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Goldminen und DAX Goldminen weiter stark, DAX noch nicht über den Berg

Gastautor: Klaus Buhl
30.06.2016, 12:28  |  1794   |   |   

Liebe Anlegerinnen und Anleger,

wieder einmal liegt eine Reihe von sehr ungewöhnlichen Handelstagen hinter uns, vielleicht sogar die spannendsten seit dem vergangenen Sommer. Ich will das Thema Brexit und die möglichen wirtschaftlichen Konsequenzen hier nur indirekt berühren. Denn für meinen Geschmack wurde darüber schon viel zu viel geschrieben, gerätselt und geraten. Sehr viel wurde in den Medien darüber spekuliert, welche der nun zu erwartenden Ereignisse die Preise nach oben oder unten lenken werden. Vor allem von Journalisten und Mitgliedern der Finanz-Community, deren Überzeugung zu den Märkten nicht „fest“ genug ist um selbst zu investieren. Wenn wir die vergangenen zwei Wochen Revue passieren lassen, müssen wir feststellen, dass die Medien nur sehr selten ein Finanzthema derart aufgebauscht haben - und dabei so unendlich verkehrt lagen wie rund um das Thema Brexit.

Genau deshalb waren die vergangenen Wochen wieder einmal ein sehr gutes Beispiel dafür, dass die Massenmedien wie geschaffen sind dafür, uns Anleger zu verwirren . Die aktuelle Marktlage auf jeden Fall kann uns eine Lehre sein, dass es manchmal gut tut, weniger die Medien zu konsumieren und sich verstärkt auf den Kampf zwischen Angebot und Nachfrage zu konzentrieren. Obwohl die Zukunft nicht vorhersehbar ist, spricht die Preisentwicklung und vor allem die relative Stärke  einzelner Sektoren seit der Veröffentlichung des Votums der Briten doch eine wichtige Sprache.

Die wahrscheinlich wichtigste Konsequenz des jüngsten Kursgemetzels und der vermutlich wochenlang über den Märkten schwebenden Unsicherheit wegen des weiteren Prozederes könnte eine Veränderung im Verhalten der Notenbanken sein. Vor allem die US- Notenbank FED könnte nun ein wichtiges Argument in der Hand haben, Ihren bereits kommunizierten Zinserhöhungsplan zu überdenken. Insbesondere das Verhalten der zinssensitiven Sektoren spricht dafür, dass die FED im Juli die Zinsen nicht straffen wird. Und wahrscheinlich auch nicht auf der Sitzung im September im Vorfeld der mit Spannung erwarteten US-Präsidentschaftswahl.

Gold und Rohstoffsektoren schwimmen nach oben

Der Blick auf die wichtigsten Sektoren und Regionen zeigt, dass die diejenigen Branchen gefragt sind und bleiben, die traditionell von tiefen Zinsen profitieren. In erster Linie natürlich die Goldminen, aber auch die Sektoren der Rohstoffe und Basismaterialien, Stahl und Energie zeigen seit Monaten hohe relative Stärke und knüpfen nun daran an. Aber auch die Schwellenländer zeigen überraschend hohe relative Stärke. Auch dies ist ein Anzeichen für weiterhin billiges Geld und wenig Interesse der Investoren, Kapital in den Dollarraum zurückzuführen. Das Vertrauen der Investoren in diese Region und die beschriebenen zinsempfindlichen Branchen ist also groß. Oder anders ausgedrückt: die Mehrheit der Investoren geht davon aus, dass Zinserhöhungen auf die lange Bank geschoben werden und die EZB und die Bank of Japan sogar über weitere geldpolitische Lockerungen nachdenken.

Besonders deutlich zeigt dies das gelbe Edelmetall Gold und der dazugehörige Minensektor. Der folgende P & F Chart hebt das zyklische Januar-Tief des Sektors bei 100 Punkten hervor, aber auch den extrem dynamischen Aufwärtstrend. Die Dynamik des Trends erkennen Sie insbesondere an der großen Entfernung des aktuellen Kurses von der aufsteigenden Unterstützungsgerade.

Die angesprochene hohe Dynamik ging nach dem Peak Ende Mai (Ziffer 5) in eine Konsolidierung bzw. einen Seitwärtstrend zwischen 196 und 240 über. Dieser Seitwärtstrend steht nun aber zur Disposition. Denn mit einem Kaufsignal überstieg die aktuelle X-Spalte, die die Dominanz der Nachfrage zeigt, nicht nur die vorhergehende X Spalte, sondern auch die obere Begrenzung der Seitwärtsbewegung bei 242 Punkten. Bisher ist das Kaufsignal nur schwach ausgeprägt und der Preis befindet sich noch sehr nahe am Widerstand von 242.Daher müssen die Bullen noch die Gefahr eines Fehlausbruchs einkalkulieren. Im negativen Fall sollten Sie die Unterstützung bei 220 und natürlich die Unterseite des Rechtecks bei 196 beachten. Unterhalb davon wäre der Weg frei bis zur aufsteigenden Unterstützungsgerade bei etwa knapp 180.

Sollte sich aber der beschriebene Ausbruch nach oben als erfolgreich erweisen, wäre der Weg nach oben im Sinne der P & F Philosophie im Goldminensektor bis knapp 300 Punkte frei.

Innerer Markt bisher nur kurzfristig positiv

Die folgende Grafik zeigt Ihnen die Relation der im S & P 500 Index enthaltenen Aktien, die oberhalb ihrer wichtigen 50- Tage- Linie handeln. Die aktuelle X- Spalte im rechten Bereich zeigt Ihnen das plötzliche Kaufinteresse nach dem empfindlichen Kursrückschlag. Trotz der in den Medien geschürten Aufregung war der Rücksetzer im inneren Markt übrigens geringer als zu Jahresbeginn und im vergangenen Sommer. Die systematische Überverkauftheit war weniger stark ausgeprägt als von vielen angenommen. Kein Wunder, denn nach wie vor handeln die US Indizes ja in unmittelbarer Nähe ihrer Hochs.

Trotzdem aber hat sich ein klassisches systematisches Kaufsignal gebildet. Denn in der unteren extremen Zone hat sich in den vergangenen Tagen eine X- Spalte gebildet, die die kritische Hürde bei 30 % überwunden hat. Dies deutet darauf, dass der aktuelle Nachfrageimpuls mehr als nur ein Strohfeuer ist - jedenfalls auf die kurzfristige Zeitebene von Tagen bis wenige Wochen bezogen. Erneut hat sich bestätigt, dass Märkte die Eigenschaft haben, zwischen ihren überkauften und überverkauften Zuständen systematisch hin- und her zu pendeln.

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