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Brent C.O. - Die Angst geht um!

14.11.2016, 10:41  |  4312   |   |   

Der überraschende Wahlsieg Trumps sorgte für Verwerfungen an den Finanzmärkten. Wer nun dachte, dass vor allem der US-Dollar nach seinem Wahlsieg zur Schwäche neigen würde, sieht sich in dieser Annahme - bislang zumindest - nicht bestätigt. Und gerade die starke Entwicklung des Greenbacks ist es, die neben den Edelmetallen auch dem Rohöl derzeit so zusetzt. Wie lange dieser Effekt nun anhalten wird, wird wiederum maßgeblich vom Verlauf der nächsten FED-Sitzung Mitte Dezember abhängen.

Der Markt dürfte also in den kommenden Wochen schwierig bleiben, denn das anstehende OPEC-Treffen am 30.11. wirft ebenfalls seine Schatten voraus. Mit bangem Blick schauen die Anleger, zumindest all jene, die auf steigende Ölpreise gesetzt haben, auf dieses Ereignis. In unseren Kommentaren hatten wir immer wieder darauf verwiesen, dass die Zwischenrally von Mitte September bis Mitte Oktober bei Brent C.O. aus unserer Sicht spekulationsgetrieben war und jeglicher fundamentalen Grundlage entbehrte.

Fakt ist: Sollte sich die OPEC zu keiner restriktiveren Förderpolitik auf ihrem November-Treffen durchringen können (oder wollen), würde Brent C.O. eine weitere Abverkaufswelle drohen. Der Ölmarkt macht nun in keiner Weise einen „unterversorgten“ Eindruck. Ölschwemme trifft es da schon eher. Zuletzt gab es ja einige Daten, die aufhorchen ließen. Stellvertretend sei an dieser Stelle auf den immensen Aufbau bei den US-amerikanischen Rohöllagerbeständen aus der Kalenderwoche 44 (+14,4 Mio. Barrel) erinnert. Auch die aktuellen Daten aus der Kalenderwoche 45 weisen einen weiteren Aufbau um +2,4 Mio. Barrel aus. Damit vollzog sich der Bestandsaufbau einmal mehr deutlicher, als von Experten im Vorfeld erwartet wurde. Auf der anderen Seite vermeldet die OPEC seit Monaten steigende Produktionsraten. Das sind im Vorfeld des OPEC-Treffens, von dem sich ja so viele Anleger wichtige Signale erwarten, nicht gerade vertrauensbildende Maßnahmen.

In der Charttechnik manifestiert sich immer mehr ein negatives Bild. Der mittelfristige Aufwärtstrend (rot) ist Geschichte. Damit löste sich die eigentlich bullisch zu interpretierende Dreiecksformation (ehemaliger Aufwärtstrend + Horizontalwiderstand bei 53 US-Dollar) in einem negativen Szenario auf. Mit anderen Worten: Es drohen weitere Abgaben! In diesem Zusammenhang sollte auch die 200-Tage-Linie genau im Auge behalten werden. Sollten nun also der Bereich um 46/45 US-Dollar unterschritten werden, rückt unweigerlich der nächste potentielle Auffangbereich bei 42 US-Dollar in den Fokus… Den Ölpreisen (egal, ob nun Brent C.O. oder WTI Oil) stehen richtungsweisende Wochen ins Haus. Die Nervosität dürfte weiter zunehmen, je näher das OPEC-Treffen rückt.

Wir bleiben bei unserer skeptischen Grundhaltung und  schauen uns das Ganze von der Seitenlinie aus an.

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