatten die Anleger allerdings oft keine Freude mit Immobilienfonds. Gerade die geschlossenen Immobilienfonds haben sich oft genug nicht als lohnende Geldanlage erwiesen." (S. 252) Das stimmt, obwohl ich hinzufügen möchte, dass ich selbst mit geschlossenen Immobilienfonds ausschließlich hervorragende Erfahrungen gemacht habe. Aber ich weiß auch, dass ich da eine eher seltene Ausnahme bin.

Maschmeyer kommt im Ergebnis zu den gleichen Empfehlungen, die ich auch meinen Lesern gegeben habe:

Die wichtigsten Bausteine für das Vermögen sind Immobilien sowie Aktienfonds. Zu Recht rät der Autor Anlegern von Einzelaktien ab. "Deshalb rate ich Ihnen dringend: Wählen Sie selbst keine Einzelaktien aus. Versuchen Sie nicht, aus eigener Kraft besser zu sein als der Markt. Die meisten Anleger haben weder die Zeit noch die nötige Kompetenz, um unterschiedliche Aktien sachkundig auszuwählen. Das dürfte bei Ihnen ähnlich sein." (S. 173) Maschmeyer empfiehlt Aktienfonds, wobei er aktiv gemanagte Fonds gegenüber passiven ETFs präferiert (S. 182).

Seinen Ratschlag, sich die einschlägigen Anlegermagazine anzusehen und zu recherchieren, welche Fonds in den letzten Jahren die beste Performance hatten (S. 178), finde ich nicht so hilfreich, denn die Performance der Vergangenheit ist, wie viele wissenschaftliche Untersuchungen belegen, kein Indikator für die Zukunft. Im Gegenteil. Oft sind gerade die Fonds, die in den vergangenen drei Jahren die Gewinner waren, die Verlierer der Folgejahre. Ich habe deshalb eine noch einfachere Strategie empfohlen, weil ich glaube, es reicht aus, regelmäßig Geld in einen passiven ETF auf den MSCI World anzusparen.

Maschmeyer betont die Bedeutung von Immobilien und zeigt den Vorteil selbstgenutzter Immobilien ausführlich auf (Kapitel 9). Auf Seite 249ff. geht er auch auf die vermietete Immobilie ein, die meiner Meinung nach entscheidende Vorteile gegenüber der selbst genutzten Immobilie hat (so etwa, dass man die Zinsen steuerlich geltend machen und Abschreibungen vornehmen kann). In der aktuellen Verfassung des Immobilienmarktes sollte jedoch jeder auch auf Maschmeyers Worte hören: "Steigen allerdings die Immobilienpreise deutlich schneller als die Mieten, ist Vorsicht angesagt… Ich empfehle Ihnen dringend: Kaufen Sie niemals in einem Verkäufermarkt mit explodierenden Preisen - oder machen Sie sich darauf gefasst, dass Ihr Finanzplan für die Vermietungsimmobilie implodiert. Passen Sie auf und analysieren Sie genau, wenn der Verkäufer mehr als das 20-Fache der Jahreskaltmiete aufruft." (S. 250 f.)

Zu Beginn des Buches geht Maschmeyer ausführlich auf die mentalen Voraussetzungen der Reichtumsbildung ein. Ich weiß, dass viele Menschen damit nicht viel anfangen können - aber genau das ist auch ein Hauptgrund, warum sie eben nicht reich sind es auch nie werden. Ich kann dagegen nur dreifach unterstreichen, was Maschmeyer zu diesem Thema sagt: "Ich bin davon überzeugt, dass es zu mehr als 50 Prozent auf die Ihre Geisteshaltung und Ihr Verhalten ankommt und zu weniger als 50 Prozent auf Ihr Wissen." (S. 25). Vor allem: "Reichwerden beginnt mit Ihrer Entscheidung, dass Sie reich werden wollen. Diese Entscheidung ist zunächst wichtiger als die Frage, wie viel Geld Sie verdienen, wie viel Vermögen Sie schon haben und wie Sie das Kapital am besten anlegen möchten… Viele Menschen leben in dürftigen Verhältnissen, weil sie nicht die bewusste Entscheidung getroffen haben, wohlhabend werden zu wollen." (S. 33)

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