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institutionelle Investoren Warum es institutionelle Immobilien-Investoren so schwer haben

Gastautor: Rainer Zitelmann
30.07.2016, 18:11  |  10509   |   |   

Institutionelle Investoren stehen vor Herausforderungen, die es nicht im gleichen Maße für private Anleger gibt. Wer Erfolg als institutioneller Investor haben will, muss nicht nur über Fachwissen verfügen, sondern sich aktiv mit den mentalen Herausforderungen auseinandersetzen. Leider tun das die wenigsten. Die Ergebnisse sind oft entsprechend. In den vergangenen 5 Boomjahren brachten Immobilien-Spezialfonds 2% p.a.

1. Herausforderung: Misserfolg wird stärker bestraft als Erfolg belohnt wird.

2. Herausforderung: Wer nicht der Masse folgt, geht ein hohes persönliches Risiko ein.

3. Herausforderung: Sie müssen investieren und können nicht "nichts tun".

Der berühmte amerikanische Psychologe John William Atkinson (1923 - 2003) hat sich sein Leben lang mit dem Thema Leistungsmotivation befasst hat. Er hat zwei Typen unterschieden: Misserfolgsmeider und Erfolgssucher. Die einen wollen vor allem Misserfolg vermeiden, die anderen streben nach Erfolgen. Bei institutionellen Investoren ist der Anreiz für die dort angestellten Personen größer, sich wie ein Misserfolgsvermeider zu verhalten. Nehmen wir zwei Angestellte bei einer Versicherung:

M., dem Misserfolgsvermeider, geht es vor allem darum, dass ihm später, wenn ein Investment unbefriedigend verlaufen sollte, niemand einen Vorwurf machen kann. Deshalb entscheidet er meist so ähnlich wie seine Kollegen bei anderen Versicherungen. Falls es schief gehen sollte, so sein Kalkül, kann er sich jederzeit bequem damit herausreden, "alle anderen" hätten es auch so gemacht. Schließlich sei nicht er, sondern "der Markt ist schuld". Er setzt darauf, sein Chef erwarte nicht, dass er weitaus klüger agiere als "alle anderen". Und er rechnet damit, dass die Strafe im Falle des Misserfolges weitaus gravierender für ihn ist als die "Belohnung", wenn es gut läuft. Keiner hat diese weit verbreitete Einstellung besser auf den Punkt gebracht als Keynes: "Worldly wisdom teaches that it is better for reputation to fail conventionally than to succeed unconventionally." Übrigens kauft M. gerne jene Fonds, die in den vergangenen zwei bis drei Jahren eine tolle Performance hatten. Da auch viele andere das so machen und er später darauf hinweisen kann, wie toll der Fonds "damals" war, kann er damit rechnen, dass ihm keiner einen Vorwurf macht.

E., der Erfolgssucher, schwimmt oft gegen den Strom. Kurzfristig zahlen sich seine Investments oft nicht aus, langfristig dafür umso mehr. Wer beispielsweise vor 10 Jahren auf Wohnimmobilien setzte, wurde dafür zunächst nicht belohnt. Erst viele Jahre später zeigte sich, dass die Entscheidung richtig war. Wer im vergangenen Jahr auf Wohnungen setzte, wurde dagegen kurzfristig belohnt, denn sie sind im Wert gestiegen. Langfristig mag das ganz anders aussehen. Aber den meisten Angestellten ist das Urteil ihres Chefs im nächsten Jahr wichtiger als das in zehn Jahren.

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