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So findest du die besten Aktien für 2017

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
23.12.2016, 16:46  |  2236   |   |   

Investierst du in Einzelaktien? Herzlichen Glückwunsch! Du hast dich zwar nicht für den einfachsten, dafür aber auf alle Fälle für den spannendsten Weg entschieden dein Geld anzulegen.

Die entscheidende Frage ist für dich nun natürlich, wie du die richtigen Einzelaktien auswählst, um in 2017 und darüber hinaus besser abzuschneiden als der Markt. Wichtig ist dabei in meinen Augen auf alle Fälle das Gewinnwachstum pro Aktie. Hört sich ziemlich einfach an, genaueres Hinsehen lohnt sich dennoch. Versprochen!

Wie entsteht Gewinnwachstum?

Langfristig steigen die Aktienkurse meist nur dann, wenn es das Unternehmen schafft, den Erfolg zu steigern. Der Erfolg eines Unternehmens kann zwar anhand unzähliger Faktoren gemessen werden, die größte Beachtung wird an den Finanzmärkten aber dem Gewinn pro Aktie geschenkt. Über einen längeren Zeitraum betrachtet ist dieser daher die entscheidende Größe für die Rendite für uns Aktionäre.

Der Gewinn pro Aktie ergibt sich aus der Differenz von Umsatz und Kosten, geteilt durch die Anzahl der ausstehenden Aktien. Die drei genannten Variablen bieten nun drei Stellhebel, um den Gewinn pro Aktie zu erhöhen: Umsatzsteigerungen, Kostensenkungen oder ganz einfach durch die Reduktion der ausstehenden Aktien.

Gewinnwachstum durch Umsatzsteigerungen

Steigende Umsätze führen nur dann zu einer Erhöhung des Gewinns pro Aktie, wenn die Kosten, die notwendig sind, um diesen Umsatz zu erzielen, nicht gleich stark oder gar schneller steigen. Die Entwicklung die Gewinnmarge (das Verhältnis von Unternehmensgewinn und Umsatz) ist die Kennzahl, die dir diese Information zur Verfügung stellt.

Schauen wir uns doch einmal die Entwicklung von Deutschlands größtem Onlinehändler Zalando (WKN:ZAL111) an. Die Gewinnmarge vor Steuern konnte in den letzten sechs Jahren von –12 % auf derzeit etwa +3 % gesteigert werden. Diese super Entwicklung spiegelt sich natürlich auch im Aktienkurs wider. Dieser hat sich seit Börsengang in der Spitze bereits beinahe verdoppelt.

Oft entsteht eine derartige Dynamik durch sogenannte Skaleneffekte. Das bedeutet, dass höhere Umsätze nicht zwingend zu höheren Kosten führen. Bei Zalando ist das recht einfach nachvollziehbar. Selbstverständlich gibt es bei Zalando eine Reihe variabler Kosten die steigen, wenn der Umsatz steigt, beispielsweise Versand- oder Prozesskosten für Bestellvorgänge. Ein Großteil der Kosten dürften aber mehr oder weniger fix sein, egal wie sich der Umsatz entwickelt – darunter fallen zum Beispiel Marketingaufwendungen oder die Kosten für den Onlineshop. Eine Eigenschaft erfolgreicher Wachstumsunternehmen ist daher eindeutig die sogenannte Skalierbarkeit des Geschäftsmodells.

Aufpassen sollte man bei solchen Unternehmen aber dann, wenn die Umsätze nicht mehr gesteigert werden können und sogar zurückgehen. Denn die Fixkosten reduzieren sich bei sinkenden Umsätzen ebenfalls nicht und die Gewinnmarge geht wieder in den Keller.

Gewinnwachstum durch Kosteneffizienz

Ein Unternehmen ohne Umsatzwachstum oder gar mit sinkenden Umsätzen erscheint zunächst wenig attraktiv. Dennoch können auch derartige Unternehmen großartige Investitionsmöglichkeiten darstellen, wenn durch Effizienzmaßnahmen die Kosten gesenkt werden können. Bei gleichbleibenden Umsätzen erhöht sich so die Marge und der Gewinn pro Aktie steigt.

Automatisierung, bessere Konditionen für Fremdkapital, Einsparungen beim Einkauf, Vertrieb oder Verwaltung: Ansätze für Kosteneffizienz gibt es unzählige. Ein Paradebeispiel für diese Art des Wachstums zu finden, fällt allerdings sehr schwer. Viele Unternehmen vereinen sowohl Umsatzwachstum und Kosteneffizienz, sodass es schwer ist, die Wirkung der einzelnen Komponenten des Wachstums  auseinanderzuhalten.

