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DAX: Die italienische Bedrohung

Gastautor: Holger Steffen
24.11.2016, 07:30  |  1184   |   |   

Die US-Börsen zeigen Stärke, aber der DAX zieht nicht mit. Die Anleger meiden deutsche und europäische Aktien, weil sie eine neue Runde der Eurokrise fürchten - nicht ganz zu Unrecht.

Die wichtigsten US-Indizes haben in dieser Woche gleichzeitig neue Allzeithochs markiert - ein sehr bullishes Signal. Allerdings spurtet die US-Börse nicht, sondern sie trippelt gemächlich voran. Das reicht nicht aus, um dem DAX neuen Schwung zu verleihen. Der hiesige Markt hat sogar, im Sog von Europa, den Rückwärtsgang eingelegt.

Das dürfte mit dem näher rückenden Verfassungsreferendum in Italien Anfang Dezember und einer möglichen Niederlage von Ministerpräsident Renzi zusammenhängen. Die Folge könnte der Rücktritt und eine politische Krise sein, Pessimisten halten es sogar für möglich, dass am Ende der Kette ein Austritt Italiens aus dem Euroraum drohen könnte.

Die Folgen sind kaum kalkulierbar, das Kapital bringt sich aber vorsichtshalber schon jetzt in Sicherheit. Die Renditen auf italienische Staatsanleihen sind kräftig gestiegen - was umfangreiche Anleihenverkäufe widerspiegelt - und die Bundesbank kämpft schon wieder mit hohen Forderungen (Target-2-Salden) gegenüber den Südländern.

Zudem hat der DAX zum wiederholten Male den Ausbruch über die Marke von 10.800 Punkten nicht geschafft. Bislang kommt allerdings auch kein übermäßiger Verkaufsdruck auf. Eine prozyklische Strategie scheint kurzfristig durchaus ratsam. Erst wenn der DAX über 10.800 Punkte steigt, drängen sich neue Engagements auf, unter 10.500 Punkten scheint eine temporäre Absicherung ratsam.

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