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Beliebte Dividendenaktien im Check: Die Daimler-Aktie

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
31.01.2017, 07:00  |  2221   |   |   

Der Tag, an dem ein Unternehmen seine Dividende an die Aktionäre ausschüttet, ist ein wirklich wunderbarer Tag. Wann bekommt man sonst schon eine stattliche Summe überwiesen, ohne dafür arbeiten zu müssen?

Allerdings gibt es bei der Suche nach Dividendenaktien einiges zu beachten. Denn eine einmalig hohe Ausschüttung bringt dir gar nichts, wenn das Unternehmen seine Dividende im Folgejahr zusammenstreicht und der Kurs aufgrund dessen 30 % einbricht.

Darum habe ich einige beliebte Dividendenaktien auf Herz und Nieren geprüft. Im Januar waren die Allianz-Aktie und die BASF-Aktie dran.

Heute schaue ich mir an, wie sicher die Dividende von Daimler (WKN:710000) ist. Aktuell beträgt die Dividendenrendite der Daimler-Aktie 4,6 % (Stand: 29.01.2017).

Punkt 1: Geschäftsmodell

Ein krisensicheres Geschäftsmodell ist eine wichtige Voraussetzung, um seinen Aktionären ein verlässlicher Dividendenzahler zu sein. Lass uns daher einmal schauen, womit Daimler sein Geld verdient.

Jetzt denkst du vielleicht: Ist doch klar, mit Autos! Nun, ganz falsch liegst du damit natürlich nicht, aber das ist nur die halbe Wahrheit. Denn der Anteil des PKW-Segments Mercedes-Benz Cars am Gesamtumsatz beträgt lediglich 54 %.

Quelle: Geschäftsbericht Daimler 2015

Quelle: Umsatzverteilung nach Segmenten, Geschäftsbericht Daimler 2015

Knapp ein Drittel des Umsatzes stammt aus dem Geschäft mit gewerblichen Kunden (Daimler Trucks und Daimler Busses).

Und 12 % kommen aus einer ganz anderen Richtung: Der konzerninterne Finanzdienstleister Daimler Financial Services bietet seinen Kunden Fahrzeugfinanzierungen, Leasingangebote, Fuhrparkmanagement oder die Vermittlung Kfz-naher Versicherungen.

Aus Sicht der Dividendensicherheit haben alle Segmente allerdings eines gemeinsam: Ihre Erträge sind in hohen Maße von der allgemeinen wirtschaftlichen Lage abhängig.

In einer Wirtschaftskrise wird die Anschaffung eines neuen PKWs aus Angst um den Job aufgeschoben, LKWs und Busse werden weniger nachgefragt, weil weniger transportiert und verreist wird und durch die steigende Arbeitslosigkeit platzt auch häufiger mal eine Finanzierung.

Das alles schmälert Umsatz und Gewinn drastisch und kann dazu führen, dass Daimler seine Dividende senken oder sogar komplett streichen muss. Zuletzt geschehen in Folge der Finanzkrise in den Jahren 2008 und 2009.

Für Anleger, die den Ausfall von ein oder zwei Dividendenzahlungen überhaupt nicht verkraften können, ist die Daimler-Aktie also aufgrund ihres Geschäftsmodells nicht unbedingt geeignet.

Aber wie sieht es mit Investoren aus, die der Ausfall von ein oder zwei Dividendenzahlungen nicht aus der Bahn wirft? Denn auch wenn in Krisenjahren die Dividende mal ausfällt: Es könnte sich bei der Daimler-Aktie schließlich trotzdem um eine ordentliche Dividendenaktie handeln.

Punkt 2: Gewinn und Cashflow

Ein Blick auf die Gewinne und Cashflows der vergangenen Jahre könnte diese Frage beantworten. Und tatsächlich verdiente Daimler in den letzten sechs Jahren genug, um sich seine hohen Ausschüttungen leisten zu können.

Quelle: Geschäftsbericht Daimler 2015

Quelle: Geschäftsbericht Daimler 2015

Wenn der Free Cashflow positiv ist, kann ein Unternehmen sowohl die Dividende als auch alle Investitionen aus dem laufenden Betrieb finanzieren. Bei Daimler war das in den letzten Jahren immer der Fall.

Die Zahlen zeigen also: In wirtschaftlich ruhigen Zeiten kann sich Daimler seine hohen Ausschüttungen locker leisten. Ein gutes Zeichen für Anleger, die Dividenden lieben!

Punkt 3: Die Ausschüttungsquote

Der letzte Punkt dieses Dividendenchecks bezieht sich auf das Verhältnis von ausgeschütteter Dividende zum erwirtschafteten Gewinn. Diese Verhältnis nennt man Ausschüttungsquote.

Wird mehr als 70 % des Gewinns an die Aktionäre ausgeschüttet, besteht die Gefahr, dass zu wenig Geld für Investitionen übrig bleibt. In der Regel bevorzuge ich daher Unternehmen, deren Ausschüttungsquote unter diesen 70 % liegt.

2010 2011 2012 2013 2014 2015
Ergebnis je Aktie (in Euro)  4,28  5,32  6,02  6,40  6,51  7,87
Dividende je Aktie (in Euro)  1,85  2,20  2,20  2,25  2,45  3,25
Ausschüttungsquote 43,2 % 41,4 % 36,5 % 35,2 % 37,6 % 41,3 %

Geschäftsbericht Daimler 2015

In den letzten sechs Jahren lag die Ausschüttungsquote konstant zwischen 35 % und 45 %. Zum einen zeigt uns das, dass genug Geld für Investitionen übrig bleibt.

Zum anderen belegt die konstante Quote, dass die Dividendenerhöhungen auch tatsächlich erwirtschaftet wurden und nicht durch Anhebung der Ausschüttungsquote zustande kamen.

Auch die Ausschüttungsquote lässt also darauf schließen, dass die Dividende der Daimler-Aktie grundsolide finanziert ist.

Mein Fazit zur Daimler-Aktie

In den letzten Jahren war die Daimler-Aktie eine wirklich wunderbare Dividendenaktie. Anleger konnten sich über steigende Ausschüttungen freuen, die durch wachsende Gewinne grundsolide finanziert waren.

Investoren, die auf die alljährliche Auszahlung angewiesen sind und keinen einzigen Ausfall verkraften können, sollten trotzdem vorsichtig sein. Denn das Geschäftsmodell von Daimler ist stark konjunkturabhängig.

Bei einer Wirtschafts- oder Finanzkrise, wie wir sie im Jahr 2008 gesehen haben, kann es durchaus vorkommen, dass die Dividende gesenkt oder gar komplett gestrichen wird.

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Thomas Brantl besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Daimler.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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