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Was AMD im Markt für künstliche Intelligenz zu erwarten hat

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
19.12.2016, 10:34  |  2184   |   |   

Advanced Micro Devices (WKN:863168) hat am Montag mit der Markteinführung von Radeon Instinct Schlagzeilen gemacht. Diese neue Produktlinie von GPU-Beschleunigern ist besonders für maschinelles Lernen konzipiert worden. Das Unternehmen bietet schon seit Jahren Produkte für Datenzentren und Hochleistungscomputer an. Zu nennen wären dabei die FirePro-Grafikkarten. Aber Radeon Instinct zusammen mit der MIOpen-Source-Software, die AMD zusätzlich zu seinen Produkten angekündigt hat, markieren ein Umdenken bei der Strategie des Unternehmens.

BILDQUELLE: AMD

Radeon Instinct wird in drei Ausführungen zur Verfügung stehen. Das MI6 basiert auf der AMD Polaris GPU-Architektur, was auch bei den Grafikkarten für Computerspiele, die vor einigen Monaten auf den Markt gekommen sind, zum Einsatz kommt. Diese Karte ist auf neurale Netzwerke abgestimmt. Das MI8 basiert auf der alten FIJI-Architektur und verfügt über größere Prozessorpower und eine größere Memory-Bandbreite, aber nur ein Viertel des Speichers.

Die MI25 ist die größte der drei. Sie basiert auf der neuen Vega-GPU-Architektur, die bei den High End-Computerspiel-Grafikkarten zum Einsatz kommen wird, die im nächsten Jahr folgen soll. Das MI25 bietet unglaubliche 25 TFLOPS. Diese Karte zielt auf neurales Netzwerktraining ab, ein intensiverer Rechenprozess als die Inferenz. Der P100 Tesla GPU von Nvidia verfügt im besten Fall über 21,2 TFLOPS.

Die neuen Produkte von APM sollen in der ersten Jahreshälfte 2017 auf den Markt kommen. Diese Nachricht kommt einen Monat nachdem AMD einen großen Vertrag für die Datenzentren von Alphabet (WKN: A14Y6H) ergattern konnte. Google wird die FirePro-Grafikkarten bei seiner Cloudplattform einsetzen. Obwohl es bei AMD gerade gut läuft, hinkt das Unternehmen im Markt für Datenzentren Nvidia (WKN:918422) deutlich hinterher und hat auch im Markt für künstliche Intelligenz noch einiges aufzuholen. Zusätzlicher Wettbewerb kommt von Intel und von Google selbst. Daher wird das keine leichte Sache für AMD.

Die Dominanz von Nvidia

Das Unternehmen spricht schon seit Jahren von maschinellen Lernprozessen. Das Geschäft mit Datenzentren boomt, da man sich früh genug darauf konzentriert hat und es sollte im laufenden Jahr eine Milliarde US-Dollar Umsatz machen. Im dritten Quartal konnten sich im Jahresvergleich die Umsätze verdreifachen.

BILDQUELLE: NVIDIA

Die Tesla GPUs von Nvidia gibt es schon bei den meisten größeren Cloudplattformen, darunter bei Amazon Web Services, Microsoft Azure und der IBM Cloud. Die GPUs von AMD wurden bei allen drei noch nicht eingesetzt. Google wird die GPUs von Nvidia zusammen mit einigen von AMD in seine Cloudplattform einbauen. Diese Nachricht war zwar ein großer Gewinn für AMD, aber auch für Nvidia.

Laut einem Analysten bei Nomura hält Nvidia gerade 80 % des Marktanteils. Jede Menge Software läuft mit den GPUs von Nvidia, angefangen von Finanzanwendungen bis hin zu wissenschaftlichen Simulationen. Das würde zu Switchingkosten führen, sollten sich die Unternehmen dazu entscheiden auf ein anderes Produkt umzusteigen. Der Markt für künstliche Intelligenz befindet sich noch in den Kinderschuhen und das bedeutet, dass AMD noch die Möglichkeit hat aufzuholen aber Nvidia hat dem Unternehmen einiges voraus.

Intel und Google

Intel (WKN:855681) versucht seit Jahren, in diesen Markt einzudringen und hat dafür seine Xeon Phi-Produkte. Das neueste Produkt des Unternehmens mit dem Namen Knights Landing hat den Vorteil, als Hauptprozessor fungieren zu können und bietet den Kunden potenzielle Kosteneinsparung. Intel hat vor einigen Monaten schon angegeben, man wolle 2016 davon 100.000 Einheiten absetzen. Das würde das Unternehmen in diesem Bereich zu einer Macht  machen.

Intel plant auch eine weitere Version mit dem Namen Knights Mill zu veröffentlichen, die direkt auf den Bereich Maschinenlernen abgestimmt sein soll. Diese soll auch als Hauptprozessor funktionieren, wenn sie im nächsten Jahr auf dem Markt kommt. Das wäre zusätzlich zu den neuen Produkten von AMD ernsthafte Konkurrenz für Nvidia.

BILDQUELLE: INTEL

Google könnte auch eine Bedrohung für alle drei Unternehmen darstellen. Die Suchmaschine hat vor einigen Monaten angekündigt, man habe ein entsprechendes Produkt designt, um maschinelle Lernaufgaben schneller gestalten zu können. Google benutzt in seinen Datenzentren mehr als 1000 Tensor Processing Units.

Ein GPU ist effizienter als ein CPU, weil die Hardware ganz anders designt ist. Der TPU von Google ist aber bei der Inferenz effizienter als ein GPU, weil es genau dafür designt wurde. Google behauptet, dass die TPUs verglichen mit GPUs es eine bessere Performance pro Watt liefern würden.

Zu spät auf einer Party, die schon bald zu Ende sein könnte

AMD hat in diesem Bereich noch viel nachzuholen. Wie Nvidia setzt AMD darauf, dass GPUs die Zukunft bei der künstlichen Intelligenz sein werden. Google könnte mit seinen TPUs aber die langfristigen Pläne beider Unternehmen zunichte machen. Wenn andere Cloud-Anbieter sich auch dazu entschließen sollten, ihre eigenen Chips für maschinelles Lernen zu designen, dann könnten die GPU-Hersteller auf einmal sehr dumm dastehen.

AMD hat mit Radeon Instinkt einen ersten ernsthaften Versuch gestartet Nvidia in diesem Bereich Konkurrenz zu machen. Wenn das Unternehmen auch noch wettbewerbsfähige Preise liefern kann, dann könnte das auch sehr profitabel werden. Aber die Bedrohung von Intel und die Möglichkeit, dass die Cloud-Anbieter auch eigene Chips benutzen könnten sollte man auch nicht vergessen. Die Investoren von AMD sollten froh sein, dass das Unternehmen diesem Bereich ernst nimmt. Aber sie sollten sich auch nicht zu sehr darüber freuen.

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Suzanne Frey ist Führungskraft bei Alphabet und Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Alphabet (A und C) und Nvidia. The Motley Fool empfiehlt Intel.

Dieser Artikel wurde von Timothy Green auf Englisch verfasst und wurde am 15.12.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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