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Warum Rohstoffe 2017 mehr als nur hohe Volatilität bieten werden

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
09.02.2017, 08:00  |  580   |   |   

Das beste Wort, um die Performance der Rohstoffpreise in den letzten Jahren zu beschreiben, ist „volatil“. Deren Kurse sind wild in beide Richtungen ausgeschlagen und haben viele Rohstoffunternehmen und Investoren zu starken Verlusten verholfen.

Zum Beispiel hat der Goldpreis nach dem Wahlsieg von Donald Trump 13 % verloren, während der Ölpreis im gleichen Zeitraum um 12 % gestiegen ist. Eisenerz ist im Vergleich zu vor drei Monaten um über ein Drittel gestiegen und hat jede Menge Volatilität hinter sich zurücklassen.

Wenn wir einen Blick in die Zukunft wagen, dann könnten Rohstoffe weiterhin volatil bleiben. Der Ausblick für die Weltwirtschaft ist immer noch sehr unsicher. Rohstoffe könnten aber auch bedeutende Gewinne für die Investoren bringen, die fähig sind zu kaufen und während des Auf und Ab nicht zu verkaufen.

Angebot und Nachfrage

Die Rohstoffpreise hängen immer stark von den Veränderungen bei Angebot und Nachfrage ab. Im Fall von Öl ist der Ausblick für 2017 relativ positiv. Die OPEC hat sich im November dazu entschlossen die Produktion um 1,2 Millionen Barrel pro Tag zu kappen.

Das war etwas überraschend und daraufhin folgte aber eine Kürzung der Fördermenge auch von Seiten der Nicht-OPEC Mitglieder. Obwohl das Wachstum bei der Nachfrage in den letzten Jahren etwas mäßig war, soll sich das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage in den kommenden Monaten verringern.

Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet, dass der aktuelle Öl-Überschuss in der ersten Jahreshälfte 2017 zu einem Defizit werden soll. Aufgrund dieser Vorhersage erscheint es wahrscheinlich, dass der Ölpreis sich kurzfristig weiter nach oben bewegen wird. Daher wäre es keine Überraschung für Öl-Unternehmen, wenn sie in den kommenden Monaten starke Renditen generieren würden.

Ein unsicherer Ausblick

Der Goldpreis kam nach dem Wahlsieg von Donald Trump unter Druck, hat sich 2017 aber wieder stark erholt. Seit dem Jahreswechsel hat er 3,5 % gewinnen können und könnte in den kommenden Monaten weiter steigen. Ein wichtiger Grund dafür ist der hohe Grad der Unsicherheit, dem die Weltwirtschaft gegenübersteht. In den USA wird die Wirtschaftspolitik von Donald Trump wahrscheinlich bedeutend höhere Ausgaben für die Infrastruktur, zusammen mit niedrigeren Steuern, mit sich bringen.

Das wird wahrscheinlich zu einer höheren Inflation führen, wobei die Federal Reserve mit höheren Zinsen vielleicht gegensteuern kann. Wenn sich die Preise schnell erhöhen, dann erhöht sich auch die Nachfrage nach Gold, da dieser Rohstoff von vielen Investoren als Wertspeicher gesehen wird.

Zusätzlich könnten die Aussichten für Gold auch positiv sein, weil in Europa auch das Schreckgespenst der Unsicherheit umgeht. Der Status des Edelmetalls als defensiver Vermögenswert könnte noch große Bedeutung erlangen, da die Brexit-Verhandlungen innerhalb der nächsten 9 Wochen starten.

Die französischen Wahlen könnten auch die Attraktivität einer risikolosen Anlage wie Gold erhöhen. Eine Verlangsamung des Wachstums in China, aufgrund einer protektionistischen Weltwirtschaft, könnte den Goldpreisen auch Vorschub leisten.

China verändert sich

Gold und Öl sind klare Wachstumstreiber für die entsprechenden Aktien, Eisenerz bleibt dagegen etwas unsicherer. Der Rohstoff hat in den letzten Monaten von einem Stimulus-Programm der chinesischen Regierung profitiert, wie auch von der steigenden Stahlproduktion in der zweitgrößten Wirtschaft auf diesem Planeten.

Darüber hinaus häufen sich gerade mehrere große Projekte innerhalb der Eisenerz-Industrie. Daher erwarten die Investoren langfristig höhere Kurse; Angebot und Nachfrage pendeln sich nämlich gerade wieder ein.

Die Realität ist aber, dass die chinesische Wirtschaft sich nicht nur verlangsamt, sie befindet sich auch im Umbruch. China ist aktuell der größte Importeur von Eisenerz auf der ganzen Welt. Der Übergang von einem Infrastruktur-Wachstum hin zu einem Konsum-Wachstum könnte bedeuten, dass die Nachfrage nach Eisenerz langfristig wieder fallen wird.

Der Preis für Eisenerz könnte 2017 also steigen, wird aber wahrscheinlich langsamer steigen als andere Rohstoffe wie Öl oder Gold.

Unterm Strich

Die Rohstoffpreise könnten auch 2017 volatil bleiben, bieten aber auch das Potential für hohe Gewinne. Daher sollten Investoren, die mit dieser Situation leben können, hier profitieren.

Der Ausblick für Gold und Öl ist der relativ positiv. Im Falle von Gold könnte das Edelmetall von der Unsicherheit 2017 profitieren.

Der Ölpreis könnte in den nächsten Monaten auch positiv auf die erhöhte Nachfrage ansprechen. Die Zukunft von Eisenerz ist wahrscheinlich weniger attraktiv als die von Öl und Gold, da der erwartete Nachschub niedriger ausfällt und sich die Stahlproduktion in China erhöht, könnte sich der Kurs im Laufe des Jahres hier aber auch erhöhen.
Jetzt könnte also ein guter Zeitpunkt sein, um Rohstoff-Unternehmen zu kaufen. Aufgrund der hohen Volatilität und der fallenden Rohstoffpreise in der Vergangenheit, kann es hier große Sicherheitsmargen und niedrige Bewertungen geben. Während des Jahres wird man wahrscheinlich auch Papier-Verluste hinnehmen müssen, bis Ende 2017 könnten aber die Investoren etwas Gewinn machen, die jetzt in Rohstoffe investieren.

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Dieser Artikel wurde von Peter Stephens auf Englisch verfasst und wurde am 06.02.2016 auf Fool.co.uk veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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