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Das kann noch teuer werden Da ist sie: Die erste deutsche Musterklage gegen VW

03.01.2017, 15:46  |  2412   |   |   

Hinsichtlich des Abgasskandals hat VW bislang keine Rückstellungen für Europa gebildet. Das kann dem Konzern bald auf die Füße fallen, denn am heutigen Tag hat der Rechtsdienstleister MyRight eine erste Musterklage in Braunschweig eingereicht.

Schaffen es deutsche und europäische Kunden doch noch, sich gegen VW durchzusetzen? Ein erster Schritt in die Richtung ist nun getan, denn am Dienstag hat der Rechtsdienstleister MyRight eine Musterklage gegen den Autobauer in Braunschweig eingereicht (Quelle: "Spiegel").

Bislang richteten sich die Klagen deutscher Kunden vornehmlich gegen Händler der Automarke, zum Beispiel wegen des Vorhandenseins von Sachmängeln oder arglistiger Täuschung - nicht aber gegen VW direkt.

Es seien nun aber ausreichend Beweise vorhanden, die darauf hindeuteten, dass Volkswagen die manipulierten Dieselautos nie hätte verkaufen dürfen. Somit sei der Konzern zu einer Rücknahme verpflichtet.

Als Grundlage bedient sich MyRight eines Mahnverfahrens der Europäischen Kommission, welche zu dem Schluss gekommen ist, dass VW gegen eine EU-Richtlinie verstoßen hat. Gemäß dieser Richtlinie dürfen Fahrzeuge nur dann für den Gebrauch im Straßenverkehr verkauft werden, wenn für diese eine Übereinstimmungsbescheinigung vorliegt. Mit dieser erklären Autohersteller, dass ihre Fahrzeuge mit dem europäischen Recht in Einklang stehen. Dem Rechtsanwalt Michael Hausfeld zufolge, der schon das Verfahren gegen VW in den USA geführt hatte, war dies jedoch nicht gegeben. 

Da sich mittlerweile mehr als hunderttausend deutsche Kunden von MyRight vertreten lassen, könnte ein Erfolg durchaus noch richtig teuer für den Wolfsburger Konzern werden. Immerhin stellt MyRight seinen Mandanten eine Entschädigung von bis zu 5.000 Euro oder die Rücknahme seitens VW zum vollen Kaufpreis in Aussicht (in den USA hat VW seinen Kunden Schadensersatzzahlungen von bis zu 10.000 Dollar angeboten). Bislang bezieht sich die Klage lediglich auf einen Klienten, es steht aber zu erwarten, dass sich der Klage weitere Betroffene anschließen - in Deutschland wurden insgesamt 2,6 Millionen VW-Fahrer geprellt. In diesem Fall käme erstmals eine Art Sammelklage zustande.

In Absprache mit dem Kraftfahrtbundesamt (KBA) hat sich VW bislang lediglich dazu bereit erklärt, manipulierte Dieselautos der Marken VW, Audi, Seat und Skoda zurückzurufen und in seinen Werkstätten umzurüsten. Der "Deutschen Presse-Agentur" erklärte ein Unternehmenssprecher, dass die Klage bislang noch nicht zugestellt worden sei, weswegen man sich zu deren Inhalt aktuell nicht äußern könne.

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