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Wie man die besten Dividendenaktien findet

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
19.12.2016, 10:00  |  835   |   |   

Dividendeninvestoren stellen oft die Rendite über alles andere. Die Rendite einer Aktie ist natürlich wichtig, es ist aber auch notwendig, vier oder fünf andere wichtige Faktoren mit einzubeziehen: Die Auszahlungsquote, das Gewinnwachstum, das Wachstum des freien Cashflows, die Bewertungen und die Dividendenerhöhungen in der Vergangenheit.

Auszahlungsquote

Die Auszahlungsquote einer Aktie ist der Prozentsatz der Unternehmensgewinne, die für die Dividende zur Verfügung gestellt werden. Je niedriger dieser Prozentsatz ist, desto mehr Möglichkeiten hat ein Unternehmen seine Dividende zu erhöhen. Wenn die Auszahlungsquote über 100 % ist und das über mehrere Quartale hinweg, dann ist die Dividende wahrscheinlich nicht nachhaltig.

Nehmen wir einmal den Festplattenhersteller Seagate (WKN:A1C08F) mit seiner erwarteten Dividendenrendite von 6,4 % und einem unglaublichen Auszahlungsverhältnis von 200 %. Einer der größeren Konkurrenten des Unternehmens, Western Digital (WKN:863060) zahlt mit 3 % eine geringere Dividende, verfügt aber über ein deutlich nachhaltigeres Ausschüttungsverhältnis von 56 %. Die Einkommensinvestoren, die sich nur auf die Rendite verlassen, werden wahrscheinlich Seagate anstatt von Western Digital kaufen. Sie könnten aber in Zukunft sehr enttäuscht werden, wenn die Dividende gekürzt wird.

BILDQUELLE: GETTY IMAGES

Gewinnwachstum

Die Investoren sollten auch Einkommensaktien meiden, bei denen die Gewinne schrumpfen. Zum Beispiel zahlt der Kamerahersteller Canon (WKN:853055) eine Dividende von 4,7 %, hat aber auch eine Ausschüttungsquote von 86 %. Die Gewinne sollen dieses Jahr aufgrund des Preisverfalles im Kameramarkt um 25 % und im nächsten Jahr um weitere 5 % fallen.

Diese Rückgänge werden das Auszahlungsverhältnis weiter erhöhen und damit auch die Wahrscheinlichkeit einer Dividendenkürzung. Das geringe Gewinnwachstum von Canon sieht man schon in dem Rückgang des Kurses um 34 % in den letzten fünf Jahren. Daher ist es keine gute Strategie in eine Aktie zu investieren, bei der die Gewinne und der Kurs abrutschen.

Wachstum beim freien Cashflow

Ausschüttungsquoten, die auf den Gewinnen basieren, können durch Rückkäufe, nachträgliche Kapitalerhöhungen oder allen Arten von Gewinnmanipulationen verzerrt werden. Daher reflektieren einige Ausschüttungsquoten nicht akkurat die Nachhaltigkeit bestimmter Dividenden.

Das ist der Grund, warum man als Investor den freien Cashflow eines Unternehmens untersuchen sollte. Dazu nimmt man einfach den operativen Cashflow und zieht davon die Investitionsausgaben ab. Indem man in die Gesamtdividendenzahlungen des letzten Jahres mit dem freien Cashflow vergleicht, kann man das Auszahlungsverhältnis des freien Cashflows bestimmen. Dieses spiegelt die Nachhaltigkeit einer Dividende oft besser wieder.

Wenn wir noch einmal zu Seagate zurück kommen, dann merken wir, dass das Unternehmen in den letzten 12 Monaten nur 61 % des freien Cashflows als Dividenden ausgezahlt hat. Das bedeutet, dass Seagate seine Dividende für den Moment noch halten kann, obwohl die Zahlungen den Gewinn pro Aktie in jedem Quartal übersteigen. Unternehmen machen das manchmal, wenn Sie glauben, dass eine Reduzierung der Dividende einen großen Ausverkauf zur Folge hätte. Wenn ein Unternehmen aber in der Situation ist, dass die Auszahlungsquote sowohl beim freien Cashflow als auch beim Gewinn über 100 % ist, dann wird die Dividende höchstwahrscheinlich gekürzt werden.

Bewertungen

Die niedrigen Zinsen haben Dividendenaktien attraktiver als Unternehmensanleihen gemacht. Aber das wird sich ändern, wenn die Zinsen wieder steigen und damit auch die Renditen von sicheren Unternehmensanleihen so weit ansteigen werden wie bei Einkommensaktien. Da Unternehmensanleihen Investitionen mit Festverzinsung und garantierten Renditen sind, werden sie für die Einkommensinvestoren daher interessanter.

Dividendenaktien sind historisch immer wieder auf hohe Kurse und Bewertungen gestiegen. Sie könnten danach sobald die Zinsen erneut steigen, wieder aggressiv ausverkauft werden. Das Tabakunternehmen Altria (WKN:200417) zum Beispiel wird aktuell mit dem 25-fachen seiner Gewinne bewertet. Der Industriedurchschnitt für große Tabakunternehmen liegt bei 21. Die Rendite von 3,5 % ist zwar solide, befindet sich aber in der Nähe eines historischen Tiefs.

DATENQUELLE: YCHARTS

 

Das bedeutet, dass Altria und andere Dividendenunternehmen mit hohen Bewertungen und niedrigen Renditen schwer getroffen werden, wenn die Zinsen im nächsten Jahr wieder steigen werden. Daher sollte man als Investor diese Dividendenaktien meiden und stattdessen in solche investieren, die im Vergleich zur Konkurrenz gerade günstig gehandelt werden.

Dividendenerhöhungen

Schließlich gibt es noch Aktien mit hohen Renditen, die ihre Dividenden aber nicht jährlich erhöhen. Ein Unternehmen muss kein Dividendenaristokrat sein, der seine Ausschüttungen für mindestens 25 Jahre erhöht hat. Stattdessen sollte das Unternehmen aber eine Vorgeschichte voller Dividendenerhöhungen haben, denn das deutet an, dass das Unternehmen langfristige Investoren belohnt.

Unterm Strich

Ich persönlich besitze viele Dividendenaktien und ich habe schon viele Fehler gemacht, als ich in der Vergangenheit Aktien nur nach hohen Renditen ausgesucht habe. Aber ich habe herausgefunden, dass man wenn man nicht nur auf die Rendite schaut, es leichter hat, sichere Einkommensaktien mit nachhaltigen Renditen, kontinuierlichen Dividendenerhöhungen, niedrigen Bewertungen und vernünftigem Gewinnwachstum zu finden. Daher sollte man als Einkommensinvestor diese Tests benutzen, bevor man Aktien kauft.

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The Motley Fool besitzt Aktien von Western Digital.

Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und wurde am 14.12.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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