Interview Investmentstrategien in sich verändernden Zeiten – ökologisch-ethische Anlagen gesucht

03.05.2016, 08:30  |  3148   |   

Die Zinsen befinden sich nach wie vor im Keller und „alternative“ Strategien für nachhaltige Investments sind gefragt. Frank Huttel, Leiter Portfoliomanagement bei der FiNet Asset Management AG (FAM), diskutiert mit wallstreet:online über das Potenzial einer ökologisch-ethisch ausgerichteten Vermögensverwaltung.

 


Frank Huttel, Leiter Portfoliomanagement, FiNet Asset Management AG

Welche Möglichkeiten bieten sich derzeit Anlegern, die langfristige Anlagemöglichkeiten suchen?

Frank Huttel: Gerade in Deutschland sind die Zinsen in den letzten Wochen und Monaten durch die Notenbankpolitik der EZB deutlich gesunken. Der Zins wurde mehr oder weniger abgeschafft. 10-jährige Bundesanleihen rentieren derzeit bei 0,25 %, die Umlaufrendite war kurzfristig bei 0 %. Das hat zur Konsequenz, dass alleine in Deutschland inzwischen über 2.000 Mrd. Euro unverzinst auf Bankkonten angelegt sind – Inflation und Steuern nicht berücksichtigt. Anleger sitzen in der Zinsfalle und werden kalt enteignet.

Gibt es einen Ausweg aus diesem Dilemma? Wir denken schon und wollen Anlegern gezielt Vermögensverwaltungsstrategien anbieten, die auf ein nachhaltiges Wachstum setzen. Wer langfristig Chancen nutzen will, muss zwar Risiko in Kauf nehmen, darf aber vor allem eines nicht: substanziell verlieren. Denn nur wer in der Lage ist, in einem schwierigen Umfeld das Vermögen des Kunden zu bewahren, wird von wieder steigenden Märkten profitieren können. Die FAM bietet daher eine Strategie an, die gezielt auf nachhaltige und zukunftsträchtige Märkte mit entsprechendem Wachstumspotenzial setzt. Die FAM investiert hierzu global in spezialisierte, regulierte und täglich liquide Aktien-, Renten- und Mischfonds.
 

Wie unterscheidet sich eine ökologisch-ethisch ausgerichtete Anlagestrategie von herkömmlichen Ansätzen?

Huttel: Wir befinden uns in einer Transformation weg vom parasitären hin zu einem symbiotischen bzw. nachhaltigen „grünen“ Wachstum. Fachleute sprechen bereits von einem sechsten, „grünen“ Kondratieffzyklus. Wir ständen damit am Beginn eines 40 bis 60 Jahre dauernden Zyklus. Der 6. Zyklus würde sich die Errungenschaften des 5. IT-Zyklus zu Nutze machen und eine neue „Green Tech Ära“ entstehen lassen. Auf diese Themen setzen wir mit einer maximalen „Reinheit“ in der Vermögensverwaltung – kein Best-in-Class sondern Best-of-Class.

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