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Eisai ist bestürzt über die fehlende Anerkennung eines Zusatznutzens von Halaven® (Eribulin) bei der Behandlung des fortgeschrittenen Liposarkoms durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)

Nachrichtenquelle: PR Newswire (dt.)
05.09.2016, 00:01  |  3096   |   |   

HATFIELD, England, September 5, 2016 /PRNewswire/ --

NUR FÜR MEDIEN AUS EMEA: NICHT FÜR JOURNALISTEN AUS DER SCHWEIZ/ÖSTERREICH

Bericht lässt den zuvor noch nie gezeigten Gesamtüberlebensvorteil für Eribulin beim fortgeschrittenen Liposarkom außer Acht[1]  

Das deutsche Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat am 1. September 2016 einen Bericht veröffentlicht, wonach ein Zusatznutzen für Halaven® (Eribulin) gegenüber der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) definierten zweckmäßigen Vergleichstherapie für die Behandlung des nicht resezierbaren fortgeschrittenen bzw. metastasierten Liposarkoms aus formalen bzw. methodischen Gründen nicht nachgewiesen wurde.[2] Das von Eisai für die Bewertung vorgelegte Dossier enthielt sowohl die Ergebnisse eines direkten Vergleichs mit Dacarbazin (basierend auf der Phase-III-Studie 309 von Eisai) als auch eines indirekten Vergleichs mit Trabectedin. Das IQWiG lässt bei seiner Bewertung die Daten der Phase-III-Zulassungsstudie außer Acht, die eindeutig zeigten, dass Eribulin die erste und einzige Therapie ist, die einen statistisch signifikanten Überlebensvorteil bei der Behandlung des fortgeschrittenen Liposarkoms nachweisen konnte.[1]

"Eribulin hat gegenüber Dacarbazin einen statistisch signifikanten Überlebensvorteil bei der Behandlung des fortgeschrittenen Liposarkoms gezeigt. Das Liposarkom ist eine sehr seltene und schwer zu behandelnde Form des Weichteilsarkoms, für die es nur wenige Behandlungsoptionen gibt. Die Wirksamkeit bestehender Therapien ist relativ begrenzt. Die klinische Bedeutung dieses noch nie zuvor gezeigten Überlebensvorteils für Patienten mit fortgeschrittenem Liposarkom, die dringend neue und wirksame Behandlungsmöglichkeiten wie eben Eribulin benötigen, kann nicht genug betont werden", kommentiert Dr. Helga Schmitz, Medizinische Direktorin, Eisai GmbH.

Die endgültige Entscheidung über den Zusatznutzen von Eribulin liegt beim G-BA und wird nach einer angemessenen und ausgewogenen Prüfung aller relevanten Aspekte des IQWiG-Berichts, der schriftlichen Stellungnahmen sowie einer mündlichen Anhörung mit u.a. Experten und Patientenvertretern für Anfang Dezember 2016 erwartet.

Eribulin ist die erste und einzige Monotherapie, die im Rahmen einer Phase-III-Zulassungsstudie (Studie 309) einen statistisch signifikanten Überlebensvorteil beim fortgeschrittenen Liposarkom nachweisen konnte.[1] Ergebnisse der Studie 309 zeigten einen medianen Gesamtüberlebensvorteil von 7,2 Monaten bei den mit Eribulin behandelten Patienten im Vergleich zu den mit Dacarbazin, einer langjährig etablierten und akzeptierten Therapieoption, behandelten Patienten, in der vordefinierten Subgruppe der Patienten mit nicht resezierbarem fortgeschrittenem oder metastasiertem Liposarkom (15,6 Monate vs. 8,4 Monaten, HR = 0,511; 95 % KI 0,346-0,753; p = 0,0006).[3] Die bei dieser Studie im Eribulin-Arm am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen waren Neutropenie, Fatigue, Übelkeit, Alopezie und Verstopfung, was dem für Eribulin bekannten Sicherheitsprofil entsprach. Die am häufigsten im Dacarbazin-Arm aufgetretenen Nebenwirkungen waren Übelkeit, Fatigue, Anämie, Thrombozytopenie, Erbrechen und Verstopfung.[1]

Weichteilsarkome sind bösartige Tumore und entwickeln sich aus Zellen in wichtigen Geweben des Körpers wie Fett, Muskeln, Nerven, Bindegewebe und Blut.[4],[5] Liposarkome (adipozytische Sarkome), ein Subtyp des Weichteilsarkoms, entstehen aus Fettzellen und können überall im Körper auftreten.[5] Da sie rund 17 % aller Weichteilsarkome ausmachen, sind Liposarkome der häufigste Sarkom-Subtyp.[6],[7] Sarkome stellen rund 1 % aller in Europa diagnostizierten Krebserkrankungen dar.[5] In Deutschland erhalten jedes Jahr rund 3.000 Menschen die Diagnose Weichteilsarkom.[8]

"Eisai kann die Argumentation des IQWiG, dass für Eribulin kein Zusatznutzen nachgewiesen worden sei, nicht nachvollziehen, da überzeugende Phase-III-Daten vorliegen, die einen eindeutigen Gesamtüberlebensvorteil zeigen. Wir hoffen, dass der G-BA ungeachtet des Berichts des IQWiG einen Standpunkt vertreten wird, der die zweifellos positiven Phase-III-Daten von Eribulin widerspiegelt", kommentiert Dr. Patrik Höller, Direktor Geschäftseinheit Onkologie, Eisai GmbH.

