DAX-0,52 % EUR/USD+0,12 % Gold+0,10 % Öl (Brent)-4,73 %

Bombardier nimmt Geld auf, um seine Schulden abzuzahlen

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
22.11.2016, 08:00  |  1216   |   |   
Foto: Bombardier

Zur großen Freude der Investoren scheint es so, als würde Bombardier (WKN:866671) bei seiner Trendwende endlich Fortschritte machen.

Der Zug- und Flugzeughersteller hatte es in den letzten Jahren wahrlich nicht leicht. Verzögerungen, Kostenüberschreitungen und eine globale Veränderung bei der Nachfrage hatten das Unternehmen dazu gezwungen, sich am Bondmarkt zu bedienen und die Regierung um Hilfe zu bitte, um die klammen Finanzen aufzubessern. Bombardier hat bereits 1 Milliarde US-Dollar von der Regierung von Québec erhalten, von der Bundesregierung bisher allerdings noch nichts.

Unterstützung von der Regierung… kommt das jetzt, oder nicht?

Vor einem Jahr wurde die liberale Regierung gewählt und heute ist es auch genau ein Jahr her, seit Bombardier zum ersten Mal Ottawa um Geld gebeten hat. Die 1 Milliarde US-Dollar, die Bombardier wollte, ist noch nicht gekommen, doch die Gespräche zwischen der Regierung und dem Unternehmen gehen weiter.

Von beiden Seiten gibt es aber Bedenken. Das wird wahrscheinlich zu Zugeständnissen führen, bevor ein Handel verkündet wird. Aus Sicht der Regierung ist wahrscheinlich die Sicherheit von Arbeitsplätzen die höchste Priorität, wie auch eine Änderung der Vorzugsaktienregelung, wodurch die Eigentümerfamilien weiterhin die Zügel in der Hand haben, obwohl sie nur einen Minderheitsanteil besitzen.

Auf der Haben-Seite steht bei Bombardier ein Plan zur Trendwende. Darüber hinaus war das Unternehmen gezwungen, schwierige Entscheidungen zu treffen, um diesen Plan weiterhin umzusetzen, darunter auch die Streichung von 7.500 Stellen im letzten Monat, wovon 2.000 in Kanada liegen. Diese Stellenstreichungen machen die Verhandlungen mit der Bundesregierung aber deutlich schwieriger.

Der Plan zur Trendwende sieht in den nächsten fünf Jahren die Streichung von 14.500 Stellen vor, darunter 4.800 in Kanada. Die letzte Runde von Stellenstreichungen, die letzten Monat stattgefunden hat, ist bereits die zweite Runde dieses Jahres. Die erste fand im Februar statt.

Die Realität

CEO Alain Bellemare gab kürzlich in einem Interview an, es wäre wichtig zu erkennen, dass Bombardier 2015 schon kurz vor dem Bankrott stand und dass es wichtig wäre, die Kostenstruktur zu ändern, um langfristigen Erfolg sicherzustellen.

Das Unternehmen hat sich in den letzten Jahren in mehrfacher Hinsicht verbessert, ist aber immer noch nicht über den Berg. Bombardier bediente sich in dieser Woche noch einmal am Markt für Unternehmensanleihen – zum ersten Mal in gut einem Jahr – um etwas von den hohen Schulden zu refinanzieren.

Das Unternehmen möchte 1,4 Milliarden US-Dollar zu 8,75 % aufnehmen. Dieser Prozess wird dazu benutzt werden, um ausstehende Schulden mit einem Zinssatz von 7,5 % zu bezahlen, die im März 2018 fällig werden und solche, die mit 5,5 % verzinst werden und im September 2018 fällig werden.

Die Analysten stimmen zu, dass eine Refinanzierung zu höheren Zinsen nicht optimal ist, aber Bombardier hatte keine Wahl. Das Unternehmen muss für die CSeries und das Global 700-Flugzeug sparen.

Die Global 700 hatte im November ihren Jungfernflug und befindet sich jetzt im Zertifizierungsprozess.

Die CSeries wurde schon zertifiziert und die Produktion wurde bereits begonnen. Doch die Auslieferungen verlaufen schleppend. Bombardier erwartet jetzt 7 Lieferungen für dieses Jahr, was einen Rückschritt von den ursprünglich geplanten 15 darstellt. Die Industrieexperten merkten an, dass die CSeries, wie die meisten neu produzierten Jets, immer noch Geld verliert. Das Unternehmen erwartet irgendwann im Jahr 2020 schwarze Zahlen damit zu schreiben.

