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Analyse DAX Analyse – Jahresendrally erreicht erste Hindernisse!

19.12.2016, 07:45  |  1225   |   |   

Der deutsche Leitindex bleibt weiterhin im Rallymodus und hat nun die ersten technischen Hürden ins Visier genommen. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der DAX bis in den Januar hinein seine Jahresendrally fortsetzen kann. Gestützt wurde der DAX von der Entwicklung der europäischen Gemeinschaftswährung nach dem Zinsentscheid des FED. Der Euro fiel dabei auf den tiefsten Stand seit 2003 zurück und notierte zwischenzeitlich unter 1.0400 USD. Nach dem letzten Notenbanktermin des Jahres stehen nun keine nennenswerten Nachrichten mehr auf der Agenda.

Marktsituation DAX – 19. Dezember 2016

Nach dem bullishen Ausbruch Anfang Dezember konnte der deutsche Leitindex die gestartete Jahresendrally fortsetzen und zwischenzeitlich den Widerstand bei 11.400 Punkten überwinden. Durch den Ausbruch ist auch die wochenlange Seitwärtsrange bullish getriggert worden, was für nachhaltiges Käuferinteresse sorgte.

Im Rahmen der Rallybewegung legte der DAX sehr dynamisch zu und verzeichnete innerhalb von zwei Wochen einen Anstieg von knapp 1.000 Punkten. Grund genug sich den übergeordneten Wochenchart vor Augen zu führen um anstehende Widerstandsbereiche zu lokalisieren.

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Hierbei wird deutlich, dass der DAX den ersten Widerstand bei 11.400 Punkten bereits erreicht hat. Auf diesem Kursniveau befindet sich das temporäre Hoch vom 1. Dezember 2015. Von diesem Niveau aus legte der DAX zu Beginn des laufenden Jahres eine deutliche Abwärtsbewegung hin. Dies muss aber nicht zwingend als Vorlage für den Jahreswechsel 2016/2017 gelten, auch wenn die derzeitige Rally ein ordentliches Potenzial für Enttäuschungen mit sich bringt.

Oberhalb der 11.400 Punkte Marke befinden sich direkt im Anschluss weitere Widerstände, welche auf die Korrekturhochs der Abwärtsbewegung März bis August 2015 zurückzuführen sind. Sofern der Widerstand bei 11.400 Punkten in der Weihnachtswoche noch bullish ausgehebelt werden kann, dürften diese Widerstandsbereiche im Anschluss auf die Agenda rücken.

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Die technische Lage im Tageschart stellt sich natürlich nicht grundlegend anders dar. Hier sind die Ausbruchsbewegung und der Test des Widerstandes bei 11.400 Punkten ebenfalls deutlich zu erkennen. Während im Wochenchart der Blick auf die anstehenden Widerstände gerichtet wurde, ergeben sich aus dem Tageschart entsprechende Korrekturziele auf der Unterseite. Auch wenn die Jahresendrally weiterhin intakt ist und eine bullishe Fortsetzung bis über den Jahreswechsel hinaus relativ wahrscheinlich ist, sollte eine bearishe Reaktion in den kommenden Tagen nicht von vornherein ausgeschlossen werden.

Es ist stets zu empfehlen, alle technischen Eventualitäten zumindest zu Beginn der Handelswoche gedanklich durchzugehen und einen Handelsplan aufzustellen. Der Markt wird sich zwar nicht zwingend an den eigenen Handelsplan halten aber die Grundszenarien hat man zumindest für sich selbst einmal visualisiert. So mindert man zumindest das Risiko für negative Überraschungen und in der Regel führt dies zu einer höheren Profitabilität.

Übergeordnete Korrekturziele im Tageschart liegen zunächst beim Ausbruchsniveau bei rund 10.800 Punkten und der 200er-EMA (blau gestrichelt). Auch die seit Februar bestehende Aufwärtstrendlinie spielt hierbei eine wichtige Rolle. Aufgrund der sehr zügigen und dynamischen Impulsbewegung der letzten zwei Wochen ergeben sich aus dem Tageschart keine temporären Korrekturziele. Hierfür sollten Anleger einen Blick auf die untergeordneten Zeiteinheiten werfen.

Unterstützungen und Widerstände:

Unterstützungen Widerstände
11.350 11.430
11.300 11.450
11.200 11.500
11.140 11.640
11.030 11.675

Ausblick DAX:

Hier bieten insbesondere die kleineren Zwischenkorrekturen eine Orientierungshilfe. Um hier die Unterstützungen nach ihrer Signifikanz zu filtern bieten sich in der Regel die Fibonacci-Retracements der vorangegangenen Aufwärtsbewegung an.

Diese sind für sich alleine regelmäßig von geringerer Bedeutung. Daher sollte man darauf achten, dass die Retracements mit weiteren technischen Signalen wie EMA´s oder Korrekturhochs und Korrekturtiefs einhergehen.

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Dies zeigt sich im Stundenchart bei einer großzügigen Auslegung am 23,6er-Retracement bei 11.200 Punkten. Auch das Zwischentief vom 9. Dezember und dem 12. Dezember bei 11.140 Punkten sollte hier im Auge behalten werden.

