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OTS Berufsverband Deutscher Honorarberater e.V. / BVDH: Nicht mit ...

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
30.05.2016, 10:58  |  549   |   |   

BVDH: Nicht mit Regulierung nachlassen (FOTO)

Berlin (ots) -

- Starker Trend zur Honorarberatung in der Schweiz

- Interessengleichheit zwischen Kunde und Berater

- FinTechs ermöglichen kostengünstigen Zugang zu Beratung

Der Gesetzgeber will der Honorarberatung in Deutschland zum

Durchbruch verhelfen. In diesen Anstrengungen darf nicht nachgelassen

werden, selbst wenn mittlerweile einige Banken "freiwillig" auf

Provisionen verzichten. Das fordert der Berufsverband Deutscher

Honorarberater (BVDH).

"In der Schweiz gibt es einen starken Trend zur Honorarberatung

auch bei den Großbanken", sagt Karl Matthäus Schmidt, Vorsitzender

des Berufsverbands Deutscher Honorarberater. "Immer mehr wohlhabende

Kunden haben jetzt auch in der Anlageberatung etwa bei UBS und Credit

Suisse Zugang zu Produkten, die keine Bestandsprovision mehr

beinhalten." In der Vermögensverwaltung waren Bestandsprovisionen

ohnehin durch ein Urteil des obersten Gerichts zum Auslaufmodell

geworden. Dies hat dafür gesorgt, dass die Finanzinstitute ihre

Vergütungsmodelle vermehrt auf Honorare in Form fester Gebühren

umstellten.

"Jetzt aber zu erwarten, dass diese Beispiele einfach Schule

machen und der Gesetzgeber nicht mehr aktiv werden muss, wäre der

falsche Weg", so Schmidt. Zum einen sei das Beharrungsvermögen der

Vertriebe sehr stark, zum anderen müsse das Modell einer von

Provisionen unabhängigen Beratung auch für die breite Masse der

Bevölkerung zugänglich sein. "Es hat sich über die vergangenen Jahre

gezeigt, dass die Macht der Provisionsvertriebe enorm groß ist. Alle

freiwilligen Verpflichtungen zu mehr Transparenz oder mehr

Kundenorientierung sind im Sande verlaufen", sagt Schmidt. "Die

Erkenntnis sowohl in den Niederlanden wie in Großbritannien war, dass

sämtliche Transparenzvorschriften und Selbstverpflichtungen der

letzten zehn Jahre nicht zu mehr Verbraucherfreundlichkeit im

Finanzdienstleistungsmarkt geführt haben", sagt Schmidt. Deshalb

wurde dort der Systemwechsel durch die Regulierung eingeleitet, seit

2013 sind Provisionen weitgehend verschwunden.

In Großbritannien hat das Verbot von Provisionen in der

Finanzberatung zu einer Professionalisierung des Beratungsmarktes

geführt. Das zeigt eine Studie im Auftrag der britischen

Finanzaufsichtsbehörde FCA (Financial Conduct Authority). Gleichwohl

gebe es weiterhin Optimierungsbedarf auf dem Weg zu einer

unabhängigen, verbraucherorientierten Beratung. "Das betrifft zum

einen den Zugang zu Beratung, zum anderen aber auch deren Qualität",

ergänzt Dieter Rauch, stellvertretender Vorsitzender des BVDH. Denn

nicht jeder Honorarberater sei gleich gut qualifiziert. "Anders als

bei Rechtsanwälten oder Steuerberatern gibt es keine geregelten

Studien- bzw. Berufsbildungswege. Deshalb ist es wichtig, in die Aus-

und Weiterbildung zu investieren. Ganz grundsätzlich wird aber die

Beratung durch einen unabhängigen Berater immer vom Interesse des

Kunden geleitet sein und nicht vom Provisionsinteresse des

Vertrieblers", sagt Rauch. Dies liege ganz einfach daran, dass der

Berater direkt vom Kunden vergütet wird. In der Schweiz kommt dieses

Modell offensichtlich gut an. Medienberichten zufolge nutzen bereits

zehntausende von Kunden das neue Angebot der Banken.

Der Zugang zu Beratungsleistungen wird dabei immer einfacher und

kostengünstiger. "Bislang werden Kunden von ihren Bankberatern doch

oft bei sogenannten Jahresgesprächen abgefischt und mit mehr oder

weniger passenden, oft teuren Produkten versorgt", sagt Schmidt. "Die

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