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3 Aktien, die Megatrends bedienen – und ihre Gegenpositionen

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
14.02.2017, 09:44  |  1871   |   |   

Gerade für ultra-lang ausgerichtete Investoren kann es hilfreich sein, nach Unternehmen zu suchen, die einen derzeit vorherrschenden, globalen Megatrend bedienen.

Solche Megatrends klassifizieren sich meist dadurch, dass sie eine gravierende Änderung mit sich bringen, die weite Teile der Bevölkerung betrifft. Sie sind also Mega, weil sie nicht nur einen kleinen Teil beeinflussen, sondern auf Dauer viele Personen beeinflussen werden.

Eine schnelle Google-Suche zu diesem Thema liefert einem zügig die Stichworte demografischer Wandel und Elektromobilität, oftmals kommen aber entsprechende Unternehmen in diesen Betrachtungen zu kurz, genauso wie eine mögliche gegenteilige Sichtweise des Gesamtphänomens.

Daher wollen wir uns hier einmal dreier möglicher Megatrends widmen, uns dabei jeweils einen maßgeblichen Akteur anschauen, aber auch relevante Aspekte diskutieren, die eine Gegenposition rechtfertigen.

1) BMW: Die Elektromobilität

Wie ich gerade schon erwähnt habe, ist ein momentanes Schlagwort bezogen auf globale Megatrends das Thema Elektromobilität. BMW (WKN: 519000) ist dabei ein Akteur, der sich bereits seit einiger Zeit in diesem Wandel positioniert und entsprechende Investitionsmaßnahmen tätigt und Produktlinien auf den Markt wirft.

Aber wenn du mich fragst, wird dieser Wandel nicht so schnell passieren, wie es einige Unternehmen der Elektromobilität vielleicht gerne hätten. Denn Fakt ist, dass die Zulassungszahlen von Elektroautos noch weit, weit, weit hinter denen von Otto- und Dieselmotoren hinterher hinken, auch wenn die Zahlen der Elektroneuzulassungen konsequent ansteigen. Von einer gravierenden gesellschaftlichen Änderung würde ich aber noch nicht sprechen.

Vielleicht macht es daher momentan noch Sinn, in seine Investitionsentscheidungen maßgeblich mit einzubeziehen, welches Unternehmen auch bei den klassischen Fahrzeugen gute Ergebnisse erzielt. Das bleibt in Anbetracht des Elektrohypes oftmals gänzlich außerhalb der Branchenanalysen, auch wenn hier möglicherweise auf absehbare Zeit noch das meiste Geld verdient wird.

2) Fielmann: Augenverschlechterung vs. demografischer Wandel

Brille, Fielmann (WKN: 577220). Wer kennt nicht diesen Werbeslogan des deutschen Optikermarktführers? Dieser hat in den letzten Jahren vor allem von zwei Aspekten profitiert: Zum einen, dass die Menschen immer älter werden und mit fortschreitendem Alter die Augen immer schlechter werden. Zum anderen davon, dass Smartphones eine immer bedeutendere gesellschaftliche Stellung, gerade auch bei Heranwachsenden ausfüllen, mit verheerenden Konsequenzen für sie Sehkraft von Kindern und Jugendlichen. Tendenz weiter steigend, wohlgemerkt.

Gerade der smartphone-bedingte Wachstumstreiber könnte jedoch im demografischen Wandel seine Grenzen finden, schließlich leben viele Menschen in Zentraleuropa nach der Devise lieber reich und kinderlos. Da Fielmann sein Geschäftsfeld hauptsächlich in der DACH-Region etabliert hat, könnte eine abnehmende Anzahl an Nachwuchs auch in dieser Region den Wachstumstreiber Smartphone-Abhängigkeit ausbremsen.

Ich muss zwar zugeben, dass ich diesbezüglich keine tiefergehenden, zahlenbezogenen Nachforschungen angestellt habe, jedoch sind das tendenziell zwei gesellschaftliche Megatrends, die bei dieser Aktie das Potenzial haben könnten, zu kollidieren.

3) British American Tobacco: Negativer Megatrend Nichtrauchertum

Bei unserem dritten Unternehmen drehen wir den Spieß nun etwas um, soll heißen, bei British American Tobacco (WKN: 916018) handelt es sich nicht um ein Unternehmen, das einen Megatrend bedient, sondern das von einem gesellschaftlichen Megatrend in seinem Kerngeschäftsfeld bedroht wird. Genauso gut könnten wir hier aber auch jedes andere Unternehmen der Tabakbranche, wie beispielsweise Altria (WKN: 200417) oder Philip Morris (WKN: A0NDBJ) in den Fokus rücken, ich brauchte nur einen Platzhalter.

Seit einigen Jahren herrscht jedoch ein gesellschaftlich-politischer Wille dahingehend, dass Rauchen uncool (und natürlich ungesund!) ist, wodurch politische Maßnahmen zur Raucherprävention gestartet werden, die inzwischen auch bei der Bevölkerung von Industrienationen angekommen sind. Das Ergebnis: Immer weniger Menschen greifen dort zum Glimmstängel.

Das ist natürlich eine aus gesundheitspolitischen Aspekten überaus erfreuliche Nachricht!

Wenn du nun allerdings denkst, dass die Tabakbranche diese Entwicklung fürchtet, hast du deutlich daneben gelegen. Denn diese hier zugehörigen Unternehmen (und das Folgende gilt nicht nur für British American Tobacco, Altria und Philip Morris, sondern für nahezu alle Konzerne) konzentrieren sich aufgrund dieses Paradigmenwandels in den Industrienationen nicht mehr auf diese Regionen, sondern verlagern ihren Schwerpunkt vor allem auf Entwicklungsländer, in denen das Wissen über die Folgen des Rauchens bislang nicht so breit gesellschaftlich verankert ist.

Auch wenn die dort getroffenen Maßnahmen vieler Tabakunternehmen mindestens aus ethischer Sicht verabscheuungswürdig sind und nach meinem Empfinden unter Strafe gestellt werden müssten, schaffen es die Tabakunternehmen in diesen Märkten faktisch betrachtet signifikante Wachstumszahlen hervorzurufen und sich entgegen der Tendenzen in den Industrienationen gut zu entwickeln.

Fazit

Wie ich dir mit meinen obigen Ausführungen zeigen wollte, lohnt es in vielen Fällen, seinen Horizont auch bei Megatrends etwas zu erweitern und etwas tiefer in die Materie einzusteigen. Erst hierdurch wird es dir oftmals möglich, zu beurteilen, wie gravierend dieser Megatrend denn wirklich ist oder wie stark er sich schon in die Gesellschaft etabliert hat.

Gegebenenfalls entdeckst du sogar Gründe zur Annahme, dass du diesem Trend gar nicht zustimmst und dich eher auf andere Faktoren konzentrieren solltest.

Die drei von mir genannten Beispiele sollen für dich lediglich Anhaltspunkte darstellen, wie du eine derartige erweiterte Betrachtungsweise angehen könntest. Vielleicht denkst du auch, dass meine drei Beispiele völlig haltlos sind. Aber letztlich ist es die Methode der erweiterten Betrachtung, die für dich wichtig ist und dich bei deinen Investitionsentscheidungen begleiten sollte. Schließlich kann ich dir ja nicht bei jedem von dir ausgemachten Megatrend zur Seite stehen.

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Vincent besitzt Aktien von BMW. The Motley Fool empfiehlt Aktien von BMW.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.



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