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„Trumps Wirtschaftspolitik wird für Veränderungen sorgen“

Gastautor: Daniel Saurenz
02.02.2017, 12:00  |  707   |   |   

Afrika_Marokko_KonjunkturReflation lautet das Stichwort, das zu Beginn des Jahres 2017 in aller Munde ist. Dabei sollte nach Meinung von Steven Bell, Chef-Ökonom von BMO Global Asset Management, insbesondere die Wirtschaftspolitik des neuen US-Präsidenten für Veränderungen sorgen: „Donald Trumps Bekenntnis, die Haushaltsausgaben auszuweiten, und seine handelspolitische Haltung beeinflussen den Ausblick für das Jahr 2017 maßgeblich.“ Aufgrund der Dollar-Stärke ist man für die Eurozone optimistisch. Für die Analysten könnten europäische Aktien im Jahr 2017 ein kleines Comeback feiern.

Wirtschaft in den USA zeigt sich robust

Nach Ansicht des Experten wird sich Trumps expansive Fiskalpolitik mit geplanten Steuersenkungen und Haushaltsausgaben in Höhe von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts aber weiter positiv auf die ohnehin bereits robuste wirtschaftliche Lage der USA auswirken. Verbraucher profitierten von soliden Finanzen, geringer Verschuldung und einer angemessenen Einkommenssteigerung, was wiederum den Konsum fördere. Diese guten Voraussetzungen hatten schon vor Trumps Wahlsieg dazu geführt, dass der Gewinn pro Aktie für Unternehmen im S&P 500 gestiegen ist und dieser Trend sich fortsetzte.

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Weitere Veränderungen könnten den USA nach Meinung des Chef-Ökonomen aufgrund von Trumps handelspolitischem Engagement bevorstehen. Als Beispiele hierfür nennt Bell das angekündigte harte Vorgehen für den Handel mit Mexiko und China sowie die mögliche Einführung einer Grenzsteuer für Unternehmen, die ihre Produktionsstätten außerhalb der USA erweitern, um die dort hergestellten Waren dann wiederum in die Vereinigten Staaten einzuführen.

Durch seine Bemühungen, Exporte zu subventionieren und Importe mit Strafen zu belegen, konnte Trump bereits vereinzelte Erfolge verbuchen. So hat etwa der Automobilhersteller Ford die Planungen für ein Werk in Mexiko zugunsten des Standorts Michigan eingestellt. „Entscheidend ist, wie gemäßigt Trump künftig mit innen- oder außenpolitischen Spannungen umgehen wird. Denn grundsätzlich besteht das Risiko, dass die Finanzmärkte mit Angstverkäufen reagieren“, erklärt Bell.

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Weltwirtschaft befindet sich auf Erholungskurs

Konjunktur Börse Unabhängig von den USA sprechen nach Ansicht von Bell die Anzeichen aber schon länger dafür, dass sich die Weltwirtschaft auf Erholungskurs befindet. So hat zum Beispiel der JPMorgan Global Manufacturing PMI nach mehreren Jahren im Mai 2016 endlich ins Positive gedreht. Für die wirtschaftliche Erholung habe die Geldpolitik eine wichtige Rolle gespielt, auch wenn nun die Grenzen dieser Politik deutlich würden. „Es ist an der Zeit, dass das Ruder wieder an die Finanzbehörden übergeben wird. Trump wird dabei wohl vorangehen, und es bleibt abzuwarten, welche Länder seinem Beispiel folgen“, so Bell.

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Chinas Aufwärtstrend beeinflusst die gesamte Region

Die allgemeine wirtschaftliche Erholung zeigt sich dem Experten zufolge auch besonders am Beispiel Chinas. Die Unterstützung der Immobilienmärkte durch den Staat sowie steigende öffentliche Investitionen hätten dazu beigetragen, dass sich das Land in letzter Zeit positiv entwickelt hat, wie auch die Daten des Purchasing Managers’ Index aus China belegen. Zudem zeichne sich auch bei den privaten Investitionen aktuell eine Trendwende ab. „Die Regierung wird bis zur Plenarsitzung des Zentralkomitees im Oktober 2017 ihren proaktiven Kurs beibehalten. Deshalb erwarten wir, dass der wirtschaftliche Aufwärtstrend weiter anhält und positive Auswirkungen auf die ganze Region haben wird“, sagt Bell.

Europa zeigt Stärke unter Industrieländern

Euro_EZBDagegen habe Großbritannien unter den Folgen des Brexit-Referendums zu leiden. So sei zum Beispiel das britische Pfund Sterling merklich gefallen, die Wirtschafts- und Beschäftigungszahlen zeigten sich schwach und der Umfang der Investitionen gehe zurück. Im Unterschied dazu habe sich die europäische Wirtschaft gut entwickelt. Laut des von der Citigroup errechneten Economic Surprise Index ist Europa derzeit die stärkste Region unter den Industrieländern.

Alles in allem ist der Experte der Ansicht, dass höhere US-Zinsen und ein starker Dollar es den Märkten im Jahr 2017 schwermachen könnten. „Aktien gehören zwar zu unserer bevorzugten Anlageklasse. Allerdings könnten starke Wirtschaftsdaten für eine Rallye bei Anleihen und damit ab einem bestimmten Punkt zu fallenden Aktienkursen sorgen“, sagt Bell. Bei den Sektoren rechnet der Experte damit, dass sich die jüngsten Trends fortsetzen und zyklische Aktien die Erwartungen übertreffen könnten, während defensive Aktien, sogenannte Bond Proxies, zu kämpfen haben. Schwierig dagegen blieben aufgrund des starken Dollar und steigender Kosten die Aussichten für Schwellenländer. „Aus unserer Sicht könnten 2017 europäische Aktien endlich die Enttäuschungen der vergangenen fünf Jahre überwinden und sich überdurchschnittlich gut entwickeln“, lautet Bells Prognose.

Quelle: BMO Global Asset Management

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