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Von wegen Trump! Das Schicksal des Dollars liegt in den Händen von...

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15.02.2017, 13:10  |  790   |   |   

US Präsident Donald Trumps Pläne hin oder her, die Zinsen werden steigen – und zwar eher früher als später. Das ist die Botschaft, die die Märkte von Fed-Chair Janet Yellens Rede vor dem US-Senat gestern mitgenommen haben. Der US-Dollar wertete im Zuge dessen auf.

Vor dem Hintergrund, dass Yellen in ihrer Rede im Grunde genommen nur das Kommuniqué der letzten Fed-Sitzung wiedergegeben hat und somit eigentlich nichts Neues erzählt hat, erscheint die Reaktion etwas übertrieben. Dennoch: die Logik, die dahinter steckt, ist sehr gut nachvollziehbar. Denn wenn die Fed auch ohne fiskalische Impulse oder protektionistische Maßnahmen gedenkt, ihre Zinsen schneller als bisher anzuheben, wie aggressiv wird sie erst agieren, wenn Trump tatsächlich all seine Pläne umsetzt? So bezeichnete Yellen den aktuellen Arbeitsmarkt in den USA als „eng“. Die Vollbeschäftigung ist also erreicht.
Wenn Trump nun aber tatsächlich ein Konjunkturpaket verabschiedet, um das Wirtschaftswachstum zu steigern und den Arbeitsmarkt weiter anzuschieben, droht die US-Wirtschaft zu überhitzen und die Inflation zu überschießen. Im Normalfall würde die Fed ihre Zinsen im Zuge dessen wohl drastisch erhöhen. Und hierin besteht die Crux für den US-Dollar. Das Schicksal der US-Währung liegt vor allem in den Händen der Fed. Denn nur wenn man davon ausgehen kann, dass sie auf die Inflationsgefahren mit höheren Zinsen reagiert, macht es Sinn, auf einen stärkeren Dollar zu setzen. Nicht aber, wenn sie ihre Zinsen zu langsam oder im schlimmsten Fall sogar gar nicht erhöht.
Das ist nicht unbedingt ein unrealistisches Szenario. Denn wenn die Fed tatsächlich beginnen sollte, ihre Zinsen schneller als bisher zu erhöhen, droht sie auf Konfrontationskurs mit Trump zu gehen. Schließlich würde sie seine Konjunkturimpulse durch die straffere Geldpolitik wieder abwürgen. Um dies zu verhindern, könnte Trump versucht sein, den politischen Druck auf die Fed zu erhöhen. Oder sich gleich eine ihm loyale Fed zusammenzubasteln. Die Unsicherheit für die USD-Wechselkurse bleibt hoch.

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Autor

Anouch Wilhelms
Derivate-Experte, Commerzbank AG

Anouch Wilhelms ist Derivate-Experte bei der Commerzbank und in diesem Bereich mehr als 12 Jahre tätig. Er studierte Betriebswirtschaft in Frankfurt und Madrid und startete direkt nach dem Studium bei der Commerzbank in Frankfurt im Bereich Aktien und Rohstoffe. Heute ist er Spezialist für strukturierte Wertpapiere. Anouch Wilhelms ist als Derivate-Experte der Commerzbank regelmäßig Gast im TV (z.B. n-tv Telebörse) und schreibt regelmäßig Gastbeitrage in Tageszeitungen und Fachmagazinen. Außerdem moderiert er die Sendung ideasTV.

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