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Warum General Motors und Honda es (vielleicht) mit den Brennstoffzellen ernst meinen

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
03.02.2017, 17:00  |  176   |   |   

General Motors (WKN:1C9CM) und Honda (WKN:853226) haben am Montag verkündet, die beiden Unternehmen würden zusammen Antriebssysteme mit Brennstoffzellen für die Fahrzeuge im Werk in Michigan entwickeln. Man möchte damit 2020 anfangen.

Die Unternehmen arbeiten schon seit 2013 bei dieser Technologie zusammen. Die Verkündung am Montag formuliert ihr Langzeitziel noch einmal, mit der Massenproduktion der Brennstoffzellen bis Ende des Jahrzehnts zu beginnen.

Marc Reuss (Links) Global Product Chief von General Motors und Gouverneur Brian Calley  zusammen mit Toshiaki Mikoshiba von Honda Nordamerika mit einem Prototyp der kleinen Brennstoffzelle, die von den beiden Unternehmen zusammen entwickelt wurde. BILDQUELLE: General Motors

Worum geht es dabei?

Was GM und Honda gesagt haben: Ein ein neues Joint Venture

Die beiden Unternehmen haben ein gleichberechtigtes Joint Venture-Unternehmen mit dem Namen  View Cell System Manufacturing gegründet. Dieses Unternehmen wird Brennstoffzellen für GM und Honda in Masse produzieren. Das soll bei einem bestehenden GM-Werk im Süden von Detroit geschehen, wo aktuell die Batteriemodule für die Hybriden und Elektroautos von GM montiert werden.

Das Joint Venture wird in diesem Gebäude in Brownstown, Michigan, beheimatet sein. BILDQUELLE: General Motors

Die Produktion soll etwa 2020 beginnen. Dabei sollen 100 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Beide Unternehmen haben in dieses Joint Venture 85 Millionen US-Dollar investiert.

“In den letzten drei Jahren haben die Ingenieure von Honda und GM als ein Team zusammengearbeitet. Dabei hat jedes Unternehmen das Know-how und die einzigartige Expertise beigetragen, um kompakte und kostengünstige Brennstoffzellen der nächsten Generation zu schaffen”, sagte Toshiaki Mikoshiba, der Nordamerika Chef von Honda. “Dieses Fundament herausragender Zusammenarbeit wird uns jetzt dazu verhelfen, ein Brennstoffzellensystem in Masse produzieren zu können. Das wird jedem Unternehmen helfen, neue Werte für unsere Kunden in Form von Brennstoffzellfahrzeugen der Zukunft zu schaffen.”

Was ist ein Brennstoffzellantrieb und warum ist das für die Autobauer so wichtig?

Dieses System wird oft als ein Stack bezeichnet und damit ist ein Gerät gemeint, das chemisch die Energie im Wasserstoffgas in Elektrizität verwandelt. Brennstoffzellen können benutzt werden, um Elektroautos mit Energie zu versorgen. Wie bei der batterieelektrischen Technologie werden Brennstoffzellen auch als saubere Energiequelle gesehen. Das einzige Nebenprodukt dieser chemischen Reaktion ist Wasserdampf.

Brennstoffzellen bieten den Autobauern einige Vorteile und Nachteile verglichen mit der batterieelektrischen Technologie, die die meisten Elektroautos heutzutage antreibt.

Die Vorteile:

  • Ein Stack und ein Wasserstofftank wiegen weniger als die Batterie Module im aktuellen Langstrecken-Elektroautos. Der Unterschied ist bei größeren und schwereren Fahrzeugen ausgeprägter.
  • Fahrzeuge mit Brennstoffzelle können mit Wasserstoff wieder aufgeladen werden. Dabei ist dieselbe Zeit nötig, um einen Benzintank eines Verbrennungsmotors wieder zu füllen, also etwa 5 Minuten. Das ist deutlich schneller als die 30 Minuten oder mehr Ladezeit für ein Schnellladen des Elektroautos.

