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Welchen Hebel brauchen Trader? Finanzaufsicht will auf 1:50 beschränken!

Gastautor: Sebastian Hell
08.12.2016, 09:12  |  1798   |   |   

Liebe Leserinnen,
Liebe Leser,

in früheren Kolumnen hatte ich darüber berichtet, dass CFDs und Forex (Devisen) immer mehr in den Fokus der Finanzaufsicht rücken. Elisabeth Roegele, zuständig bei der BaFin für den Verbraucherschutz, hatte in einem Interview vor wenigen Wochen für Aufsehen gesorgt. Darin wurde erwähnt, dass die Aufsicht CFDs, FX und Binäroptionen sehr kritisch sehe.

Damit folgt das BaFin dem Beispiel anderer Finanzaufseher in den USA, Belgien, Frankreich und Israel. Doch meist haben nicht CFDs „Schuld“ an dem neuerlichen Interesse der Finanzaufsichten, sondern Binäroptionen, die oftmals als Betrug von Tradern angesehen werden und leider auch viele schwarze Schafe sich in diesem Bereich tummeln.

Zypern gibt die Richtung vor!

Die zypriotische Finanzaufsicht hat ein Konsultationspapier veröffentlicht, zu dem regulierte Broker (mit Sitz auf Zypern) nun Stellung beziehen können. Darin ist vorgesehen, dass Einzahlungsprämien wie Bonusgelder vollkommen verboten werden sollen. Ein guter Schritt wie ich finde, da meist extrem unrealistische Forderungen an die Auszahlungen geknüpft wurden und die Kunden darüber in der Regel auch falsch informiert wurden. Oftmals wurde der Bonus als Guthaben suggeriert, doch in der Realität konnte der Kunde diesen niemals abheben.

Zudem will die Finanzaufsicht in Zypern den Hebel für Neukunden auf 1:50 beschränken. Nur Kunden, die explizit einen höheren Hebel fordern und zudem einen „Test“ bestehen, können höhere Hebel erhalten. Wie genau dieser „Test“ aussehen wird, ist noch nicht klar. Auch steht nicht fest, ob die Regelung wirklich kommen wird. Näheres wissen wir erst ab frühestens Februar 2017.

Ich gehe allerdings davon aus, dass die CySec (Aufsicht in Zypern) unter massivem Druck seitens der EU steht und daher gehandelt hat. Die aktuellen Neuerungen der CySec könnten den Willen der EU widerspiegeln in welche Richtung es zukünftig gehen soll. Der Hebel von 1:50 wurde 2014 auch schon in Polen eingeführt und gilt auch in anderen Ländern als Richtlinie.

Fest schon jetzt: Trader müssen sich auf niedrigere Hebel in den kommenden Jahren einstellen. Die Zeiten, dass man sein Kapital um den Faktor 400, 300 oder 200 hebeln konnte, dürften sich dem Ende neigen. Allerdings haben die meisten Trader ohnehin nie den vollen Hebel eingesetzt, zumindest wenn sie über eine lange Zeit erfolgreich handeln wollten. Auch mit einem maximalen Hebel von 1:50 kann man ohne Probleme erfolgreich am Markt bestehen

 

Ihr Sebastian Hell

Geschäftsführer QTrade

www.qtrade.de



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