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Interview Investmentstrategien in sich verändernden Zeiten – ökologisch-ethische Anlagen gesucht

03.05.2016, 08:30  |  2987   |   

 


Frank Huttel, Leiter Portfoliomanagement, FiNet Asset Management AG

Welche Möglichkeiten bieten sich derzeit Anlegern, die langfristige Anlagemöglichkeiten suchen?

Frank Huttel: Gerade in Deutschland sind die Zinsen in den letzten Wochen und Monaten durch die Notenbankpolitik der EZB deutlich gesunken. Der Zins wurde mehr oder weniger abgeschafft. 10-jährige Bundesanleihen rentieren derzeit bei 0,25 %, die Umlaufrendite war kurzfristig bei 0 %. Das hat zur Konsequenz, dass alleine in Deutschland inzwischen über 2.000 Mrd. Euro unverzinst auf Bankkonten angelegt sind – Inflation und Steuern nicht berücksichtigt. Anleger sitzen in der Zinsfalle und werden kalt enteignet.

Gibt es einen Ausweg aus diesem Dilemma? Wir denken schon und wollen Anlegern gezielt Vermögensverwaltungsstrategien anbieten, die auf ein nachhaltiges Wachstum setzen. Wer langfristig Chancen nutzen will, muss zwar Risiko in Kauf nehmen, darf aber vor allem eines nicht: substanziell verlieren. Denn nur wer in der Lage ist, in einem schwierigen Umfeld das Vermögen des Kunden zu bewahren, wird von wieder steigenden Märkten profitieren können. Die FAM bietet daher eine Strategie an, die gezielt auf nachhaltige und zukunftsträchtige Märkte mit entsprechendem Wachstumspotenzial setzt. Die FAM investiert hierzu global in spezialisierte, regulierte und täglich liquide Aktien-, Renten- und Mischfonds.
 

Wie unterscheidet sich eine ökologisch-ethisch ausgerichtete Anlagestrategie von herkömmlichen Ansätzen?

Huttel: Wir befinden uns in einer Transformation weg vom parasitären hin zu einem symbiotischen bzw. nachhaltigen „grünen“ Wachstum. Fachleute sprechen bereits von einem sechsten, „grünen“ Kondratieffzyklus. Wir ständen damit am Beginn eines 40 bis 60 Jahre dauernden Zyklus. Der 6. Zyklus würde sich die Errungenschaften des 5. IT-Zyklus zu Nutze machen und eine neue „Green Tech Ära“ entstehen lassen. Auf diese Themen setzen wir mit einer maximalen „Reinheit“ in der Vermögensverwaltung – kein Best-in-Class sondern Best-of-Class.
 

Könnten Sie das Prinzip des Kondratieffzyklus bitte kurz näher erläutern?

Huttel: Bei der Suche nach einer Antwort auf die Frage zur Entstehung langfristiger Strukturzyklen stößt man auf den Ökonomen Nikolai Kondratieff. Er beobachtete langfristige Wirtschaftsschwankungen in Zyklen von 40 bis 60 Jahren, so genannte Kondratieffzyklen. Nach seiner Theorie stehen am Anfang eines jeden Zyklus neue technologische Errungenschaften, die zu Trägern eines lang anhaltenden Konjunkturaufschwungs werden können.

Wie wird die Entwicklung der Märkte in einer „Green Tech Ära“ aussehen?

Huttel: Unter den veränderten Voraussetzungen von Globalisierung, demographischer Entwicklung, Klimawandel, knappen Ressourcen sowie einem immer stärkeren Umwelt- und Verantwortungsbewusstsein der Konsumenten wird Wachstum aus einer neuen Mischung von Ökonomie und Ökologie generiert. Klassische Industriezweige und Geschäftsmodelle wurden durch neue, nachhaltige ersetzt. Zuletzt gelang auf dem Pariser Klimagipfel im November 2015 ein nicht mehr erwarteter Durchbruch. 196 Staaten einigten sich auf einen historischen Klimavertrag, um die Erderwärmung zu minimieren. Die Einigung könnte auch einen Schub für entsprechende Finanzanlagen sein, da Anleger bis jetzt noch gezögert haben.
 

Wie können Investoren jetzt von diesem Strukturwandel profitieren?

Huttel: Der Strukturwandel bietet für Investoren, die früh in zukunftsträchtige Unternehmen investieren, große Chancen. Allerdings sind die Risiken auch höher, da nicht alle Techniken oder Innovationen erfolgreich sein werden und überleben. Wird sich beispielsweise das Elektroauto durchsetzen und damit Tesla Motors zum Weltmarktführer aufsteigen oder werden die „großen“ Automobilhersteller den Wasserstoffantrieb zur Serienreife führen? Ein Schlüsselfaktor für den Erfolg von Elektrofahrzeugen wird neben der Batterietechnik auch die Erzeugung von Strom mit Solarenergie werden.  

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Quelle: Arcane Capital Advisors (Advisor des LSF Solar & Sustainable Energy Fund, der von der FiNet Asset Management AG verwaltet wird).

 

Oder wird es in Zukunft noch ganz andere Antriebstechnologien geben? Um diese Risiken zu minimieren, investiert die FiNet Asset Management global über spezialisierte, regulierte und täglich liquide Investmentfonds in ein breites Universum aus Aktien und Anleihen. 
 

Welche Marktsegmente bieten das größte Wachstumspotenzial?

Huttel: Strategisch sehen wir besondere Chancen in den folgenden Themengebieten:

-        Erneuerbare Energien wie Solar, Wind, etc.
-        Smart Grid-Technologien (Energieinfrastruktur)
-        Antriebstechnik (Elektroantrieb)
-        Moderne Umwelt- und Klimatechnologien
-        Nachhaltige Wasserwirtschaft
-        „Green Buildings“
-        Recycling
-        Holz als nachwachsender Rohstoff
-        Altersvorsorge, Bildung.

Weitere Infos finden Sie hier:
https://www.finet-am.de/vermoegensverwaltung/fam-vermoegensverwaltung/

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