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Aktien; Inflation Inflation ist Trump(f)

Gastautor: Jörg Wiechmann
03.02.2017, 08:34  |  1302   |   |   

Kaum ist Donald Trump als 45. US-Präsident vereidigt, macht er sich prompt daran, seine Wahlversprechen umzusetzen. So etwas ist man aus der Politik gar nicht gewohnt. Aber Trump ist nun einmal kein Politiker, sondern Unternehmer. Und er polarisiert - nicht nur durch seine Worte und Tweets, sondern auch durch seine Taten. Geplante Steuersenkungen und milliardenschwere Investitionsprogramme lassen die Herzen der Börsianer höher schlagen. Strafzölle, Einreiseverbote und der Bau einer Mauer zu Mexiko hingegen treiben nicht nur Investoren die Sorgenfalten auf die Stirn. Die unmittelbar nach der Trump-Wahl Anfang November gestartete Börsen-Rally ist angesichts dieser widersprüchlichen Signale ins Stocken geraten. Lieber erst einmal abwarten, was Trumps „America First“-Politik bringt, lautet offenbar die Devise vieler Anleger. Einerseits könnten Konjunkturprogramme und Steuersenkungen den US-Firmen einen Gewinnsprung bescheren. Andererseits könnten Strafzölle und die Rückholung von Arbeitsplätzen in die USA die Firmen-Gewinne erheblich belasten. Schließlich verlangen US-Arbeitnehmer deutlich höhere Löhne als ihre mexikanischen Nachbarn. Und Einfuhrzölle treffen nicht nur deutsche Autobauer, die ihre Luxuslimousinen in den USA verkaufen wollen, sondern auch viele US-Konzerne. Das I-Phone beispielsweise wird zum größten Teil in China produziert und würde sich bei der Erhebung von Einfuhrzöllen in die USA für US-Käufer entsprechend verteuern. Apple hat daher schon einmal vorsichtshalber bei seinem größten Zulieferer Foxconn angefragt, was eine Verlagerung der Produktion aus China in die USA kosten würde. Ergebnis: Die Produktionskosten würden sich um rund 500 USD pro Gerät verteuern und damit annähernd verdoppeln, das I-Phone wäre unbezahlbar. Genau hier liegt das Problem an der Trump´schen Wirtschaftspolitik. Während die Gewinner und Verlierer der einzelnen Maßnahmen noch völlig unklar sind, ist eines ganz sicher: Konjunkturprogramme, Rückholung von Arbeitsplätzen und Einführung von Zöllen wirken allesamt preistreibend. Schon bald könnte es daher heißen: Inflation ist Trump(f). Dabei ziehen die Preise hierzulande bereits ohne Trump-Effekt kräftig an. Für Januar meldet das Statistische Bundesamt eine deutlich gestiegene Inflationsrate von 1,9 % - und das bei nach wie vor abgeschafften Zinsen. Real verlieren Anleger in Zinsanlagen damit schon jetzt Jahr für Jahr fast 2 % ihres Vermögens – so viel wie nie zuvor. An Aktien führt daher trotz aller Unsicherheiten um die genauen Auswirkungen der Trump´schen Wirtschaftspolitik kein Weg vorbei. Nicht nur, weil die Unternehmen weltweit in 2017 voraussichtlich so viel Dividende ausschütten werden wie nie zuvor. Sondern auch weil die Firmen von Inflation profitieren, da sie ihre Preise anheben können. Angesichts zunehmender politischer Risiken ist es allerdings aktuell noch wichtiger als schon in den Vorjahren, regional breit gestreut zu investieren. Wer nur auf US-Aktien setzt, könnte von einer Fortsetzung der Trump-Rally profitieren – oder aber Verluste erleiden, falls sich die aggressive Wirtschaftspolitik für die USA als Schuss ins eigene Knie erweisen sollten. Wer hingegen nur auf europäische oder gar deutsche Aktien setzt, sichert sich zwar optisch günstige Einstiegskurse und hohe Dividendenrenditen beim Exportweltmeister – riskiert aber im Falle eines Handelskrieges mit den USA mit Zitronen gehandelt zu haben. Hinzu kommen in Europa die anstehenden Wahlen in Frankreich, Niederlande und Deutschland, die angesichts der ungelösten Euro-Krise zu einem Auseinanderbrechen der Euro-Zone führen könnten. Im aktuellen Umfeld der Trump´schen Wirtschaftspolitik und anziehender Inflation heißt es daher für Investoren: Aktien sind Trumpf – aber bitte global gestreut.

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