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Innovation bei der Produktion von Nike – worauf man 2017 achten sollte

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
16.02.2017, 11:00  |  1596   |   |   

Das Management von Nike (WKN:866993) hat sich während der letzten Telefonkonferenz die Zeit genommen, darüber zu sprechen, wie sich das Unternehmen darauf konzentriert, die Herstellung zu revolutionieren. Dabei geht es um die benutzten Materialien und die Produktion. Im Folgenden erfährst du, was wir bisher über diese Innovationen wissen und warum das 2017 wichtig sein könnte.

Es geht um die Geschwindigkeit

Während der letzten Telefonkonferenz sprach der CEO von Nike, Mark Parker, darüber, über die sogenannte „Express Lane“. Der Gedanke dahinter ist einfach: das Unternehmen möchte seine Produkte schneller auf den Markt bringen.

Bildquelle: Nike.

Während der Telefonkonferenz sagte Parker: „Wir wissen von unseren Kunden auch, dass es auf die Geschwindigkeit hierbei ankommt. Daher haben wir mehrere Initiativen in unserem Unternehmen in die Wege geleitet, um die Flexibilität und das Tempo zu erhöhen.“ Danach stellte er Nike Express Lane vor. Ein Teil des Unternehmens wird sich in diesem Bereich auf Innovationen bei der Herstellung konzentrieren. Parker sagte auch, dass bereits heute neue Produkte schon nach Wochen und nicht erst nach Monaten auf dem Markt sein könnten.

Effizientere Herstellung

Wie wird Nike seine Produkte schneller zu den Kunden bringen? CEO Parker fuhr fort und sagte, dass die Innovation extrem wichtig wäre und dass Express Lane und die anderen Initiativen des Unternehmens helfen würden, mehr Innovationen bei den Produkten und beim Vertrieb auf den Weg zu bringen. Bezüglich dessen, was jetzt schon gemacht wird, haben wir bei der Telefonkonferenz aber nicht viel erfahren. Wir haben jedoch einige Anhaltspunkte über die Kosten für die Materialien und die Herstellung bekommen.

„Wir haben jede Menge Arbeit investiert und versuchen, die Art und Weise neu zu erfinden, wie eine Schuhfabrik funktioniert und wie Schuhe hergestellt werden“, sagte Parker auf der Unternehmenswebseite über die Ziele.

Nike Flyknit ist eine Technologie, die es den Designern erlaubt, jeden einzelnen Stich genau so vorzunehmen, dass die Vorgaben der Sportler genauestens erfüllt werden. Gleichzeitig wird bei jedem Schuh auch an Material gespart. Flyknit reduziert den Müll um 60 % verglichen mit Schuhen, die nach traditionellem Modell genäht werden. Bis zum Frühjahr 2016 hatte dieser Prozess seit 2012 fast 3,5 Millionen Pfund Abfall gespart.

Bildquelle: Nike.

Warum das eine der wichtigsten Initiativen von Nike sein könnte

Wenn man die Effizienz und die Markteinführungszeit bei allen Produktkategorien derart verbessern kann, dann könnte das wohl die wichtigste Initiative sein, die das Unternehmen ergreifen kann. Die Aktie von Nike fiel im Jahr 2016 um 18 % und obwohl die Aktie im letzten Monat wieder Boden gut gemacht hat, liegt sie immer noch 20 % unter dem Hoch von 2015. Einer der Hauptgründe, warum die Investoren die Aktie ausverkauft haben, sind die Sorgen über die geringere Bruttomarge. Diese fiel auf ein Mehrjahrestief von 44,2 %. Das Problem lag beim Inventar und bei höheren Produktionskosten.

Sich auf die Herstellungsprozesse zu fokussieren könnte helfen. Indem man bessere Materialien und bessere Herstellungsmethoden benutzt, um Müll zu reduzieren, kann das Unternehmen die Bruttomarge einfach dadurch erhöhen, dass die Produktkosten gesenkt werden. In Bezug auf das Inventar-Management müssen einige Produkte Monate vorher geplant werden, bevor sie überhaupt in die Läden kommen. Das ist der Inventarplanung nicht sehr förderlich, wenn sich die Präferenzen der Kunden sehr schnell ändern. Darüber hinaus verkaufte das Unternehmen viele saisonale Produkte. Eine Idee, schneller mit der Produktion zu beginnen und schneller zum Kunden zu bringen, könnte helfen, das Inventar besser zu managen. Der Vorteil wäre, dass man dann auch keine Rabatte geben muss, um sich von diesem Inventar wieder zu trennen. Höhere Preise und niedrigere Produktkosten wären die wichtigsten Wachstumsinitiativen für Nike.

Bildquelle: Under Armour.

Nike ist aber nicht das einzige Unternehmen, das die Lieferkette und die Herstellung genauer unter die Lupe nimmt, um für neues Wachstum zu sorgen. Under Armour (WKN:A0HL4V) stellte letzten Juni Lighthouse, das Herstellungs- und Innovationszentrum in Baltimore, vor. Das Unternehmen glaubt, dass hier die besten Produkte und die besten Herstellungsmöglichkeiten entstehen werden. Vor Kurzem stellte das Unternehmen auch einen neuen Sport-BH und weitere Artikel vor, die im Lighthouse entwickelt wurden.

Zusätzlich steht Nike, abgesehen vom Rückgang bei der Bruttomarge, vor einigen Herausforderungen. Diese Probleme betreffen langsames zukünftiges Wachstum bei den Bestellungen. Das ist auch eine Kennzahl, bei der Vertriebspartner gemeldet werden, die ihre Bestellungen Monate im Voraus platzieren. Nike wird diese Kennzahl nicht länger melden, da das Segment Direct-to-Consumer nicht fruchtet. Das Unternehmen arbeitet nämlich gerade mit Hochdruck daran, diesen Bereich weiter auszubauen. Das Umsatzwachstum von 6 % im letzten Quartal ist bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 25 auch nicht gerade groß.

Nike hat großartige Arbeit dabei geleistet, die Gewinne zu erhöhen, die im letzten Quartal um 11 % im Jahresvergleich gestiegen sind. Da man sich mehr auf die Innovation konzentriert, könnte die Bruttomarge erhöht werden und die Gewinne von Nike könnten in den kommenden Jahren wieder schneller als die Umsätze wachsen. Nike wird die Ergebnisse des dritten Steuerquartals im März melden – dann möchten wir gerne mehr Informationen darüber haben, was das Unternehmen bei dieser Initiative unternimmt und ob sich die Bruttomarge schon langsam verbessert.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Nike und Under Armour (A und C).

Dieser Artikel wurde von Seth McNew auf Englisch verfasst und wurde am 13.02.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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