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Egbert Prior Stada: Interessenten stehen Schlange

Gastautor: Egbert Prior
15.02.2017, 11:15  |  2418   |   |   

Wiederholt nannten wir Stada als potentiellen Übernahmekandidaten. Zuletzt am 4. November bei einem Kurs von 45 Euro. Am Montag ist die Aktie auf 56 Euro geschossen. Es zeichnet sich eine Übernahmeschlacht ab. Diverse Heuschrecken sollen einen Einstieg konkret prüfen. Am weitesten vorgewagt hat sich der britische Finanzinvestor Cinven, der im Rahmen einer unverbindlichen Offerte 56 Euro geboten hat. Doch dabei wird es mit ziemlicher Sicherheit nicht bleiben. Auch die amerikanische Beteiligungsgesellschaft Advent ist am Firmensitz in Bad Vilbel vorstellig geworden, ohne aber bislang ein konkretes Angebot abgegeben zu haben. Es soll noch weitere Interessenten geben wie die private-equity-Investoren Permira, CVC oder Bain Capital. Es erscheint auch als gut möglich, daß demnächst noch ein strategischer Investor, das heißt ein Wettbewerber, auf den Plan tritt. Die Generikabranche befindet sich in der Konsolidierung, in den letzten Jahren kam es zu spektakulären Übernahmen beispielsweise von Ratiopharm oder Hexal. Ein potentieller Pharmapartner könnte bereit sein, noch deutlich mehr zu bieten. Das 56-Euro-Gebot bewertet Stada mit rund 3,5 Milliarden. Das ist kein Mondpreis. Bei den Hessen dürften im vergangenen Geschäftsjahr immerhin rund 2,2 Milliarden durch die Bücher gegangen sein. Bei anderen Übernahmen in der Pharmaindustrie wurde teilweise das Drei- oder Vierfache eines Jahresumsatzes gezahlt. Fest steht aber, daß sich in Bad Vilbel grundlegend etwas ändern muß. Das Unternehmen gilt als zu klein, um sich am Markt dauerhaft zu behaupten. Ein selbstgefälliger Vorstandschef, der inzwischen aber ausgetauscht wurde, kümmerte sich zu wenig um Wachstum und Profitabilität. Den Kurs in Schwung brachte der aktivistische Investor Active Ownership Capital, der sich im letzten Mai ein 7%-Paket sicherte. Die neue Führungsspitze reagierte mit einer ehrgeizigeren Unternehmensplanung. Bis 2019 soll der Umsatz auf 2,6 Milliarden steigen und der Nettogewinn von 166 auf 250 Millionen. Fazit: Ein wahrscheinlicher Bieterkampf dürfte den Kurs weiter anheizen. Das Risiko überschaubar. Die Aktie ist fundamental gut abgesichert.



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