Weitere Unterstützungen liegen auf der Unterseite im Bereich des 38,2er-Retracements und des 61,8er-Retracements bei 11.040 Punkten bzw. 10.775 Punkten. Im Bereich des 61,8er-Retracement verläuft zudem die 50er-EMA (rot gestrichelt). Dass diese Unterstützung im Zuge der Jahresendrally als Korrekturziel ins Visier genommen wird ist aufgrund des derzeitigen bullishen Drucks allerdings eher unwahrscheinlich. Hierfür müsste sich die Gemengelage in den letzten Tagen des Jahres doch nochmal deutlich ändern.

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Wichtige Wirtschaftsdaten für die kommende Handelswoche:

Montag, 19. Dezember 2016:

Das Jahr neigt sich bekanntlich dem Ende zu und auch wichtigen Wirtschaftsdaten mit entsprechendem Bewegungspotenzial werden zur Mangelware. In Anbetracht der nahenden Weihnachtstage und den spektakulären Entscheidungen der vergangenen Wochen und Monate sicherlich ein angenehmer und akzeptabler Umstand. Am Montag dürfte um 10:00 Uhr lediglich der Ifo-Geschäftsklimaindex über Bewegungspotenzial verfügen. Nach 110,4 Punkten im November wird für Dezember ein Wert von 110,7 Punkten und damit eine geringfügige Steigerung erwartet.

Dienstag, 20.Dezember 2016:

Am Dienstag stehen keine Daten aus der ersten Reihe auf der Agenda. Aus der zweiten Reihe wird um 8:00 Uhr der Erzeugerpreisindex für Deutschland für November bekannt gegeben. Im Vorfeld wird im Vergleich zum Oktober eine Verteuerung um 0,1 Prozent erwartet.

Mittwoch, 21. Dezember 2016:

Am Mittwoch stehen vornehmlich Daten aus den USA auf dem Programm. Zunächst steht der US-Immobilienmarkt im Fokus bevor um 16:30 Uhr die Erdöllagerbestände gemeldet werden. Um 16:00 Uhr wird die Zahl der Veräußerung von bestehenden US-Eigenheimen veröffentlicht. Nachdem im Oktober 5,6 Millionen Eigenheime veräußert wurden, wird für November von 5,5 Millionen Veräußerungen ausgegangen. Damit ist die Anzahl leicht rückläufig, was allerdings keine Bewegungen nach sich ziehen dürfte.

Donnerstag, 22. Dezember 2016:

Auch am Donnerstag stehen zumindest aus dem Euroraum keine wichtigen Daten auf der Agenda. Auch zwei Tage vor Heiligabend liegt der Fokus wieder auf Wirtschaftsdaten aus den USA. Um 14:30 Uhr werden die Auftragseingänge für Gebrauchsgüter und die Kernrate der Auftragseingänge vermeldet. Bei der Kernrate der Auftragseingänge für Gebrauchsgüter wird bspw. auf Flugzeugbestellungen verzichtet, da dieses Geschäftsfeld einer stärkeren Volatilität unterliegt und einen klaren Blick auf die Entwicklungen und Tendenzen verwischt. Im Vergleich zum Oktober wird für November nur noch eine Steigerung der Auftragseingänge um 0,2 Prozent erwartet. In der Vorperiode war noch ein Anstieg von 0,8 Prozent verzeichnet worden. Zudem wird um 14:30 Uhr das endgültige Bruttoinlandsprodukt für die USA im dritten Quartal gemeldet. Dabei dürfte die Prognose über 3,2 Prozent nun abschließend bestätigt werden und damit eine stärkere Bewegung an den Finanzmärkten ausbleiben.

Freitag, 23.Dezember 2016:

Um 8:00 Uhr wird das Gfk Konsumklima für Deutschland gemeldet. Nach 9,8 Punkten für Dezember wird für Januar ein Wert von 9,9 Punkten erwartet. Um 10:30 Uhr folgen dann Daten zum britischen Bruttoinlandsprodukt. Auch hier wird erwartet, dass die vorangegangenen Prognosen eintreffen und nach wie vor ein Wachstum von 2,3 Prozent auf Jahressicht gegeben ist. Zwei Stunden später um 12:30 Uhr schließen dann bereits die britischen Börsen aufgrund des anstehenden Heiligen Abends. Den Abschluss des Tages machen um 16:00 Uhr die Verkäufe neuer US-Eigenheime. Nach 563.000 verkaufter Eigenheime im Oktober wird für November prognostiziert, dass 575.000 neu gebaute US-Eigenheime veräußert wurden.

Alle Handelstermine finden Sie in unserem Wirtschaftskalender.

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Disclaimer

Autor

Benedikt Wachsmann
Chartanalyst, RoboForex.de

Schon vor dem Beginn seines Studiums zum Diplom-Finanzwirt, welches er erfolgreich abschließen konnte, sammelte Herr Wachsmann die ersten Erfahrungen an den Kapitalmärkten. Nach kurzer Zeit entdeckte er den charttechnischen Ansatz für sein eigenes Trading und spezialisierte sich daraufhin auf dem Gebiet der technischen Analyse.

Das lebendige an seinen charttechnischen Analysen ist die Tatsache, dass er nicht nur auf die wichtigsten Unterstützungen und Widerstände im Chart eingeht, sondern auch einen Blick auf die wichtigsten Ereignisse der kommende Woche wirft und so die verschiedensten Szenarien und Einflussfaktoren bildlich darstellt.

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