Der letzte Quartalsbericht von Bombardier war besser als erwartet, aber immer noch weit entfernt davon, ideal zu sein. Im letzten Quartal meldete das Unternehmen einen Nettoverlust von nur 94 Millionen CAD, was deutlich besser ist als die 4,9 Milliarden CAD im Vorjahreszeitraum. Auf bereinigter Basis erreichte dieser Verlust 10 Millionen CAD oder weniger als 1 Cent pro Aktie – besser als der Verlust von 3 Cent pro Aktie, den die Analysten erwartet hatten.

Die Bemühungen von Bombardier sind natürlich ermutigend, doch das Unternehmen stellt immer noch ein sehr riskantes Investment dar. Daher sollten sich die Investoren lieber woanders umsehen.

Seite 1 von 2

The Motley Fool GmbH – Disclaimer für Anlageempfehlungen

Disclaimer für The Motley Fool GmbH Research Publikationen Hinweis: Auf diesen Seiten findest du Rechtshinweise und die Veröffentlichungen gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR (Marktmissbrauchsverordnung (EU) Nr. 596/2014) für alle Wertpapieranalysen und Empfehlungen von The Motley Fool GmbH („The Fool“ nachher) bezüglich aller Unternehmen, die gegenwärtig von dieser beobachtet wird.

Diese Seiten wurden zuletzt am 18. Apr 2017 aktualisiert.

Rechtshinweis / Disclaimer Die Anlageempfehlungen von The Fool enthalten ausgewählte Informationen und erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Die Analysen stützen sich auf allgemein zugängliche Informationen und Daten („die Information“), die als zuverlässig gelten. The Fool hat die Information jedoch nicht auf ihre Richtigkeit oder Vollständigkeit geprüft und übernimmt für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Information keine Haftung. Etwaige unvollständige oder unrichtige Informationen begründen keine Haftung von The Fool für Schäden gleich welcher Art, und The Fool haftet nicht für indirekte und/oder direkte Schäden und/oder Folgeschäden. Insbesondere übernimmt The Fool keine Haftung für in diesen Analysen enthaltene Aussagen, Planungen oder sonstige Einzelheiten bezüglich der untersuchten Unternehmen, deren verbundener Unternehmen, Strategien, konjunkturelle, Marktund/oder Wettbewerbslage, gesetzlicher Rahmenbedingungen usw. Obwohl die Analysen mit aller Sorgfalt zusammengestellt werden, können Fehler oder Unvollständigkeiten nicht ausgeschlossen werden. The Fool, deren Anteilseigner und Angestellte übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit oder Vollständigkeit der Aussagen, Einschätzungen, Empfehlungen oder Schlüsse, die aus in den Analysen enthaltenen Informationen abgeleitet werden. Sollten wesentliche Angaben unterlassen worden sein, haften The Fool für einfache Fahrlässigkeit. Der Höhe nach ist die Haftung von The Fool auf Ersatz von typischen und vorhersehbaren Schäden begrenzt. Die Anlageempfehlungen stellen weder ein Angebot noch eine Aufforderung zur Abgabe eines Angebots zum Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers dar. Es ist möglich, dass Gesellschafter, Geschäftsleitung oder Angestellte von The Fool in verantwortlicher Stellung, z.B. als Mitglied des Aufsichtsrats, in den in Analysen genannten Gesellschaften tätig sind, oder eine Investitionsposition darin haben. Die in Anlageempfehlungen enthaltenen Meinungen können ohne Ankündigung geändert werden. Alle Rechte vorbehalten.

Zusätzliche Informationen für Kunden in den USA Die Anlageempfehlungen sind ein Produkt von The Fool. The Fool ist der Arbeitgeber oder Auftraggeber des jeweiligen Research Analysten, der den Report erstellt hat. Der Research Analyst ist keine mit einem US regulierten Broker-Dealer verbundene Person und unterliegt damit auch nicht der Aufsicht eines US regulierten Broker-Dealer.

Erklärung gemäß § 34b Abs. 1 WpHG und MAR sowie Delegierter Verordnung (EU) Nr. 2016/958 („DelVO“) Bewertung Die Bewertung, die der Anlageempfehlung für das hier analysierte Unternehmen zugrunde liegt, stützt sich auf allgemein anerkannte und weit verbreitete Methoden der fundamentalen Analyse, wie z.B. Discounted Cash Flow (DCF)-Modell, Terminal Multiple Bewertung, Peer-Gruppen-Vergleich, „Sum of the parts“ Modell oder ein ähnliche, häufige und weit verbreitete fundementale Bewertungsmethode.

Das Ergebnis dieser fundamentalen Bewertung wird als Basis der Empfehlung benutzt, obwohl es auch von der Einschätzung des Analysten bezüglich möglichen Industrieveränderungen, alternativen möglichen Zukünfte, Unternehmensstrategienergebnisse, Wettbewerbsdruck, usw. angepasst. Die letztendliche Meinung des Analysten sollte nicht als einzigen Punkt von Modell betrachtet, sondern eher die überlegt am wahrscheinlichsten Ergebniss der vielen möglichen zukünftigen Auswirkungen.