Im Mai 2016 erteilte die Europäische Kommission die Zulassungserweiterung von Eribulin für die Behandlung erwachsener Patienten mit nicht resezierbarem Liposarkom, die wegen einer fortgeschrittenen oder metastasierten Tumorerkrankung eine Vorbehandlung mit einer Anthrazyklin enthaltenden Therapie (sofern sie geeignet war) erhalten haben.

Eribulin ist in Europa ebenfalls für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs zugelassen, bei denen nach Anwendung von mindestens einer Chemotherapie zur Behandlung der fortgeschrittenen Erkrankung eine weitere Progression eingetreten ist. Die Vortherapien sollen ein Anthrazyklin und ein Taxan entweder als adjuvante Therapie oder im Rahmen der metastasierten Situation enthalten haben, es sei denn, diese Behandlungen waren ungeeignet für den Patienten.[9]

Eisai widmet sich der Erforschung, Entwicklung und Herstellung innovativer onkologischer Therapien, die einen echten Unterschied ausmachen und sich positiv auf das Leben der Patienten und ihrer Familien auswirken können. Dieses leidenschaftliche Interesse am Menschen ist Teil von Eisais Unternehmensphilosophie human health care (hhc), die zum Ziel hat, ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse von Patienten und ihren Familien zu entwickeln und so deren Lebensqualität zu verbessern.

Hinweise für die Redaktion   

Halaven® (Eribulin)   

Eribulin ist der erste Wirkstoff mit neuartigem Wirkmechanismus aus der Klasse der Halichondrine. Strukturell handelt es sich bei Eribulin um eine vereinfachte, synthetisch hergestellte Version von Halichondrin B, einem Naturprodukt, das aus dem Meeresschwamm Halichondria okadai isoliert wird. Eribulin hemmt die Wachstumsphase der Mikrotubuli ohne die Verkürzungsphase zu beeinträchtigen und verhindert so die Zellteilung.

Über Weichteilsarkome  

Weichteilsarkom ist ein Sammelbegriff für diverse Gruppen maligner Tumore.

Im Gegensatz zu anderen Krebsformen wie dem nicht kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC) sind Weichteilsarkome bei der Diagnose meistens lokal begrenzt und lassen sich oft vollständig chirurgisch entfernen; allerdings kann die Rezidivrate bis zu 50 Prozent betragen.[10] Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung weisen eine ungünstige Prognose mit einer medianen Lebenserwartung von etwa einem Jahr oder weniger auf. Aufgrund der Seltenheit dieser Tumore gibt es nur schwache und wenig erforschte Nachweise für Prognosefaktoren.[11]

Globale klinische Phase-III-Studie 309[1]

Der primäre Endpunkt der Studie war der Vergleich der Gesamtüberlebensdauer zwischen den mit Eribulin-Mesilat (1,4 mg/m² intravenös an den Tagen 1 und 8) und den mit Dacarbazin (850 mg/m², 1000 mg/m² oder 1200 mg/m² [Dosis intravenös an Tag 1 und abhängig von Zentrum und Kliniker]) behandelten Patienten. Zu den weiteren Endpunkten zählten das progressionsfreie Überleben (PFS) und die Lebensqualität.

Die an der Studie teilnehmenden Patienten hatten ein Alter von ≥18 Jahren und hatten ein fortgeschrittenes Leiomyosarkom hohen/mittleren Grades oder ein dedifferenziertes Myxoid-, Rundzellen- bzw. eine pleomorphe Variante des adipozytischen Sarkoms, die durch Operation und/oder Strahlentherapie nicht mehr heilbar waren. Die Patienten hatten einen ECOG-Status ≤2 und hatten zuvor ≥2 standardmäßige systemische Therapien erhalten, die ein Anthrazyklin enthalten hatten. Die Patienten wurden 1:1 randomisiert und erhielten im 21-Tage Zyklus Eribulin-Mesilat (1,4 mg/m[2], i. v. an Tag 1 und 8) bzw. Dacarbazin (850-1200 mg/m[2], i. v. an Tag 1) bis zum Progress ihrer Erkrankung.

