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Chartanalyse: Chartanalyse Spezial: Konservative Strategie 2017
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Chartanalyse Chartanalyse Spezial: Konservative Strategie 2017

Gastautor: Achim Matzke
09.01.2017, 12:37  |  1021   |   |   

Aktienbasket aus sieben (Euro-)Stoxx-50-Titeln ist interessant
Mit Blick auf das Jahr 2017 sollten sich die Kurssteigerungen bei den wichtigen europäischen Aktienindizes in moderater Form fortsetzen. Demgegenüber darf es nicht überraschen, wenn die wieder etwas höheren (Eurozonen-)Inflationsdaten aber auch weiter steigenden US-Leitzinsen diesseits und jenseits des Atlantiks leicht anziehende Staatsanleiherenditen bewirken. Als Konsequenz bleibt auch 2017 eine technisch motivierte, konservative Strategie an den Euro-Aktienmärkten von Interesse. Bei dieser Anlagestrategie wird ein gleichgewichteter Aktienkorb aus Euro-Stoxx-50-Titeln aufgebaut, die eine Kombination aus einer erwarteten, attraktiven Dividendenrendite und einer attraktiven technischen Lage aufweisen. Das bereits in früheren Jahren zur Auswahl herangezogene Selektionsverfahren liefert diesmal den Aktienbasket bestehend aus Allianz (Sicherungsstopp €118,0), BMW (€63,0), BBVA (€4,20), ING (€9,90), Schneider Electric (€45,0), Siemens (€88,0) und Total (€38,0).

TA-Div.-Basket 2016: Outperformance gegenüber den Bonds
Die konservative Strategie für 2016 (bzw. „TA-Div.-Strategie“, steht für „Technische- Analyse-/Dividenden-Strategie“) umfasste einen gleichgewichteten Aktienkorb aus Allianz, AXA, Daimler, Deutsche Telekom, Enel und Vinci. Innerhalb des Investmentzeitraums (18.01.2016 – 04.01.2017) hat der Euro Stoxx 50 Performance Index, bei dem die um die länderbezogenen Steuersätze reduzierten Dividendenzahlungen der Indexmitglieder anteilig in Index-Kurssteigerungen umgerechnet werden, einen Kursanstieg von ca. 16,3% erzielt. Hier ist zu berücksichtigen, dass der Investitionszeitraum leicht vom Kalenderjahr abweicht und die ausgeprägte Kursschwäche zum Jahresauftakt 2016 noch in der konservativen Strategie 2015 enthalten war. Parallel dazu hat ein Anleger mit dieser TADiv.- Strategie 2016 einen Kursgewinn von ca. 14,4% erreicht, wobei die im Laufe des Jahres erhaltenen Dividendenzahlungen ebenfalls jeweils um die anfallende Steuer reduziert sind. Im Vergleich hat sich der REXP (Rentenperformance-Index, der repräsentativ für die Zinskurve von deutschen Staatsanleihen steht) um ca. 1,3% verbessert. Bei diesem Index werden die anfallenden Stückzinsen, die reinvestiert werden, nicht um einen Steueranteil reduziert. Mit Blick auf 2017 wird als Repräsentant für eine „Buy-and-Hold-Strategie“ am deutschen Anleihemarkt auf den „IBOXX Euro Germany Sovereign Overall Totel Return Index“ (kurz: IBOXX Germany) gewechselt, da dieser Index als beliebter Basisindex für Exchange Traded Funds („ETFs“) verwendet wird. Summiert man die seit Anfang 2005 vorgestellten TA-Div.-Aktienbaskets – mit dem jeweiligen, zum Jahreswechsel vorgenommenen Tausch – auf, so ergibt sich ein Gesamtkursanstieg von ca. 127,7%. Der Euro Stoxx 50 Performance Index als Repräsentant für eine „Buy-and-Hold- Strategie“ hat einen Kursanstieg von ca. 60,2% geliefert. Eine Anlage in den REXP-Index hätte in diesem Anlagezeitraum ca. 58,8% erreicht. Damit hat sich der Vorsprung der TA-Div.- Strategie gegenüber der Anlage in deutschen Staatsanleihen im Jahr 2016 deutlich ausgebaut.

Das Selektionsverfahren
Für die Auswahl der Titel für den Aktienkorb 2017 bleibt es bei dem bereits mehrfach verwendeten Selektionsverfahren. Erstens soll die Aktie im Euro Stoxx 50 enthalten sein. Zweitens sollte die erwartete Dividendenrendite über 3,0% (deutlich oberhalb der Zinskurven von deutschen und vielen anderen Euro-Staatsanleihen) liegen. Drittens sollten die Titel ein attraktives technisches Gesamtbild aufweisen, sodass die Chance auf eine Eigendynamik bei der Kursentwicklung des Titels besteht. Viertens sollten die Aktien nicht nur aus einem Sektor bzw. aus einem Land stammen („Diversifikation“). Fünftens wird ein Risikomanagement vorgenommen. Jeder Titel erhält einen strategischen Sicherungsstopp, der sich im Laufe des Jahres jeweils um den Betrag der gezahlten Dividenden bzw. eventuell um die Auswirkungen einer Kapitalmaßnahme verringert. Fällt die Aktie unter diesen Sicherungsstopp, wird die Position automatisch geschlossen. Durch dieses Risikomanagement soll das Investment in den Aktienkorb gegen eine unerwartet einsetzende Baisse sowohl bei den Titeln als auch am Gesamtmarkt geschützt werden. Sechstens werden Barmittel (z.B. die um die Steuer reduzierten Dividendenzahlungen) bis zum Dezember 2017 als „Cash-Position“ gehalten.