Alles zusammen deuten diese Vorteile darauf hin, wo man Brennstoffzellen vielleicht sinnvoller einsetzen könnte als Batteriemodule: Krankenwagen, militärische Einsätze und Schwerlastfahrzeuge zum Beispiel.

Der Honda-GM Stack ist deutlich kleiner als die früheren Versionen. BILDQUELLE: General Motors

Die Nachteile:

  • Aktuell gibt es nur sehr wenige Tankstellen für Brennstoffzellen und sie befinden sich alle in einem Teil des Landes, nämlich Südkalifornien.
  • Einige Umweltexperten argumentieren, dass die aktuellen Prozesse für die Herstellung von Wasserstoffgas auf kommerzieller Basis nicht besonders umweltfreundlich sind.
  • Die Kosten: Bei den Stacks werden seltene Metalle benutzt, die bisher in der Herstellung sehr teuer waren.

GM und Honda haben mit der Technologie jahrzehntelang herumexperimentiert, aber erst in letzter Zeit sind die Brennstoffzellen so klein und günstig geworden, dass man sie ernsthaft für die Massenproduktion in Betracht ziehen kann. Die Größe und die Kosten der Stacks zu reduzieren waren die wichtigsten Ziele des GM-Honda-Programms.

Warum das wichtig für die Investoren ist

Es ist klar, dass die Autoindustrie sich auf dem Weg zur Elektrifizierung befindet. Aktuell scheint die dominante Technologie die Batterietechnologie zu sein. Es sieht auch immer mehr danach aus, dass Batterien der Standard für elektrische PKWs werden.

Der Honda Clarity mit Brennstoffzelle wird seit Ende letzten Jahres bei einigen Autohändlern in den USA angeboten. BILDQUELLE: Honda Motor Co. Ltd.

Aber wie weiter oben schon erwähnt, gibt es einige Anwendungen, wo Brennstoffzellen vielleicht sinnvoller sind. GM sagt schon seit längerem, dass man sich vorstellt, sowohl Autos mit Brennstoffzellen als auch mit Batterien in Zukunft zu bauen.

Das Wichtige für die Investoren ist Folgendes. Wenn Brennstoffzellen sich als die beste Lösung für bestimmte Elektroautos herausstellen, dann werden GM und Honda beide an vorderster Front dieser neuen Bewegung sein.

Was passiert als nächstes für GM und Honda in diesem Bereich?

Honda bietet Brennstoffzellen seit mehreren Jahren in begrenztem Umfang an. Das aktuelle Modell, der Clarity Fuel Cell Zedan ist seit Ende letzten Jahres bei einigen Autohändlern in Kalifornien verfügbar. (Honda sagte, dass in den USA acht davon verkauft worden wären.)

GM entwickelte diesen Chevy Colorado mit Brennstoffzelle für militärische Anwendung. Er wird aktuell von der US Army getestet. BILDQUELLE: General Motors

GM bietet aktuell kein Fahrzeug mit Brennstoffzelle zum Verkauf an die Öffentlichkeit, es gibt aber eine Brennstoffzellen-Version des Chevrolet Colorado, der gerade von der US Army getestet wird. Letztes Jahr sagten die Chefs von GM, dass sich die Brennstoffzellentechnologie schneller weiterentwickeln würde. Daher habe man sich entschlossen, erst einmal noch kein solches Fahrzeug auf den Markt zu bringen. Grund dafür ist die Sorge, er könnte den Markt erreichen, wenn die Technologie schon wieder alt ist.

GM ist jetzt anscheinend zufrieden mit dieser Technologie und möchte die Massenproduktion in etwa drei Jahren starten, falls Honda dem zustimmt.

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The Motley Fool empfiehlt General Motors.

Dieser Artikel von John Rosevear erschien am 31.1.2017 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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