Insgesamt wurden 452 Patienten (67 % davon weiblich; 79 % <65 Jahre) randomisiert (228 Eribulin; 224 Dacarbazin). Die mediane Gesamtüberlebensdauer für Eribulin und Dacarbazin betrug 13,5 bzw. 11,5 Monate (HR = 0,768, 95 % KI 0,618-0,954; p = 0,017). Das PFS betrug in beiden Studienarmen 2,6 Monate (HR = 0,877, 95 % KI 0,710-1,085; p = 0,229). Die PFS-Rate in der 12. Woche lag für Eribulin und Dacarbazin bei 33 % bzw. 29 %. Eribulin zeigte ein Toxizitätsprofil, das mit bisherigen Erfahrungen in Einklang steht, wobei es keine unerwarteten oder neuen Sicherheitserkenntnisse gab. Bei dieser Studie waren die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen im Eribulin-Arm Neutropenie, Fatigue, Übelkeit, Alopezie und Verstopfung entsprechend dem für Eribulin bekannten Sicherheitsprofil.

Eisai in der Onkologie   

Basierend auf unserer wissenschaftlichen Expertise setzen wir uns für sinnvolle Innovationen in der Krebsforschung ein. Dabei kommt uns die Möglichkeit der globalen Durchführung von Forschungsarbeiten und präklinischer Forschung ebenso zugute wie unsere Fähigkeiten zur Entwicklung kleiner Moleküle, therapeutischer Impfstoffe, biologischer Wirkstoffe und die Therapie unterstützender Wirkstoffe für Krebserkrankungen mit unterschiedlichen Indikationen.

Über Eisai Co., Ltd.  

Eisai Co., Ltd. ist ein führendes, weltweit agierendes forschungs- und entwicklungsorientiertes (F&E) Pharmaunternehmen mit Hauptsitz in Japan. Eisai hat sein Unternehmensleitbild wie folgt definiert: Im Mittelpunkt stehen die Patienten und ihre Angehörigen sowie die Verbesserung der Gesundheitsfürsorge - wir nennen dies unsere human health care (hhc)-Philosophie. Mit mehr als 10.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unserem weltweiten Netzwerk von Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen, Produktionsstätten und Vertriebsniederlassungen arbeiten wir an der Verwirklichung unserer hhc-Philosophie, indem wir innovative Produkte in verschiedenen therapeutischen Bereichen anbieten, in denen ein hoher ungedeckter medizinischer Bedarf besteht, wie etwa der Onkologie und der Neurologie.

Als global tätiges pharmazeutisches Unternehmen engagieren wir uns gemäß unserem Unternehmensleitbild für Patienten überall auf der Welt - durch Investitionen und Beteiligungen an partnerschaftlichen Initiativen zur Verbesserung des Zugangs zu Arzneimitteln in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Weitere Informationen über Eisai Co., Ltd. finden Sie auf unserer Website: http://www.eisai.com.

Literaturhinweise   

1. Schöffski P et al. Eribulin versus dacarbazine in previously treated patients with advanced liposarcoma or leiomyosarcoma: a randomised, open-label, multicentre, phase 3 trial. The Lancet. 2016

2. IQWiG Assessment Report. Available at: https://www.iqwig.de/download/A16-31_Eribulin_Kurzfassung_Nutzenbewertung-35a-SGB-V.pdf Accessed September 2016

3. Chawla S, et al. Subtype specific activity in liposarcoma (LPS) patients (pts) from a phase 3, open label, randomised study of eribulin (ERI) versus dacarbazine (DTIC) in patients with advanced LPS and leiomyosarcoma (LMS). American Society for Clinical Oncology annual meeting 2016; Abstract # 11037

4. Macmillan. What are soft tissue sarcomas? Available at: http://www.macmillan.org.uk/Cancerinformation/Cancertypes/Softtissuesarcomas/Aboutsofttissuesarcomas/Softtissuesarcomas.aspx . Accessed: November 2015

5. ESMO Guidance. Available at: http://annonc.oxfordjournals.org/content/25/suppl_3/iii102.full.pdf+html Accessed: November 2015

6. Schwartz RA. Liposarcoma. Medscape. 2013. Available at: http://emedicine.medscape.com/article/1102007-overview ; Accessed April 2016

7. Howlader N, Noone AM, Krapcho M, Miller D, Bishop K, Altekruse SF, Kosary CL, Yu M, Ruhl J, Tatalovich Z, Mariotto A, Lewis DR, Chen HS, Feuer EJ, Cronin KA (eds). SEER Cancer Statistics Review, 1975-2013, National Cancer Institute. Bethesda, MD, http://seer.cancer.gov/csr/1975_2013/ , based on November 2015 SEER data submission, posted to the SEER web site, April 2016

8. Robert Koch Institute, Krebs in Deutschland 2012. 70-73

9. Fachinformation Halaven (Stand: August 2016)  

10. R Pollock. Soft Tissue Sarcomas, A Volume in the American Cancer Society Atlas of Clinical Oncology Series. 2012

11. Fletcher, et al. World Health Organization Classification of Tumours of Soft Tissue and Bone (4th Edition). Lyon: IARC Press, 2013

Date of preparation: September 2016

Job code: Corporate-UK2045

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