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Rambus - Patente und schlechte Benchmarks

Gastautor: Klaus Singer
12.07.2000, 17:09  |  292   |   |   

Chip-Gigant Intel (INTC), einer der Hauptverfechter des Rambus-Standards für besonders schnelle Hauptspeicher-Anbindung, ist nun auch auf die geniale Idee gekommen, die Performance der Rambus-Architektur zu testen.


Das Ergebnis: Ein 933-MHz Pentium III Computer mit 128 MB Speicher, aufgebaut aus traditionellen PC-133 Chips, hat einen Vergleichsrechner mit Rambus-kompatiblen Speicherchips in 11 von 14 Benchmark-Kriterien geschlagen.


War schon der mit den konventionellen Chips bestückte Rechner bei den Geschäftsapplikationen betreffenden Benchmarks schneller, konnte er seine höhere Geschwindigkeit auch bei den meisten Multimedia- und 3D-Applikationen unter Beweis stellen.


Zu ähnlichen Ergebnissen ist man bei 866-MHz CPUs und noch langsamer getakteten Varianten gekommen.


Damit das nicht gleich so ins Auge fällt, wurden die Einzelergebnisse der Tests an unterschiedlichen Stellen veröffentlicht. Vier Jahre hatte Intel daran fest gehalten, dass Rambus eine höhere Performance bietet.


Dabei hätte das Unternehmen nur einmal bei Micron Technology (MU) anrufen brauchen. Ende 1999 hatten theoretische Untersuchungen -unterstützt von Micron Technology- ergeben, dass DDR-Rams durchweg besser abschneiden als Rambus-Chips: DDR266-SDRAMs kämen auf eine Bandbreite von etwas über 2 Gbyte/s. PC133 erreicht 1 Gbyte/s, Rambus (800 MHz) liegt mit 1,6 Gbyte/s dazwischen. Diese Ergebnisse wurden jetzt von der Wirklichkeit eingeholt und zeigen sogar noch bei den state-of-the-art Chips nach PC-133 bessere Resultate.


Wir hatten darüber bereits am 23. Mai unter dem Titel "DRAM-Speicher: Ram-Bus oder DDR-Zug oder ...?" berichtet.


Computer-Hersteller beklagen sich schon länger über die Rambus-Architektur, die sie einen Faktor zwei gegenüber üblichen RAMs mehr kostet. Bei dem relativ schwachen PC-Markt sei das kaum beim Kunden durchzusetzen.


Analysten glauben, dass sich die Performance von Rambus-Speichern gegenüber PC-133 Designs erst mit dem Pentium 4 mit 1,4 GHz Takt besser darstellen werde. Bei seinem, mit 400 MHz getakteten Bus (dreifach schneller als beim Pentium III) seien die traditionellen Speicher klar unterlegen. Zwar würden auch dann noch DDR-RAM Varianten bessere Performance bieten, sie wären auch preiswerter, würden aber mehr Raum einnehmen, was das Ganze relativiere.


Außerdem könne nun festgestellt werden, dass das Preisniveau von Rambus-Chips langsam sinke. Die Tatsache, dass Rambus (vorerst) auch bei SD-Rams und DDR-Rams kassieren könne, tue ein Übriges. Siehe 81699, aber auch 87753.


Die Meldung am Rande: Intel kann immer noch das Recht ausüben, 4 Mio. Rambus-Aktien zu kaufen. Nach einer Vereinbarung aus dem Jahre 1996 ist hierfür ein Transferpreis von 10 US-Dollar festgelegt. Nach dem Splitt der Rambus-Aktie kostet ein Anteil noch 2,50 US-Diollar. Das ist auf dem aktuellen Kurs der Rambus-Aktie ein gutes Geschäft.


Aber - Vorher muss ntel in zwei aufeinander folgenden Quartalen eines Jahres mindestens 20% der Chipset-Umsätze mit Rambus-kompatiblen Varianten machen. In welchem Jahr das sein wird, muss auch erst noch durch beide Parteien festgelegt werden. Und unterdessen zahlt intel erst einmal Lizenzen an Rambus.


Zwischenzeitlich steigen die DRAM-Preise ingesamt und global auf ein Niveau wie zu Jahresbeginn, so dass Merrill Lynch Analyst Joe Osha von einer scharfen Verknappung spät im Jahre 2000 ausgeht.


Die RMBS-Aktie notiert heute nach gestrigen Verlusten bei 93-11/16 - plus 7,4 Prozent.

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