Trump-Geldpolitik Trump will radikale Reflationierung - Mit Helikoptergeld in Richtung Vollgeldsystem?

Nachrichtenquelle: Daniel Stelter
08.11.2016, 09:07  |  7027   |   |   

Obwohl in den jüngsten Umfragen der Vorsprung Hillary Clintons vor Donald Trump zusammenschrumpfte, stehen die Wetten bei den professionellen Buchmachern immer noch klar für eine US-Präsidentin Hillary Clinton. Trotz der letzten Korrekturen gilt das auch für die Märkte.

Damit gehen wir bei Öffnung der Börsen am Mittwoch in ein asymmetrisches Risiko: Gewinnt tatsächlich die Favoritin der Märkte, gilt „weiter so“ – mit wenig Potential nach oben. Gewinnt hingegen Donald Trump, würden die Investoren erst einmal auf dem falschen Fuß erwischt und unmittelbar in einen „Risk off“-Modus schalten. Gerade in den USA sind die Bewertungen hoch, und das Abwärtspotenzial ist groß. Auch die weltweiten Aktienmärkte würden auf die Nachricht negativ reagieren. Trump hat genügend Aussagen im Wahlkampf getroffen, die ihn als unsicheren Kantonisten erscheinen lassen; das breite Medienecho auf seine Wahl dürfte entsprechend negativ sein und diesen Effekt verstärken.

Kommt es zu einem Einbruch, kann dieser durchaus zu einer heftigen Korrektur von zwanzig bis dreißig Prozent in den kommenden Monaten führen. Trumps Wahl wäre dabei der Auslöser, jedoch nicht die Ursache. Die Grundlage für diesen Einbruch haben die Notenbanken der Welt mit ihren Gelddruckaktivitäten gelegt, die Vermögenswerte treiben, die Realwirtschaft jedoch nicht beleben können. 

Die viel spannendere Frage ist jedoch: was dann? Ist die Wahl Trumps der Auftakt für einen weltweiten Abschwung oder nur eine Kaufgelegenheit?

Trump will radikale Reflationierung

Grundsätzlich ist es immer schwierig, vom Getöse eines – schon gar US-amerikanischen – Wahlkampfs auf die tatsächlich Politik zu schließen. Donald Trump hat mit so vielen Äußerungen politisch angeeckt und einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, dass in seinem Fall eine klare Linie noch viel schwerer zu erkennen ist. So wurde auch sein Interview vom 9. Mai bei CNN in den USA schnell wieder vergessen und in Europa gar nicht groß wahrgenommen. Ein weiterer Trump-Blödsinn, dachten die meisten. Dabei hat er an diesem 9. Mai eine Haltung offenbart, die ich durchaus als einen „Game Changer“ im Eiszeit-Szenario der säkularen Stagnation in Wirtschaft und Finanzmärkten bezeichnen würde. Gefragt, wie er denn gedenke mit den hohen Schulden der USA umzugehen, lautete Trumps Antwort: you print the money. Er selbst als Schuldenkönig wüsste wohl am besten, wie man mit Schulden umzugehen habe.

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