Unabhängig von der verwendeten Bewertungsmethode besteht das Risiko, dass das Investitionsergebnis nicht erreicht wird, z.B. aufgrund unvorhergesehener Veränderungen der Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens, Änderungen des Managements, der Technologie, der konjunkturellen Entwicklung, der Zinsentwicklung, der operativen und/oder Materialkosten, des Wettbewerbsdrucks, des Aufsichtsrechts, des Wechselkurses, der Besteuerung, usw. Bei Anlagen in ausländischen Märkten und Instrumenten gibt es weitere Risiken, etwa aufgrund von Wechselkursänderungen oder Änderungen der politischen und sozialen Bedingungen.

Diese Analyse reflektiert die Meinung des jeweiligen Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung. Eine Änderung der der Bewertung zugrundeliegenden fundamentalen Faktoren kann nachträglich dazu führen, dass die Bewertung nicht mehr zutreffend ist. Ob und in welchem zeitlichen Abstand eine Aktualisierung dieser Ausarbeitung erfolgt, ist vorab nicht festgelegt worden.

Es wurden zusätzliche interne und organisatorische Vorkehrungen zur Prävention oder Behandlung von Interessenkonflikten getroffen.

Die Ergebnisse der Analysen, sowie die Meinungen der Analysten, sind nicht vor der Veröffentlichung zu den analysierten Unternehmen offengelegt.

Alle Preise von Finanzinstrumenten, die in dieser Finanzanalyse angegeben werden, sind Schlusskurse des dem jeweiligen ausgewiesenen Veröffentlichungsdatums vorangegangen Börsenhandelstages, soweit nicht ausdrücklich ein anderer Zeitpunkt genannt wird.

Bedeutung der präsentierten Anlageempfehlungen Anlageempfehlung: Erwartete Entwicklung des Preises des Finanzinstruments bis zum angegebenen Kursziel, nach Meinung des dieses Finanzinstrument betreuenden Analysten.

Kauf: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren mehr als den passenden Index steigen wird. Halten: Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren entweder weniger als den passenden Index steigen wird, oder stabil bleiben wird. Verkaufen:Es wird erwartet, dass der Preis der Aktie in den nächsten 3 bis 5 Jahren fallen wird.

Handelsregeln und Offenlegungen von Analysten und Dritten in Verbindung mit der Motley Fool GmbH Wenn ein Analyst von Motley Fool über eine Aktie schreibt, von der er oder sie selbst eine Position besitzt oder davon anderweitig profitiert, dann wird dieser Umstand am Ende eines Artikels oder Berichts erwähnt.

Wir haben Aktienempfehlung in unseren kostenpflichtigen Newslettern und wir legen auch diese Empfehlungen offen, wenn wir darüber auf unserer kostenlos zugänglichen Website schreiben (Fool.de). Um unseren zahlenden Mitgliedern gegenüber fair zu bleiben, legen wir diese Empfehlungen mindestens 30 Tage ab der ersten Veröffentlichung der Empfehlung nicht in unserem kostenlosen Content offen. Nach dieser Frist von 30 Tagen werden wir auch diese Empfehlungen offen legen.

Das amerikanische Mutterunternehmen, The Motley Fool, LLC (kurz als „Fool US“ bezeichnet) kann auch Positionen von den Wertpapieren haben, die in unseren Artikeln erwähnt werden. Da wir kein nicht-öffentliches Wissen bezüglich der Positionen unseres Mutterunternehmens haben, werden die Positionen von Fool US auch nicht in unserem kostenlosen oder Premium-Content veröffentlicht. Fool US hat seine eigene Offenlegungsrichtlinien.

Zusätzlich zu den oben erwähnten Anforderungen unterliegen wir unter zusätzlichen Handelsbeschränkungen und Richtlinien. Diese Beschränkungen verlangen, dass die Angestellten von Motley Fool:

- jede Aktie, die sie besitzen mindestens 10 volle Handelstage besitzen müssen. (Daytrading ist nicht zugelassen – als ob wir das überhaupt wollten!) - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen. - unsere Compliance-Abteilung informieren müssen, wenn sie eine Aktie kaufen oder verkaufen, egal ob sie darüber geschrieben haben oder nicht.

Wir arbeiten auch mit freiberuflichen Autoren, die:

- jede Aktie, die sie besitzen und über die sie bei Motley Fool schreiben, mindestens 10 volle Handelstage halten müssen. - nicht im Zeitraum von 2 vollen Handelstagen vor und nachdem sie eine Aktie gekauft oder verkauft haben, über diese Aktie schreiben dürfen.


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel