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Euro fondsxpress Neuer Tiefenrekord bei Bundesanleihen

Gastautor: Jörn Kränicke
29.07.2016, 14:25  |  1401   |   |   

Schon seit einigen Jahren denkt man, tiefer können die Zinsen doch gar nicht fallen. Doch man wird immer wieder eines Besseren belehrt. In dieser Woche lancierte die Bundesschuldenverwaltung eine neue 30-jährige Bundesanleihe. Der Zins ­beträgt noch sagenhafte 0,45 Prozent. Trotzdem standen die Investoren wieder Schlange. Nicht jeder, der den Minizins einlocken wollte, kam auch zum Zug. Die Emission war überzeichnet. Ob sich die Käufer der unermesslichen Risiken der eigentlich als risikolos geltenden Bundesanleihe bewusst sind? Daran kann man durchaus zweifeln.

Sollten die Zinsen doch einmal steigen,  was in den kommenden 30 Jahren nicht ausgeschlossen ist, würden die Anleger massive Kursverluste erleiden. Angenommen der Zins würde auf zwei Prozent emporschnellen — im Mai 2014 lag er bei 2,26 Prozent —dann würde die Anleihe einen Kursverlust von 46 Prozent erleiden. Katastrophal für ein Witwen- und Waisenpapier. Und die Zeichen für steigende Zinsen, zumindest in den USA, verdichten sich. Auf der Fed-Sitzung in dieser Woche hielt sich Notenbank-Chefin Janet Yellen alle Optionen offen, noch 2016 an der Zinsschraube zu drehen. Steigen die Zinsen tatsächlich, sollte man keine Staatsanleihen im Depot haben. 

Ein ruhiges Wochenende wünscht Ihnen Jörn Kränicke, Chefredakteur 

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