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Wie riskant ist Gilead Sciences?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
20.12.2016, 13:00  |  932   |   |   

Gilead Sciences (WKN:885823) hat dieses Jahr schon 25 % Kursverluste verbuchen müssen, aber das muss nicht notwendigerweise heißen, dass es nicht noch weiter nach unten gehen könnte. Das Unternehmen ist nämlich immer noch riskant.

Die üblichen Risiken und mehr

Wie bei jedem Biotech-Unternehmen steht Gilead Sciences vor den üblichen Risiken dieses Industriezweiges:

  • Eine Nebenwirkung eines aktuellen Medikamentes könnte dazu führen, dass Gilead es vom Markt nehmen muss.
  • Ein klinischer Versuch könnte scheitern, obwohl Gilead wahrscheinlich groß genug ist, um mehrere solcher Fehlschläge zu verkraften. Doch das würde den Kurs weiter nach unten schicken.
  • Die Regierung könnte die Medikamentenpreise beschränken.

Zusätzlich zu diesen Risiken sind die Umsätze der Hepatitis-C-Medikamente in den letzten drei Quartalen zurückgegangen. Es ist nicht klar, wann dieser Trend enden wird.

Bildquelle: Gilead Sciences.

Gilead sieht aktuell mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 7 günstig aus. Wenn wir uns diese Bewertung aber basierend auf dem freien Cashflow ansehen, dann sieht das Unternehmen mit einem Kurs-freier Cashflow-Verhältnis von 6,1 sogar noch besser aus. Anders ausgedrückt, wenn Gilead weiterhin denselben Cashflow erzeugt wie in den letzten 12 Monaten, dann hätte das Unternehmen in sechs Jahren genug Geld zur Verfügung, um damit seine Marktkapitalisierung zu decken.

Die Investoren glauben aber, dass es nicht so weit kommen wird und dass die Umsätze weiter zurückgehen werden. Wo die Umsätze am Ende landen werden und wie schnell es abwärts gehen wird, wird bestimmen, ob Gilead nun billig oder nur eine Wertfalle ist.

Unglücklicherweise ist das schwer herauszufinden, denn das hängt auch von Merck (WKN:659990) und AbbVie (WKN:A1J84E) ab, die beide Hepatitis-C-Medikamente auf dem Markt haben. Die Produkte von Gilead sind vielleicht besser; diese Tatsache erlaubt es dem Unternehmen, die Konkurrenz auf Distanz zu halten und nicht zu viele Marktanteile zu verlieren. Gilead muss aber den Preis herabsetzen, um den Marktanteil zu halten. Wenn Merck und AbbVie sich dazu entschließen sollten, einen Preiskrieg zu veranstalten, dann könnte das die Preise noch weiter nach unten drücken.

Die Dividende

Gilead ist eines der wenigen Biotech-Unternehmen, die eine Dividende zahlen, und dies könnte den Aktienkurs stützen. Die Investoren kaufen aber nicht notwendigerweise wegen der aktuellen 2,4 % Rendite, die Dividendeninvestoren könnten aber anfangen zu kaufen, wenn sich der Kurs weiter verringert und/oder Gilead seine Dividende erhöht. Beides würde nämlich die Rendite anheben. Mit einer Auszahlungsquote von nur 16,3 % sieht die Dividende sicher aus, selbst wenn die Umsätze weiter zurückgeben sollten.

Doch nur, weil Gilead mit einer größeren Dividende besser aussehen würde, heißt das nicht, dass die Aktie auch weiter fallen wird. Wir haben hier ein gutes Beispiel von vor ein paar Jahren, als Pfizer kurz davor war, sein Bestseller-Medikament namens Lipitor zu verlieren. Selbst als die Rendite bei über 5 % lag, fiel die Aktie des Pharma-Giganten noch weiter.

Pfizer Daten von YCHARTS.

Erst als Pfizer Wyeth im Jahr 2009 gekauft und die Dividende halbiert hatte, begann sich der Kurs wieder zu erholen.

Das letzte Risiko

Wenn es Gilead ergehen sollte wie Pfizer, dann besteht das wahre Risiko für die Investoren darin, dass das Management nichts tut, um Wachstum durch eine Übernahme herzustellen. Die Aktien könnten weiter fallen, bis die Investoren glauben, dass die Umsätze wieder substanziell wachsen werden.

Diejenigen Investoren, die zuversichtlich sind, dass das Unternehmen durch eine Übernahme Wachstum erzeugen wird, können die Aktie jetzt kaufen und sich über die Dividende freuen, während sie warten.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Gilead Sciences.

Dieser Artikel wurde von Brian Orelli auf Englisch verfasst und wurde am 15.12.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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