ING: Im langfristigen technischen Comeback
Der niederländische Finanzkonzern ING startete im Januar 2001 bei Kursen um €34,5 eine langfristige Baisse-Bewegung, die im März 2009 mit einem technischen „Sell-off“ bei €1,76 endete. Nach dem ersten Umschlagen der Kurse im Jahr 2009 mit einem Kursanstieg bis auf ca. €10,0 ergab sich in den Folgejahren bis 2013 eine Seitwärtspendelbewegung unterhalb der gestaffelten Resistance-Zone von €9,5 bis €10,0. Ausgehend von dem Zwischentief im September 2011 und Kursen um €4,3 befindet sich die Aktie wieder in einem moderaten langfristigen Aufwärtstrend. Mit dem Sprung über die Resistance-Zone um €10,0 zum Jahreswechsel 2013/2014 hat bei ING die Aufarbeitung der vorherigen, jahrelangen Baisse-Bewegung begonnen. Der erste mittelfristige Aufwärtstrend endete im Juli 2015 bei ca. €16,0. In den Folgemonaten steckte ING – parallel zum Euro Stoxx 50 – in einer technischen Zwischen- Baisse, die die Aktie bis auf €8,3 (Juni 2016) geführt hat. Die Aktie ist aus dieser Zwischen- Baisse im August 2016 mit einem Investment-Kaufsignal herausgelaufen und hat seitdem wieder einen neuen mittelfristigen Aufwärtstrend etabliert. Da bei ING die langfristige, seit 2011 vorliegende Aufwärtsbewegung weiterhin intakt ist, die aktuelle technische Lage ein Kurspotenzial bis €15,5/€16,0 (Resistance-Zone aus 2015) andeutet und der Titel eine erwartete Brutto-Jahresdividendenrendite von über 4,0% aufweist, wird ING in den Aktienkorb für die konservative Strategie 2017 aufgenommen. Der strategische Sicherungsstopp wird bei €9,9 positioniert.

Total: Attraktive technische Lage und attraktive Div.-Rendite
Der französische Öl-&-Gas-Konzern Total ist nach Free-Float-Marktkapitalisierung die größte Aktie in der Eurozone bzw. auch im Euro Stoxx 50 und ein klassisch defensiver technischer Titel. Nach der moderaten Aufwärtsbewegung von September 2011 bis Juni 2014 mit einem Kursanstieg von ca. €29,4 bis €54,7 (neue Resistance-Zone) wurde die Aktie – parallel zum Verfall der Rohölnotierungen – in eine technische Zwischen-Baisse gezogen. Hierbei entwickelte sich bei Total ein moderater technischer Baisse-Kanal, wobei die obere Baisse-Kanal-Trendlinie im Sommer 2016 bei ca. €45,0 angekommen war und das Baisse-Tief im Februar 2016 bei Kursen um €35,2 gesetzt wurde. In der zweiten Jahreshälfte war Total mit Hilfe einer technischen Bodenformation (technisches Aufwärtsdreieck mit der Resistance-Zone um €45,0) zuerst aus dem Baisse-Kanal zur Seite herausgelaufen. Total ist im Dezember 2016 mit einem Investment-Kaufsignal über €45,0 gesprungen und arbeitet jetzt wieder an der Etablierung eines neuen Aufwärtstrends, wobei das langfristige technische Kurspotenzial im Test der Resistance-Zone von €54,0 bis €55,0 liegt. Da Total eine Brutto- Jahresdividendenrendite von ca. 5,0% aufweist (bei Total gibt es eine anteilige Quartals- Dividende) wird auch Total in den Aktienbasket für die konservative Strategie 2017 mit dem Sicherungsstopp bei €38,0 aufgenommen.

Produktideen: Faktor-Zertifikate
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CE5X2A Long Total Faktor 4
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Gastautor

Achim Matzke
Leiter Technische Analyse, Commerzbank AG

Achim Matzke leitet den Bereich Technische Analyse & Index Research bei der Commerzbank. Nach dem Mathematik- und BWL-Studium startete er 1990 seine berufliche Karriere bei der Commerzbank. Er ist mit seinem Team maßgeblich für die Technische Analyse sowie die Erstellung von Prognosen und Strategien mit dem Schwerpunkt auf deutsche und europäische Aktien und Aktienindizes verantwortlich. 2014 wurde Achim Matzke von Thomson Reuters Extel Surveys erneut zum besten Analysten des Jahres für deutsche Aktien gewählt.

Achim Matzke ist in Printmedien (z.B. FAZ, Handelsblatt) ebenso als kompetenter Kolumnist tätig wie im TV als Interviewpartner bei ARD, CNBC und natürlich regelmäßig bei ideasTV.

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