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Forex-Report US Wahl als Katalysator für Aktien – Glauben Märkte an „Trumponomics“?

Gastautor: Folker Hellmeyer
11.11.2016, 12:23  |  2831   |   |   

Der Euro eröffnet heute gegenüber dem USD bei 1.0915 (07.55 Uhr), nachdem der Tiefstkurs der letzten 24 Handelsstunden bei 1.0865 im europäischen Handel markiert wurde. Der USD stellt sich gegenüber dem JPY auf 106.44. In der Folge notiert EUR-JPY bei 116.16. EUR-CHF oszilliert bei 1.0758.

Wie schon gestern beschrieben, hat sich die Marktstimmung nach der US-Wahl deutlich gedreht. Das von vielen Stellen skizzierte Horrorszenario wurde mit Trumps Wahlsieg Wirklichkeit, nicht aber der damit in Verbindung gebrachte Totalabsturz der Märkte.

In der Tat waren die Reaktionen noch während der Wahlnacht ausgeprägt und markierten

Im frühen Handel die Spitze. Über den Tag verlor diese Bewegung aber immer mehr Traktion und verkehrte sich später sogar ins Plus.

Keine Spur von Panik oder Chaos mehr!

Die Optimisten bekamen durch eine ausgleichende Antrittsrede des frisch gewählten Präsidenten und Hinweise auf einen diplomatischeren Ton Trumps weiteren Zulauf. Der US-Dollar konnte auf breiter Front zulegen und notiert aktuell unter den Kursen von vor der Wahl.

Auch die zuvor belächelten Aussagen über Zinsniveau und Wachstumsaussichten finden Anklang – Trumponomics könnte ein neues Modell werden. Die Renditen der richtungsweisenden US-Treasuries mit 10 Jahren Laufzeit sind in Erwartung steigender Zinsen auf deutlich über die 2-Prozent-Schwelle geklettert. Der Dow Jones schraubte sich auf ein Rekordhoch und ging bei über 18.800 Punkten aus dem Handel. Je geringer die Auswirkungen negativ auf die Märkte ausstrahlen, desto wahrscheinlicher ist, dass die Federal Reserve bei ihrem angekündigten Fahrplan bleibt und im Dezember einen 0,25%-Zinsschritt unternimmt.

Eine starke Korrelation zeigten die Bundrenditen, die auf 0,30% anstiegen und auf den höchsten Wert seit Anfang dieses Jahres kletterten. Dabei folg(t)en die europäischen Renditen den steigenden US-Zahlen, obwohl die Auswirkungen der angekündigten ´trumpschen Politik (endogene Basis stärken was einen stärkeren Dollar bedeutet) eher deflationäre Tendenzen nach Europa exportieren sollte. Ein spannendes Szeanario zeichnet sich in Italien ab, wo Anfang Dezember ein Referendum über die Entmachtung des römischen Senats abgehalten wird und Premier Renzi seine politische Zukunft an einen positiven Wahlausgang gekoppelt hat. Auch wenn er davon inzwischen abgerückt ist, um

nicht masochistische Züge zu offenbaren, droht seine Glaubwürdigkeit beschädigt zu werden. Darüber hinaus besteht sogar die Möglichkeit, dass die 5-Sterne-Partei um Beppe Grillo bis in die Regierung gelangen kann.

Es ist etwas großes im Umbruch, das zeigen zuletzt das Vereinigte Königreich und nun die Vereinigten Staaten, was die Risikoprämien ansteigen lassen sollte.

Der Kalender im kommenden Jahr ist politisch gut bestückt mit Wahlen in den Niederlanden, Frankreich und der Bundestagswahl. Die politischen Eliten in Europa sollten sich schleunigst mit der neuen Situation arrangieren und nicht weiter die mediale Moralkeule schwingen, denn diese Taktik hat mit Sicherheit für ein weiteres Auseinanderdriften der Bevölkerung von ihnen geführt. Wir „freuen“ uns lieber über ein 1,5 Mrd. Euro großes Wahlgeschenk der Regierung, die die gesetzlichen Krankenkassen bezuschusst, um das Thema Beitragserhöhungen auf einen Termin nach der Wahl zu verschieben.

Ein aktuelles und sehr lesenswertes Interview von Folker Hellmeyer aus dem Weser Kurier:

http://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-politik-wirtschaft_artikel,-H ...

Aktuell ergibt sich ein Szenario, das eine positive Haltung in der Parität EUR-USD favorisiert. Erst ein deutliches Unterschreiten der Unterstützungszone bei 1.0850-20 dreht den Bias auf neutral.

Viel Erfolg!

 

 

 



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