Siemens (WKN:723610) zeigt aber sehr gut, dass der Gewinn pro Aktie auch bei rückläufigen Umsätzen gesteigert werden kann. Obwohl der Umsatz im Jahr 2015 ganze 3 Mrd. Euro geringer ausfiel als noch im Jahr 2012, erhöhte sich der Gewinn pro Aktie von 5,10 Euro auf 6,50 Euro. Sicherlich spielt bei Siemens auch der durchgeführte Konzernumbau eine Rolle. In den letzten Jahren konzentrierte sich der Konzern vermehrt auf das profitablere Geschäft mit Industrieprodukten und reduzierte das Geschäft mit Endverbrauchern. Dennoch hatte wahrscheinlich auch Kosteneffizienz einen Anteil an dieser sehr positiven Entwicklung.

Wichtig und richtig ist natürlich, dass das Gewinnwachstum durch Kosteneinsparungen einer natürlichen Grenze unterliegt – irgendwann ist Schluss mit Einsparmöglichkeiten. Allerdings haben kosteneffiziente Unternehmen sehr gute Chancen durch aggressive Preissetzung künftig auch wieder durch Umsatzwachstum die Gewinne zu steigern. Und es gibt noch einen weiteren Vorteil. Dadurch, dass bei geringeren Kosten mehr Geld übrig bleibt, können sie auch durch die dritte und letzte Art den Gewinn pro Aktie steigern.

Gewinnwachstum durch den Rückkauf eigener Aktien

Bei dieser einfachsten Art, den Gewinn pro Aktie zu erhöhen, muss das Unternehmen keine neuen Kunden gewinnen, um die Umsätze zu steigern. Es muss auch nicht in mühevoller Detailarbeit jeden Euro zweimal umdrehen, um die Kosten zu senken. Es genügt, Geld in die Hand zu nehmen und eigene Aktien an der Börse zurückzukaufen.

Schöne Beispiele für die Wirkung von Aktienrückkäufen sind Apple (WKN:865985) oder Microsoft (WKN:870747). Apple hat die ausstehenden Aktien in den letzten sechs Jahren um rund 15 % reduziert. Microsoft immerhin um etwa 10 %. Wäre der Unternehmensgewinn heute gleich groß, wenn die Aktien nicht zurückgekauft worden wären, wäre das Kurs-Gewinn-Verhältnis (Unternehmensgewinn geteilt durch die Anzahl der ausstehenden Aktien) nun um 10 % oder 15 % höher als aktuell. Wahrscheinlicher wäre allerdings, dass der Kurs der beiden Aktien um 10 % oder um 15 % tiefer stehen würde. Und die Rendite der Aktionäre wäre ebenfalls um 10 % oder gar um 15 % geringer ausgefallen.

Durch das viele „hätte“, „wenn“ und „wäre“ ist es in der Praxis natürlich nicht ganz so einfach. Die Entscheidung für einen Aktienkauf bedeutet nämlich auch, dass das Unternehmen derzeit keine bessere Verwendung für das Geld hat. Es sind also keine lohnenden Investitionsmöglichkeiten vorhanden, die den Aktionären mehr Nutzen stiften als der Rückkauf eigener Aktien.

Zumindest sollte das idealerweise der Fall sein. Denn ansonsten hätten Apple und Microsoft mit dem Geld auch in neue Wachstumsfelder investieren können, um den Gewinn des Unternehmens zu steigern. Was wäre nämlich gewesen, wenn die Unternehmensgewinne von Apple oder Microsoft ohne Aktienrückkäufe um mehr als 10 % bzw. 15 % höher gewesen wären, beispielsweise, weil mit dem Geld gewinnbringende Investitionen getätigt worden wären? Richtig, dann wäre der Kurs und damit die Rendite der Aktionäre bei gleichem Kurs-Gewinn-Verhältnis entsprechend höher.

Welche Unternehmen sind nun die besten und was muss noch stimmen?

Möchte man es einfach ausdrücken, dann sind das Unternehmen, welche alle drei Wachstumskomponenten in sich vereinen. Also steigende Umsätze bei steigenden Gewinnmargen und gleichzeitigem Rückkauf eigener Aktien – die eierlegende Wollmilchsau also. Unternehmen mit derartigen Eigenschaften sind aber sehr schwer zu finden und daher der Traum aller Investoren.

Um die besten Unternehmen für das Jahr 2017 und darüber hinaus auszuwählen solltest du aber auf alle Fälle hinterfragen, ob das Unternehmen die genannten Wachstumsmöglichkeiten in der Zukunft ausschöpfen kann oder nicht. Wenn dann auch noch der aktuelle Aktienkurs nicht zu teuer ist, steht marktschlagenden Renditen nichts mehr im Wege.

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Sven besitzt Aktien von Microsoft und Apple. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Apple. The Motley Fool hat die folgenden Optionen: long Januar 2018 $90 Calls auf Apple und short Januar 2018 $95 Calls auf Apple. The Motley Fool empfiehlt Zalando.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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