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Ausblick 2017 „Flexibel bleiben im Wahljahr 2017“

Gastautor: Dieter Fromm
19.01.2017, 14:26  |  1565   |   |   

 

„Politische Börsen haben kurze Beine“, lautet eine alte Börsenwahrheit. Sie könnte dieses Jahr widerlegt werden. Denn viele Beobachter rechnen mit einem anhaltend starken Einfluss der Politik auf das Marktgeschehen. So ist nach dem Amtsantritt Donald Trumps als US-Präsident die Wirtschaftspolitik für Investoren schwer einzuschätzen. Auch in Europa könnte Ungemach drohen. Die Eurokrise ist noch nicht ausgestanden und 2017 könnten Nationalisten in drei EU-Ländern die Oberhand gewinnen. Denn in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland sind Wahlen. Wie positionieren sich Spitzenfondsmanager in solchen Zeiten?

Klaus Kaldemorgen war über viele Jahre Aktienchef der DWS, der inzwischen in Deutsche Asset Management umgetauften Fondstochter der Deutschen Bank. Seit 2011 verwaltet er mit dem fünf Milliarden Euro schweren Deutsche Concept Kaldemorgen nicht nur einen der größten Strategie- oder Absolute-Return-Fonds des Landes. Das Portfolio, das strengen Risikovorgaben folgt, zählt auch mit 6,6 Prozent Rendite im Fünf-Jahres-Mittel und 8,6 Prozent Plus in den vergangenen zwölf Monaten zu den Bestperformern der Kategorie. Sein Ausblick für das nächste Jahr fällt verhalten aus:

„Kursziele 2017 wurden beim Dax bereits nahezu erreicht“

„Angesichts der hohen Erwartungen an Trumps Wirtschaftspolitik, die sich in einem markanten Kursanstieg seit seiner Wahl manifestiert haben, setze ich auf Flexibilität“, sagt Kaldemorgen. Zu Jahresbeginn hat er den Aktienbestand in Höhe von 42 Prozent des Fondsvermögens fast zur Hälfte abgesichert. Auch den Anteil an Unternehmensanleihen in Höhe von etwa 30 Prozent federte er mit Derivaten gegen Zinsänderungsrisiken ab. Kaldemorgen setzt zwar mit dem Löwenanteil seiner Anlagen auf Euro-Investment. Derzeit hat er aber gut 25 Prozent der Mittel in US-Dollar investiert und vier Prozent in Gold. Daher können seine Anleger auch von der derzeitigen Aufwärtsbewegung des Dollar gegenüber dem Euro profitieren.

„Da die durchschnittlichen Kursziele für Ende 2017 beim DAX und beim S&P 500 bereits jetzt nahezu erreicht sind, hoffe ich so von den meines Erachtens unausweichlichen Enttäuschungen und den damit verbundenen Kursrückgängen zu profitieren“, erläutert Kaldemorgen. Er setze im Fondsportfolio vor allem auf Europa und Japan, da hier ein gewisser Rückenwind durch die Geldpolitik und schwache Währungen zu erwarten sei. Denn ein schwacher Euro stützt den Export. „Alles in allem erwarte ich ein moderat positives Kapitaljahr, welches unverhältnismäßig stark durch Stimmungsschwankungen geprägt sein wird,“ lautet sein Fazit. Im Kontrast dazu werde die wirtschaftliche Entwicklung eher in ruhigeren Bahnen verlaufen.

"Es kann Monate dauern, bevor erkennbar ist, welche Politik in den USA umgesetzt wird"

Anders als Kaldemorgen scheinen die meisten Börsianer derzeit eher optimistisch zu sein. Seit der Wahl Donald Trumps  am 8. November 2016 legte der S&P 500 um 5,5 Prozent zu. Die Aktienmärkte feiern neue Höchststände. Die Optimisten setzen beim neuen US-Präsidenten Donald Trump auf die Wiederholung der Politik von Ronald Reagan, der Steuersenkungen mit hohen Staatsausgaben verbunden hat und damit die Aktienkurse während seiner Amtszeit stark stimuliert hatte. Doch ob sich der Erfolg dieser Politik wiederholt, ist fraglich.

