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Sieg für Verbraucherschützer Neue Leben lenkt ein: Lockbriefe zur Kündigung von Altverträgen werden eingestellt

20.12.2016, 11:57  |  1947   |   |   

Als im Oktober die Masche ans Licht kam, mit der diverse Lebensversicherer versuchten, ihre teuren Altkunden loszuwerden, machte sich Empörung breit. Nun haben Verbraucherschützer einen Erfolg erzielt: Die Neue Leben verzichtet ab sofort auf die umstrittenen "Serviceanschreiben".

Gute Neuigkeiten für alle Neue-Leben-Versicherten, die sich in letzter Zeit dezent unter Druck gesetzt gefühlt haben: Der Verbraucherzentrale Bundesverband ist es gelungen, die Talanx-Tochter erfolgreich hinsichtlich der Lockbrief-Masche abzumahnen. So habe der Versicherer einer Pressemitteilung zufolge jüngst eine Unterlassungserklärung unterzeichnet, wonach er zukünftig den Versand sogenannter "Serviceanschreiben" einstellen wird. 

Die Neue Leben gehörte zu einer Reihe von Versicherern und Bausparkassen, denen die teuren Altkunden offenbar zunehmend lästig geworden waren. Denn diese hatten ihre Verträge noch zu Zeiten abgeschlossen, in denen ein normaler Zins keine Utopie war. Entsprechend vielfältig waren die Methoden, mit denen versucht wurde, Kunden zu einer Vertragskündigung zu überreden (mehr dazu hier und hier). 

Trügerische Vorteile

Im Falle des Lockbrief-Skandals der Neuen Leben berichteten Kunden vermehrt von Schreiben, in denen ihnen die frühzeitige Vertragsbeendigung mit dem Hinweis nahegelegt wurde, dass "das angesparte Guthaben kurzfristig und einkommensteuerfrei" zur Verfügung stünde. Außerdem warb der Versicherer damit, dass die sonst üblichen Stornogebühren entfallen, wenn man sich zu einer sofortigen Kündigung entschließe.

"Die Schreiben der Neuen Leben waren aus Sicht unseres Marktwächter-Teams ein klarer Verstoß gegen die Beratungspflicht der Versicherer", hieß es von der Verbraucherzentrale Hamburg. "Den Betroffenen wurde zudem fälschlicherweise der Eindruck vermittelt, dass es sich um ein besonders lohnenswertes Angebot handelt, auf das sie erst jetzt zurückgreifen können."

Dem war natürlich in keinster Weise so. Tatsächlich sei die Kündigungsmöglichkeit von Anfang an Bestandteil des Vertrags, und das Guthaben schon deutlich früher steuerfrei verfügbar. 

Gothaer schon früher zur Einsicht gekommen

Neben der Neuen Leben bediente sich auch die Gothaer Versicherung dieser Praxis und warb in ihren Anschreiben ebenfalls mit den Vorteilen der zusätzlichen Finanzspritze. Damit der Kunde nicht allzu lange über diesen Schritt nachdenkt, wurde zur Sicherheit gleich ein Kündigungsvordruck beigelegt, welche harmlos als "Rücksendeformular" bezeichnet wurde. Im November hatte die Gothaer dann angekündigt, den Versand dieser Schreiben zu stoppen.

Auch bei Engpässen nicht gleich kündigen!

Egal, wie es um die finanzielle Situation der Kunden bestellt ist, Experten raten auf jeden Fall von einer Kündigung ab. Wer vorübergehend knapp bei Kasse ist, der kann seinen Vertrag bis zu zwei Jahre lang beitragsfrei stellen lassen oder die Police im Notfall verkaufen. Oftmals bekommt man dabei mehr, als den aktuellen Rückkaufwert heraus. Günstiger wird die Versicherung, wenn man die Beiträge jährlich zahlt, außerdem gibt es die Möglichkeit, die Dynamik vorübergehend oder ganz zu kündigen.

 


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