Ergebnis der US-Wahlen Warum Obama Schuld an Trumps Wahlsieg ist

Gastautor: Rainer Zitelmann
09.11.2016, 07:53  |  4756   |   |   

Barack Obama, nach seinem Wahlsieg vor acht Jahren als neuer Messias gefeiert, hat uns als Ergebnis seiner Regierungszeit nun Donald Trump als Präsidenten der USA beschert.

Heute Nacht habe ich, so wie viele Menschen, mit Spannung die US-Wahlen verfolgt. Die Berichterstattung in ARD und ZDF war langsam, langweilig und vor allem extrem ideologisch. Ganz anders in CNN. Obwohl auch CNN Trump ganz bestimmt nicht nahe steht, bekam der Zuschauer dort aktuell alle Fakten, beispielsweise über den jeweiligen Stand der Auszählungen in Florida. Wenn man auf ARD und ZDF umschaltete, bekam man den Auszählungsstand mit erheblicher Verspätung und stattdessen zur gleichen Zeit einen höhnischen Bericht über ein deutsches Dorf, in dem Vorfahren von Donald Trump geboren wurden sowie ein Interview mit einem über zehn Ecken mit Trump verwandten Deutschen, der sich dafür schrecklich schämte. Um 6 Uhr, während auf CNN die neuesten Auszählungen sekundengenau gemeldet wurden, durfte dann der Chef der Linkspartei, Bernd Riexinger, ausführlich Trumps Wahlerfolg aus seiner sozialistischen Sicht kommentieren. Soweit der Medienvergleich.

Warum auch ich von Anfang an ein entschiedener Trump-Kritiker war, habe ich in dutzenden Kommentaren an dieser Stelle immer wieder begründet. Dennoch hat mich die Berichterstattung in ARD und ZDF, die mit sachlichem Journalismus nur noch wenig zu tun hatte und eher an das DDR-Fernsehen mit Karl-Eduard von Schnitzlers "schwarzem Kanal" erinnerte, maßlos geärgert.

Doch nun zum Thema: Warum schreibe ich, dass Obama für Trump verantwortlich ist?

Trumps Wahl als Votum gegen Obamas Gesellschaftspolitik

Die Amerikaner haben die Political Correctness, für die Obama wie kein anderer steht, gründlich satt. Trump hat sich von Anfang an als Vorkämpfer gegen die Political Correctness positioniert, und dies war eine entscheidende Ursache für seinen Erfolg. Die Mehrheit der weißen Amerikaner hatte das Gefühl, dass sie von der Politik vergessen werden, weil sich diese nur noch um Minderheiten kümmerte (deren Los sie dabei auch nicht verbesserte, denn den Afroamerikanern geht es nach acht Jahren Obama schlechter als zuvor). Im März diesen Jahres eskalierte Obama den Streit über die Toilettenbenutzung von "Transgendern". Nachdem im März der Bundesstaat North Carolina gesetzlich regelte, dass Männer Männertoiletten und Frauen Frauentoiletten benutzen müssen, drohte Obama dem Bundesstaat, Milliardenzuschüsse für das Bildungssystem zu streichen, weil die Bürgerrechte von "Transgendern" bei der Toilettennutzung mit dieser Gesetzgebung nicht berücksichtigt worden seien. Eines von vielen absurden Beispielen für das, was viele Trump-Wähler als Herrschaft der politisch Korrekten empfunden haben. Obama und seine demokratische Partei positionierten sich als Interessenvertreter gesellschaftlicher Randgruppen und insbesondere weiße, heterosexuelle Männer hatten das Gefühl, dass sich niemand mehr für sie interessiert oder einsetzt. Trump gab ihnen das Gefühl, dass auch sie ernst und wichtig genommen werden. Seine Strategie, die "vergessenen weißen Männer" zu mobilisieren, war erfolgreicher als die Strategie Clinton, eine große Koalition der Frauen mit allen Minderheiten und Randgruppen zu schmieden.

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