„Das Überraschungspotenzial des kommenden US-Präsidenten haben wir auf der Rechnung, in beide Richtungen“, sagt auch Stefan Kreuzkamp, Chief Investment Officer bei der Deutschen Asset Management. „In den USA könnte es noch Monate dauern, bevor erkennbar ist, welche Politik umgesetzt werden soll und kann“, so Kreuzkamp weiter. Grundsätzlich rechne sein Haus aber derzeit eher mit positiven Impulsen für die Aktienmärkte.

„In Europa kann ein neuer Nationalismus das Wirtschaftswachstum gefährden“

Doch nicht nur in den USA drohen politische Verwerfungen: 2017 stehen Wahlen in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden an. „Ein neuer Nationalismus und Protektionismus kann das Wirtschaftswachstum gefährden und zu kurzfristigen Marktreaktionen führen. Letztlich könnte es zu Auflösungstendenzen in der Europäischen Union und der Eurozone kommen“, sagt Philipp Vorndran, Kapitalmarktstratege beim unabhängigen Vermögensverwalter Flossbach von Storch. Das Haus managt mehrere Misch- und Anleihefonds, die Morningstar mit Bestnoten bewertet. Starke Kursschwankungen und Unsicherheiten an den Märkten einstellen.

„Vor allem Qualitätsaktien solider Unternehmen bleiben erste Wahl. Anleihen von stabilen Unternehmen mit Kurspotenzial und Gold als Versicherung gegen einen Vertrauensverlust in unser Geldsystem ergänzen das Portfolio“, empfiehlt Vorndran. Gefragt sei im neuen Jahr Flexibilität, um schnell auf Schwankungen und Trendwenden reagieren zu können.

„Mit Multi-Asset-Lösungen flexibel reagieren“

„Moderne Multi-Asset-Lösungen sind in diesem anspruchsvollen Kapitalmarktumfeld das Mittel der Wahl, um flexibel zu reagieren und kurzfristig sich bietende Chancen zu nutzen“, sagt Jens Wilhelm, der im Vorstand der Union Asset Management Holding bei der Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken für das Portfoliomanagement und Immobilien zuständig ist. Das Haus verwaltet Publikumsfonds im Wert von mehr als 34 Milliarden Euro, darunter zahlreiche Spitzenprodukte, wie den ausgewogenen Mischfonds Unirak, der seit Jahren zu den besten zählt.

„Es macht keinen Sinn, in diesem Umfeld Staatsanleihen zu kaufen“

Neben den politischen Einflussfaktoren werden auch steigende Zinsen wieder zu einem Thema. Zumindest in den USA: So hat die US-Notenbank Fed im Dezember 2016 die Zinsen um 0,25 Prozentpunkte erhöht. Nach Aussage der Fed-Chefin Janet Yellen ist mit weiteren Schritten zu rechnen. Gerade die Aktien von Banken könnten von steigenden Zinsen profitieren. In Europa ist ein Anstieg der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank noch nicht in Sicht. Es bleibt trotz der zuletzt steigenden Inflation bei Minuszinsen. „Es macht überhaupt keinen Sinn, in diesem Umfeld Staatsanleihen zu kaufen. Das ist und bleibt ein gefährlicher Markt“, sagt Marc Craquelin, Chief Investment Officer von La Financière de l’Echiquier. Die französische Fondsboutique verwaltet den mit vier Sterne bewerteten Mischfonds Echiquier Arty, der im Schnitt der vergangenen fünf Jahre immerhin 6,4 Prozent per annum erzielt hat. Chancen bieten in diesem Umfeld Unternehmensanleihen, auch weil die Europäische Zentralbank durch ihre Käufe dieser Papiere unterstützt.

Unterm Strich sollten sich Privatanleger also 2017 auf ein turbulentes Börsenjahr einstellen. Doch auf vermeintlich sichere Anlagen auszuweichen, funktioniert nicht. Denn die Zinsen auf herkömmliche Bankprodukte werden nicht einmal ausreichen, um die Preissteigerungsrate auszugleichen. Auch mit sicheren Anleihen kommen Investoren kaum vom Fleck. Deswegen sind Aktien beim Vermögensaufbau ein Muss. Wer hohe Risiken scheut, wählt dabei Mischfonds mit entsprechendem Aktienanteil oder setzt auf Multi-Asset-Lösungen. 



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